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Diese Landwirtschaft will die Bewegung Klimastreik

  • Die liche Produktion hat sich primär an den ökologischen Rahmenbedingungen (Klima, Boden, Topographie etc.) und weniger an der Marktnachfrage zu orientieren, fordert die Bewegung Klimastreik. – Jonas Ingold
  • Die angewendete Düngermenge muss dem Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen der Pflanzen entsprechen. – zvg

Die Bewegung Klimastreik will der Klimaerwärmung mit einem 377-seitigen Aktionsplan zu Leibe rücken. Sie zeigt darin auf, wie die Schweiz bis 2030 ihre Treibhausgasemissionen auf Null senken kann. Auch zur hat die Bewegung einen Massnahmenplan erstellt.

Der Klimastreik sah sich zu dem Aktionsplan durch die Untätigkeit von Behörden und Politik gezwungen. Die Institutionen hätten keinen adäquaten Plan zur Lösung der Klimakrise, lautet der Vorwurf der Bewegung.

Eine andere Welt ist möglich

Mit dem Plan zeige der Klimastreik, dass eine andere Welt möglich sei. Er umfasse die wichtigsten ökologischen und sozialen Massnahmen für einen raschen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft. Es sei noch Zeit, das Steuer herumzureissen, hiess es vor den Medien.

Der Klimastreik bezeichnet den Aktionsplan nicht als final. Vielmehr soll er als gesamtgesellschaftliches Projekt in Gesprächen und Anlässen weiterentwickelt werden.

Grosses Potenzial für die

Ein umfassendes Kapitel nimmt auch die ein. «Der ssektor ist einer der Hauptverursacher von Treibhausgasemissionen in der Schweiz. Gleichzeitig ist die liche Produktion sehr anfällig für die Folgen der Klimakrise, insbesondere im globalen Süden», heisst es im Bericht. Für die Bewegung ergibt sich hier grosses Potenzial, die und den Nahrungsmittelverbrauch der Schweiz ökologischer und gerechter zu gestalten. Dasselbe gelte für den Handel mit lichen Produkten. 

Die Bewegung skizziert ihre Vision wie folgt: «Wir stellen uns ein Ernährungssystem vor, das alle Menschen der heutigen und, langfristig gesehen, der künftigen Generationen in der Schweiz mit genügend, gesunden, nahrhaften und nachhaltig produzierten Lebensmitteln versorgt. Die Schweizer Politik bemüht sich ständig, weltweit die Umwelt zu erhalten und gleichzeitig Gerechtigkeit zu fördern sowie die Menschenrechte zu verteidigen.»

Nicht mehr nach Markt ausrichten

Bezüglich Produktion hat die Bewegung klare Vorstellungen. Der Viehbestand muss auf eine Grösse beschränkt werden, die dem lokal verfügbaren Futtermittel entspricht,  Importe von tierischen Nahrungsmitteln sollen begrenzt werden.  soll nur für die Produktion von Lebensmittel für den menschlichen Verzehr genutzt werden. «So können die Treibhausgasemissionen aus dem Agrarsektor um mehr als die 50% reduziert werden und gleichzeitig wird eine gesündere Ernährung gefördert werden», heisst es im Bericht.

Und künftig sollen sich die Bauern nicht mehr nach dem Markt richten, sondern nach den ökologischen Bedingungen. Die angewendete Düngermenge muss dem Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen der Pflanzen entsprechen. Die Mineralölsteuer soll auf liche Maschinen ausgedehnt werden. 

Wiederkäuer sollten nur von Grasland ernährt und Futtermittelimporte eingestellt werden. 
Daniel Salzmann

Bauern stärken

Die Bewegung will die e aber auch rechtlich stärken. Die Arbeitsplätze in der müssen folglich dem schweizerischen Arbeitsrecht unterstellt werden. «Beratung und Ausbildung in umweltverträglicher licher Produktion und alternativen Einkommensquellen im lichen Sektor sollen gefördert werden», schreibt die Bewegung.

