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Alpkäserei gewinnt den Agropreis

  • Marco Gadient, Präsident Verein Alpkäserei Flumserberg und Sepp Gadient, Produktionsverantwortlicher Alpkäserei Flumserberg, haben den Agropreis gewonnen. – Reto Blunier

Wegen der Corona-Pandemie konnte in diesem Jahr die Verleihung des Agropreises nicht stattfinden. Die Nominierten wurden deshalb direkt informiert. Die Jury entschied sich für die Alpkäserei Flumserberg als Sieger. Den Leserpreis holte sich die Familie Blunier aus Paspels GR.

Seit 28 Jahren vergibt die Emmental Versicherung den Agropreis. Damit werden innovative Projekte ausgezeichnet und die Entwicklung neuer Marktideen und die Kreativität Schweizer e gefördert.

Keine Verleihung wegen Corona

Auch in diesem Jahr hatte die Jury im Sommer vier Projekte nominiert und mit je 5‘000 Franken ausgezeichnet. Die Projekte wurden anhand der eingereichten Dossiers beurteilt.

Nominierte:
Hoftötung: Familie Blunier, Paspels GR
Schwarzer Knoblauch: Christophe Gatabin, Villars VD
Erlebniswege, Familie Reusser, Biezwil SO
Alpkäserei Tannenboden, Flumserberg SG

Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Emmental Versicherung auf die Durchführung der Verleihung im Kursaal Bern verzichten. Anlässe mit mehr als 15 Personen sind verboten.

Deshalb wurden die ausgezeichneten Projekte am Donnerstagmorgen über den Ausganginformiert. Den mit 20’000 Franken dotierten Agropreis geht in den Kanton St Gallen. Das Projekt «Mit neuer Käserei Wertschöpfung erhöht» der Käserei Alp Tannenboden aus Flumserberg (SG) die Jury am meisten überzeugen.

Landmaschinenpreis geht in den Kanton Bern

Den Spezialpreis (5000 Franken) des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes (SLV) wurde Ruedi Emch aus Oberbottigen BE vergeben. Er hat den Geräteträger Row Chipper entwickelt.

Der Saalpreis (2000 Franken) wurde nicht vergeben, da dieser durch die anwesenden Gäste und Fans an der Preisverleihung vergeben wird.

Sieger Agropreis: Alpkäserei Tannenboden, Flumserberg SG

  • Marco Gadient (l.), Präsident Verein Alpkäserei Flumserberg und Sepp Gadient, Produktionsverantwortlicher Alpkäserei Flumserberg, können mit zusammen mit 50 Bauern einen grossen Erfolg feiern. – Reto Blunier
  • Die Produktepalette umfasst viele Produkte: So unter anderem Käse, Jogurt, Butter und Molkedrinks. – Reto Blunier
  • Während 120 Tagen werden rund 500’000 Kilo Milch von 470 Kühen verarbeitet. – Reto Blunier

In der Region Flumserberg hat das Sömmern der Kühe auf den Alpen Tradition. Weil auf den neun Alpbetrieben wegen steigenden Anforderungen Investitionsmassnahmen anstanden, bot eine neue und grosse Käserei mehr Möglichkeiten. Ziel des Projekts ist die Stärkung der lokalen Produktion und damit eine höhere Wertschöpfung für die e. Zudem ist das Bestehen der Alpen mit der neuen Käserei langfristig gesichert.

Die Bauern unter der Führung von Marco Gadient trieben die Pläne zusammen mit den Ortsgemeinden für den Neubau voran. Im Mai 2020 wurde die Käserei eröffnet, die erste dieser Art im Kanton St. Gallen. Betrieben wird diese durch die e über den Verein Alpkäserei Flumserberg. Während 120 Tagen werden rund 500’000 Kilo Milch von 470 Kühe zu verschiedenen Käsen, Jogurts, Alpbutter und Molkedrinks verarbeitet.

