Anzeige
 

Neun neue Maissorten für die Ernte 2022

  • Können die Sorten 2022 ihr potential ausschöpfen? Die Empfehlungen für die Sorten stehen auf jeden Fall fest.  – Susanne Meier

Swiss Granum empfiehlt neun neue Maissorten für die 2022 und zwar eine Körner- und acht Silomaissorten. Sieben Sorten wurden gestrichen. Die Übergangsphase bezüglich der Qualitätsbeurteilung von Körnermais (Pufa-Index) konnte abgeschlossen werden, womit nun die Ergebnisse auch bei Mais zu 100% auf der seit 2012 angewendeten und präziseren Analysemethode basieren.

Im 2021 herrschten besondere Wetterbedingungen. Deshalb wurden die meisten Flächen im Mai, teilweise sogar erst Anfangs Juni gesät. Aufgrund überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen im Mai und Juni (v.a. nördlich der Alpen) sowie Juli (ganze Schweiz), leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen im Frühling und durchschnittlichen Temperaturen im Juli und Augst konnten insbesondere spät abreifende Sorten ihr Ertragspotential im 2021 nicht ausschöpfen.

Je nach Region haben zudem mehrere Hagelereignisse zu grossen Verlusten bis hin zu Totalschaden bei Maiskulturen geführt. Aufgrund des warmen Juni und einer sonnigen, wenn auch durch frühe Frostereignisse verkürzten Abreife im Herbst, erbrachten mittelfrühe Maissorten teilweise trotzdem beachtliche Erträge und bei Körnermais waren teilweise sogar Wassergehalte unter 30% möglich.

Qualität beim Körnermais

Im 2012 wurde bei Agroscope Posieux eine genauere Methode für die Fettsäureanalyse eingeführt. Die neue Methode führt eine In-situ-Methylierung durch und ermöglicht die Quantifizierung komplexer Lipide, insbesondere von Phospholipiden, was bei der vorherigen Methode nicht der Fall war.

Im 2016 wurde der PMI (PUFA-MUFA-Index) durch den PUFA-Index (PUI) ersetzt: der neue PUFA-Index des Futters erlaubt mittels des Gehaltes an gesättigte Fettsäuren (SAT), einfach ungesättigte Fettsäuren (MUFA) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) im Futter den Prozentsatz von PUFA im Fettgewebe des Schweinekörpers zu schätzen.

Beginnend mit 2012 bis Ende 2018 wurden NIRS-Übergangsmodelle verwendet, welche per 2019 nun ausschließlich auf den neuen chemischen Werten basieren und deshalb auch genauer sind. Dies wurde durch den Vergleich der Werte der letzten drei Jahre nachgewiesen und die Übergangsphase kann nun beendet werden.

Körnermais

DKC 3595 () ist die einzige neue Aufnahme in der Liste der empfohlenen Körnermaissorten (Tab. 1). Diese neue ertragreiche Zahnmaissorte wurde in der Reifegruppe «mittelspät» eingetragen. Sie ist leicht spätreifer als DKC 3361 und RGT Planoxx. Sie weist eine mittlere bis gute Jugendentwicklung sowie eine gute Standfestigkeit beim zeitpunkt auf. Basierend auf den einjährigen, provisorischen Resultaten wird ihre Toleranz gegenüber Helminthosporium-Blattflecken als gut beurteilt. Ihr PUI ist mittel.

Silomais

Acht neue Silomaissorten wurden auf die Liste aufgenommen. Die Sorten Emeleen (Advanta) und LG 31217 (Limagrain) sind die zwei Neuaufnahmen in der Reifegruppe «früh». Beide Sorten zeichnen sich durch ein sehr hohes Ertragspotential, eine gute Jugendentwicklung und Verdaulichkeit sowie einen hohen Energiewert aus. Ihr Stärkegehalt wurde mit «hoch» eingestuft. Ihre Toleranz gegenüber Helminthosporium-Blattflecken wird als mittel beurteilt. Sie sind zudem gegenüber Beulenbrand wenig anfällig. Emeleen ist die zweitfrühreifste Sorte und LG 31217 die drittspätreifste Sorte dieser Reifegruppe.

Micheleen (Advanta) ist die einzige neue Sorte in der Reifegruppe «mittelfrüh». Ihre agronomischen Eigenschaften sind mit den anderen eingetragenen Sorten vergleichbar. Sie weist eine gute Futterqualität auf, insbesondere mit einer sehr hohen Verdaulichkeit und weist zum Zeitpunkt der eine gute Standfestigkeit auf. Ihre Toleranz gegenüber Helminthosporium-Blattflecken wird – basierend auf dem ersten Testjahr – als mittel bis schwach beurteilt.

Die Reifegruppe «mittelspät» enthält vier neue Sorten von drei verschiedenen Züchtern: KWS Haiko und KWS Sabino von KWS, SY Amfora von Syngenta und P9610 von Pioneer. Unter den neuaufgenommenen Sorten dieser Reifegruppe sind KWS Haiko und KWS Sabino die frühreifsten Sorten. Ihr Ertrag und ihre Jugendentwicklung sind gut. Sie besitzen ebenfalls eine gute Toleranz gegenüber Beulenbrand. KWS Haiko ist jedoch etwas anfälliger gegenüber Helminthosporium-Blattflecken als KWS Sabino. Die Verdaulichkeit wird für beide Sorten als mittel eingestuft. Ihr Stärkegehalt ist hoch. KWS Sabino weist zudem sehr hohe Energiewerte auf.

SY Amfora überzeugte in den Versuchen mit einem sehr hohen Ertrag und einer guten bis sehr guten Futterqualität. Ihre Jugendentwicklung ist gut. Basierend auf den einjährigen, provisorischen Resultaten wird ihre Toleranz gegenüber Helminthosporium-Blattflecken als mittel bis schwach eingestuft. Sie ist gegenüber Beulenbrand wenig anfällig. Ihre Standfestigkeit ist mit den anderen eingetragenen Sorten vergleichbar.
P9610 ist eine ertragsreiche Sorte, die jedoch ausschliesslich für günstige Lagen empfohlen wird. Sie zeichnet sich durch eine sehr hohe Verdaulichkeit sowie einen sehr hohen Energiewert und Stärkegehalt aus. Sie zeigte eine sehr gute Toleranz gegenüber Beulenbrand und Helminthosporium-Blattflecken. Ihre Jugendentwicklung sowie Standfestigkeit zum zeitpunkt sind gut.

Die neue Sorte KWS Inteligens ergänzt die Sorten LG 31479 und P9911 in der Reifegruppe «spät». Diese Sorten werden ausschliesslich für die günstigsten Lagen der Schweiz empfohlen. KWS Inteligens weist ein sehr gutes Ertragspotential, einen sehr hohen Energiewert und eine sehr hohe Verdaulichkeit auf. Ihr Stärkegehalt wurde mit «mittel» eingestuft. Sie besitzt eine gute Standfestigkeit und Toleranz gegenüber Beulenbrand sowie Helminthosporium-Blattflecken. Ihre Jugendentwicklung wurde als mittel bis gut beurteilt.

The post Neun neue Maissorten für die 2022 appeared first on Schweizer Bauer.

ganzen Artikel lesen ▸

Quelle: schweizerbauer.ch