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Chlorothalonil: Proben negativ ausgefallen

  • Chlorothalonil wurde im -, Gemüse-, Wein- und Zierpflanzenbau gegen Pilzbefall eingesetzt.  – Samuel Krähenbühl

Das Amt für und Natur (LANAT) des Kantons Bern überprüft regelmässig, ob sich sbetriebe an die geltenden Vorschriften beim Anwenden von Pflanzenschutzmitteln halten. Alle Proben sind negativ ausgefallen.

Um zu überprüfen, ob sich die Betriebe an dieses Verbot halten, hat das Amt für und Natur von Frühling bis Herbst eine fokussierte Beprobungs-Kampagne gemacht.

Die Fachstelle Pflanzenschutz des LANAT hat verteilt über das Mittelland 41 Proben in verschiedenen lichen Kulturen genommen und diese auf Rückstände des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil untersucht. Alle Proben sind negativ ausgefallen.

Grenzwert wurde gesenkt

Das Bundesamt für bewilligte den Einsatz von Chlorothalonil in den 1970er-Jahren. Der Wirkstoff wurde im -, Gemüse-, Wein- und Zierpflanzenbau gegen Pilzbefall eingesetzt. Der Bund hat Chlorothalonil, gestützt auf neue Forschungsergebnisse, vergangenes Jahr neu als «wahrscheinlich krebserregend» bezeichnet und die Anwendung per Anfang 2020 verboten.

Im Dezember 2019 hatte das Bundesamt für und Veterinärwesen (BLV) alle Abbauprodukte (Metaboliten) von Chlorothalonil als Trinkwasser-relevant eingestuft. Für diese Stoffe gilt somit ein Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter für Trinkwasser, der in diesem Fall auch für das Grundwasser als Grenzwert gültig ist. Dieser neue Wert ist extrem tief.

Der neue Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter sei extrem tief, erklärte der Berner Kantonschemiker Otmar Deflorin im Januar gegenüber der Zeitung «Der Bund». «Bis vor kurzem liessen sich tiefere Werte gar nicht messen.» Zudem brauche es in der Regel eine gewisse Menge, bis eine Substanz toxisch, also giftig sei.

Er machte ein Beispiel: «Alkohol ist ein Zellgift, das nachweislich Leberkrebs verursacht. Wenn Sie ein Glas Whisky mit 40 Prozent Alkohol trinken, nehmen Sie eine ungleich grössere Menge an toxischen Substanzen ein, als wenn Sie einen Liter Wasser trinken.» Für Chlorothalonil gilt eine lebenslängliche Tagesdosis von 15 Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht als unbedenklich. Um diese Dosis zu erreichen, müsste man also 150 Liter Wasser pro Kilo Körpergewicht trinken, sofern der Grenzwert eingehalten wird.

Auch unbelastetes Wasser kann gefährlich sein: Trinkt man innert kurzer Zeit sieben oder mehr Liter Wasser, so kann dies lebensbedrohlich werden. Trotzdem sei er «dezidiert» der Meinung, dass die Chlorothalonil-Abbauprodukte nicht ins Wasser gehörten, sagte Deflorin. «Dass Chlorothalonil nun verboten ist, ist eine grosse Errungenschaft der Behörden.»

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Quelle: schweizerbauer.ch