Die Milchprodukte werden über die eigene Marke «Alpkäserei Flumserberg» in den Läden der Region sowie über einen Onlineshop vermarktet. Die Bauern binden auch den Tourismus mit ein. So spannen sie mit den Bergbahnen zusammen. Zudem bieten sie Kurse für das Käsen an. Und Besucher erhalten im neu gebauten Restaurant Einblick in die Produktion.

Leserpreis: Familie Blunier, Stressfreie Hoftötung

  • Familie Blunier aus Paspels GR setzte sich bei den Lesern durch. – Reto Blunier
  • Auf dem Hof wird auch Bergackerbau betrieben. – Reto Blunier
  • Das Fleisch wird über die Direktvermarktung abgesetzt. – Reto Blunier

Etwas erhöht über dem Dorf bewirtschaftet die Familie Blunier einen Biobetrieb in der Bergzone mit mehreren Betriebszweigen. Das wichtigste Standbein ist die Mutterkuhhaltung. Das Fleisch wird zu 100 Prozent direkt vermarktet.

Da Rinder bei der Fahrt in den Schlachthof unter Stress stehen, hat Georg Blunier einen Weg gesucht, um auf den Lebendtransport verzichten zu können. Zudem geht der Biobauer auf ein Kundenbedürfnis ein. Die Konsumenten verlangen einerseits immer mehr regionale und nachhaltige Produkte. Andererseits räumen sie der Tierhaltung und dem Tierwohl einen hohen Stellenwert ein.

Zusammen mit den Behörden des Kantons Graubünden und dem FiBL wurde eine Lösung erarbeitet, die die gesetzlichen Vorgaben wie auch die Ansprüche an eine stressfreie Schlachtung erfüllt. 2018 wurde die erste Hoftötung durchgeführt. Nach dem Betäuben mit dem Bolzenschussapparat wird das Rind auf dem Betrieb entblutet.

Anschliessend wird das Tier in einer regionalen Metzgerei verarbeitet. Mit der Hoftötung wird die Zusammenarbeit lokaler Kleinbetriebe gestärkt. Die Wertschöpfung bleibt in der Region. Und dank dem Mehrwert der Produkte generieren Bluniers ein besseres Einkommen.

Spezialpreis Landmaschinen-Verband: Geräteträger Row Chipper

Ruedi Emch ist gelernter und ein «Visionär», er befasst sich seit langer Zeit mit der mechanischen Unkrautbekämpfung in Reihenkulturen. Hacken ersetzt zwar den Einsatz von Herbiziden, ist aber sehr aufwändig. Der «Tüfteler» Ruedi Emch entschloss sich, einen an der Kugelkupplung K80 angehängten Hackgeräteträger mit Lenkdeichsel und Lenkachse mit Druckluftbremse zu konstruieren.

Der JD Traktor ist mit dem Lenksystem Autotrac Vision ausgerüstet. Der GPS-Empfänger auf dem Geräteträger übernimmt dieses Signal vom Traktor in RTK-Präzision auf seine Lenkachse. Damit erreicht er entscheidende Vorteile.

Die Traktor-Vorderachse wird nicht entlastet, die Hinterachse und die schmalen Reifen nicht überbelastet. Die Lenkachse korrigiert automatisch jede Kurven- oder Abdrift-Bewegung und die Hackelemente bleiben immer genau parallel zur Pflanzenreihe. Der Geräteträger kann alle handelsüblichen Hackgeräte in 6m Arbeitsbreite durch die eigene Dreipunkthydraulik aufnehmen und in die 3m Transportbreite klappen.

Zudem sind die Gewichtsverteilung und der tiefe Schwerpunkt am Hanoptimal und reduzieren die Abdrift. Der Row Chipper ist eine vorbildliche Kombination von Mechanik, Informatik, Hydraulik und Elektronik der modernen «Made in Switzerland».

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Quelle: schweizerbauer.ch