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Abstimmung: Agrarland soll Schulen weichen

  • Rund 4,4 Hektaren Agrarland sollen überbaut werden. – Google Maps

Im Kanton Genf entscheidet die Bevölkerung am 13. Juni über zwei Entwicklungsprojekte in den Bereichen Bildung und Kultur. Dabei geht es einerseits um den Bau von Schulen in einer Landwirtschaftszone in Bernex als auch um die Entstehung einer Cité de la Musique mit mehreren Konzertsälen in der Rhonestadt. Gegen beide Vorlagen wurde das Referendum ergriffen.

Der Kanton Genf will in der Gemeinde Bernex auf einem 4,4 Hektar grossen Grundstück, das zwischen einer Autobahn und einem Wohngebiet liegt, eine Orientierungsschule für 900 Schülerinnen und Schüler bauen.

Landwirtschaftsverbände und Naturschützer

Ausserdem sollen in einem weiteren Neubau die derzeit im Kanton verstreuten Berufsbildungszentren für Gesundheit und Soziales zusammengeführt werden. Begründet werden die Projekte mit dem starken Anstieg der Schülerzahlen und der Notwendigkeit, mehr Gesundheitspersonal auszubilden.

Gegen die Zonenplanänderung als Voraussetzung für die Überbauung in Bernex wehren sich vor allem Landwirtschaftsverbände und Naturschützer, aber auch die SVP. Sie haben das Referendum gegen die Vorlage ergriffen. Die Gegner kritisieren, dass der Kanton die neuen Infrastrukturen nicht in die bereits freigegebenen landwirtschaftlichen Gebiete der Region einbeziehen konnte.

Konzertsaal gegen Bäume

Bei der zweiten Vorlage geht es um ein umstrittenes Kulturprojekt. Die Stadt Genf plant in der Nähe der Vereinten Nationen ein riesiges Glasgebäude, das das Orchestre de la Suisse Romande und die Hochschule für Musik beherbergen soll. Herzstück wird ein Konzertsaal mit 1580 Plätzen sein.

Der Bau dieser Cité de la Musique wird auf 300 Millionen Franken geschätzt. Finanziert wird das Projekt durch private Beiträge und durch den Bund. Die jährlichen Betriebskosten werden auf 3,5 Millionen Franken geschätzt.

Das Projekt wird sowohl von den Grünen, der äussersten Linken als auch der SVP bekämpft. Die Gegner betrachten das Projekt als überrissen und bedauern, dass dafür Bäume geopfert werden müssen.

Die Abstimmung ist nicht bindend. Die Stadt hat das letzte Wort in der Planung.

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Quelle: erbauer.ch