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Amazonas: Abholzung steigt weiter

  • Präsident Jair Bolsonaro sieht das Amazonasgebiet vor allem als ungenutztes wirtschaftliches Potenzial. – zvg

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet steigt weiter stark an. Die abgeholzte Fläche in der Region betrug zwischen August 2020 und Juli 2021 13’235 Quadratkilometer, wie aus einer Mitteilung des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe), das Satellitendaten auswertet, am Donnerstag hervorging.

Demnach ist dies eine Steigerung um 22 Prozent im Vergleich zum vorherigen Zeitraum August 2019 bis Juli 2020 und die abgeholzte Fläche war die grösste seit 2008. Die vorläufigen Daten des Inpe hatten bereits auf eine Zunahme der Zerstörung hingedeutet.

Illegale Abholzung bis 2028 stoppen

, wo in weiten Teilen in den vergangenen Monaten Wassermangel und geherrscht hat, wird eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz zugeschrieben. Der Anteil des südamerikanischen Landes am Amazonasgebiet, das als wichtiger Speicher des Treibhausgases CO2 gilt, entspricht flächenmässig der Grösse Westeuropas. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro sieht das Amazonasgebiet vor allem als ungenutztes wirtschaftliches Potenzial.

Die international unter Druck geratene brasilianische Regierung hatte bei der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow angekündigt, die illegale Abholzung des Amazonas-Regenwalds bis 2028 zu beenden. Präsident Bolsonaro nannte im April beim Klimagipfel von US-Präsident Joe Biden noch 2030 als Ziel.

EU will beschränken

Die am Donnerstag veröffentlichte Mitteilung ist jedoch auf den 27. Oktober datiert, das heisst, wenige Tage vor der COP26. Die brasilianische Regierung habe versucht, ihr Image aufzupolieren, obwohl sie gewusst habe, dass ein weiterer Rekord bei der Abholzung gebrochen worden war, hiess es in einer Mitteilung der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch vorgeschlagen, die von Waren zu untersagen, für deren Produktion Regenwald zerstört wird. Dabei geht es um Güter wie Rindfleisch, Holz, Soja, Palmöl, Kaffee und Kakao, aber auch Schokolade oder Leder. Die Brasilianische Landwirtschaftliche Produzentenvereinigung äusserte sich empört über den Vorschlag. Laut EU-Kommission wurden weltweit von 1990 bis 2020 rund 420 Millionen Hektar Wald zerstört – eine Fläche grösser als die EU. Dem soll nun ein Ende gesetzt werden.

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Quelle: schweizerbauer.ch