Die Einkommensverluste der Bauern sollen so aufgefangen werden.

Tierischen Produkte sollen höher besteuert werden, «die wahren Kosten für die Umwelt und die Gesellschaft widerzuspiegeln».
zvg

Die Massnahmen (eine Auswahl, es sind insgesamt 31 Massnahmen)

Steuern auf Lebensmittel tierischen Ursprungs

Wir schlagen höhere Steuersätze für Lebensmittel tierischer Herkunft vor, um die wahren Kosten für die Umwelt und die Gesellschaft widerzuspiegeln. Lebensmittel tierischen Ursprungs sollten von der reduzierten Mehrwertsteuer ausgenommen werden. Mögliche weitere Massnahmen sind: höhere Steuern, die jedes Jahr steigen, wenn ein bestimmtes THG-Ziel nicht erreicht wird. Oder, Lebensmitteln werden hinsichtlich ihrer durchschnittlichen Emissionen besteuert und Fleischzertifikate werden eingeführt.

Keine Subventionen für die Futtermittelproduktion auf

Keine Subventionen oder andere Unterstützung für die Futtermittelproduktion auf , mit Ausnahme von Heu in der lichen Felderwirtschaft.

Keine Importe von Tierfutter

Abgaben auf importierte Futtermittel bis 2030 schrittweise erhöhen und importierte Futtermittel ab 2030 ganz verbieten.

Begrenzung der Viehdichte für Wiederkäuer

Begrenzung der Viehdichte für Wiederkäuer auf Dauerweiden auf durchschnittlich eine Grossvieheinheit pro Hektar. Die maximale Viehdichte kann regional angepasst werden, um Unterschiede im lokalen Produktionspotenzial zu berücksichtigen.  

Population von Nicht-Wiederkäuern limitieren

Die Anzahl der Nicht-Wiederkäuer soll limitiert werden. Die genaue Zahl ergibt sich aus der aktuellsten Forschung oder orientiert sich an der Anzahl Tiere, die mit Futtermitteln aus Nebenprodukten der regionalen Lebensmittelindustrie (für den Menschen nicht essbar) ernährt werden können. Die tiefere dieser beiden Zahlen gilt.

Maximale Viehdichte für neue Infrastruktur beachten

Die (regionale) maximale Viehdichte soll bei Baugenehmigungen von neuer oder der Renovierung alter Infrastruktur (z.B. Ställe) berücksichtigt werden. Dies gilt auch für die Kreditvergabe oder die Unterstützung anderer langfristiger Investitionen. 

Alternativen zu tierischen Proteinen fördern

Alternativen zu tierischen Proteinen, d.h. pflanzliche Proteinquellen, wie z.B. Hülsenfrüchte, sollten gezielt gefördert und unterstützt werden. Ebenso soll die Forschung zur Züchtung und dem Anbau in der Schweiz in angemessenem Umfang gefördert werden.

Förderung der Low-Input-

Im Rahmen der sollen für liche Praktiken mit geringem Input entsprechende Beiträge gesprochen werden. Kriterien sind, dass die geförderten Praktiken die agroökologischen Prinzipien einbeziehen und die THG-Emissionen im Vergleich zu den derzeit etablierten Systemen senken. 

Der Stickstoffeinsatz sollte sehr genau überwacht werden. Einsätze, die über die Pflanzenversorgung hinausgehen, müssen besteuert werden. Dazu sollte den *innen ein Instrument zur Verfügung gestellt werden, dass den benötigten Düngereinsatz berechnet. Dieses soll z.B. den Nährstoffbedarf der Pflanzen, die Verfügbarkeit von Stickstoff im Boden, die Art des verwendeten Düngers und die Anwendungsart berücksichtigen. Als ergänzende Massnahme kann eine Lenkungsabgabe auf synthetische Dünger erhoben werden. Weiter schlagen wird eine Obergrenze für die Ausbringung von synthetischem Dünger vor. Diese Obergrenze wird schrittweise gesenkt. Die Bäuer*innen sollen die Möglichkeit erhalten, sich an die neue Situation anzupassen.

Wiedervernässung von organischen Böden

Trotz einer langen Geschichte der Entwässerung sind immer noch grosse Mengen von Kohlenstoff in organischen Böden gespeichert. Diese Vorräte (die etwa zwei Jahren der gesamten schweizerischen THG-Emissionen entsprechen) sollten durch Wiedervernässung erhalten werden. Es können somit sogar zusätzlich THG-Emissionen gespeichert werden. 

Standard-Mineralölsteuer in der

Für die liche Produktion soll eine einheitliche Mineralölsteuer erhoben werden. Mit dieser Massnahme können zusätzliche Massnahmen, die auf die Erstellung von Kostenwahrheit und Veränderungen im Mobilitätssektor abzielen, dann automatisch auch auf die Mobilität im Agrarsektor angewandt werden.

Berufsausbildung für en anpassen

Die Ausbildung sollte ein Verständnis für die Klimakrise, ihre Folgen und Auswirkungen auf die beinhalten. Ebenfalls müssen die Vorteile eines nachhaltigen und produktiven Ernährungssystems weitergegeben werden. Theoretische und praktische Übungen zum Kennenlernen von Aspekten der Klimakrise und nachhaltiger Lösungen zusammen mit anderen Akteur*innen des Ernährungssystems sollten integraler Bestandteil der Berufsausbildung sein.

Mehr Arbeitsplätze im Agrarsektor

Projekte, die mehr Arbeitnehmende in den Agrarsektor bringen, sollen gefördert werden. Der Zugang zu lichem Land für junge, ausgebildete Menschen sollte erleichtert werden. Green-Job-Programme und Zivildienststellen sollten ebenso gefördert werden wie neue Formen der Beteiligung an , um die Arbeitsbelastung zu verteilen.

Verbesserung der Rechte und Arbeitsbedingungen von en

Gute Gehälter und Arbeitsbedingungen müssen sichergestellt werden. Das bäuerliche Bodenrecht muss geschützt werden. Die Schweizer Regierung sollte daher das Problem der hohen Verschuldung angehen. Bäuerinnen brauchen eine Versicherung, damit sie im Falle einer Scheidung eine Garantie für Rente haben. Um ein menschenwürdiges Arbeitsumfeld für Arbeiter*innen im Agrarsektor (auch Gastarbeiter*innen) zu schaffen, müssen die Arbeitsplätze in der dem schweizerischen Arbeitsrecht unterstellt werden. Zudem soll jungen *innen der Zugang zu lichen Flächen erleichtert werden.

Anpassung der Industrienormen

Eine Reduzierung der Lebensmittelabfälle aus der lichen Produktion kann mittels einer Anpassung der Industrienormen erreicht werden. Weniger Produkte sollen aufgrund von Grösse, Form, Farbe oder anderen Standards, die die Lebensmittelqualität nicht beeinflussen, abgelehnt werden.

Keine Subventionen für Werbung für Lebensmittel tierischen Ursprungs

Die öffentliche Finanzierung der Verkaufsförderung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs muss sofort eingestellt werden. Stattdessen sollte mit diesem Budget die nationale Ernährungsstrategie verbessert werden.

Kennzeichnung von Lebensmitteln aufgrund ihrer Klimaverträglichkeit

Wir brauchen eine genaue und transparente Bewertung und Label, welche die Auswirkungen von Lebensmitteln auf das Klima kennzeichnen. Eine solche Kennzeichnung sollte für alle Lebensmittel eingeführt werden und könnte zudem als Grundlage für eine neue Bepreisung genutzt werden.

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Quelle: schweizerbauer.ch