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Mit Wasser den Stall kühlen

  • Bei Fankhausers sind über den Laufflächen Vernebelungsdüsen montiert. – Adrian Haldimann

Vernebelungsanlagen sorgen für eine Abkühlung von bis zu 5°C. Sie setzen sich auch in Anbindeställen durch. Was dabei beachtet werden muss und was Wasserdüsen beim Eingang in den Melkstand bezwecken, sagen zwei .

Hansueli Grossenbacher, erfolgreicher Holsteinzüchter mit dem Präfix Big River in Uetigen BE, hält seine 22 Kühe in einem Anbinde. «Mir ist wichtig, dass ich meinen Kühen ein weiches Strohbett, gute luft und Wasser in genügender Menge anbieten kann», sagt Grossenbacher beim Betreten des s.

Wassernebel

Er weiss, wie wichtig Kuhkomfort ist. Der Luftventilator zieht frische Luft in den . Und plötzlich ertönt ein feines Zischen: Direkt hinter den Kühen versprühen Düsen Wasser. Ein Wassernebel fällt ab, zieht mit dem Luftstrom zwischen die Kühe und verdunstet.

Dank dieses Wassernebels kühlt die Luft bis zu 5°C ab, die Kühe sind von Hitzestress weniger betroffen. «Es braucht für dieses System einen Ventilator, damit der Wassernebel zwischen die Kühe gezogen wird», erklärt Grossenbacher. Er kannte die Vernebelungsanlagen zuvor aus Laufställen und fragte sich, ob es ein Vernebelungssystem nicht auch für seinen Anbinde gibt.

«Um Welten besser»

Die Buri AG aus Hasle-Rüegsau BE hatte die Lösung. Tatsächlich setzt Firmenchef Rudolf Buri bereits seit zehn Jahren Verneblungsanlagen auch in Anbindeställen ein. Er sagt, worauf es ankommt: «Die Kühe dürfen nicht nass werden, deshalb werden die Düsen in niederen Ställen hinter den Kühen montiert. Und es ist wichtig, dass der Druck, die Laufzeiten und die Intervalle den Gegebenheiten angepasst werden.» Dank eines Temperaturmessgeräts läuft die Anlage ab 20°C im Intervall. Alle 45 Sekunden wird 3 Sekunden Wasser mit einem Druck von rund 5 bar vernebelt.

Wie viele Takte nacheinander erfolgen, hängt allerdings von der Verdunstungsleistung der luft ab. «Mit unseren Anlagen können wir garantieren, dass die Luftfeuchtigkeit im nicht auf über 60% ansteigt.» Eine Vernebelungsanlage nur mit einer Schaltzeituhr zu steuern, sei keine gute Idee, betont Buri.  Grossenbacher investierte rund 1800 Franken in die Anlage – montierte sie selbst. «Das Klima ist seither um Welten besser», schwärmt er.

Hansueli Grossenbacher hinter dem Wassernebel, der dank der Luftströmung zwischen die Kühe und verdunstet.
Adrian Haldimann

Düsen beim Melkstand

Hanspeter Fankhauser, der mit seinem Bruder Martin in Ranflüh BE rund 44 Kühe hält, baute vor sieben Jahren einen neuen Lauf. «Irgendwann konnten wir im Melkstand wegen der Stechfliegen kaum noch melken. Und an warmen Tagen standen die Kühe in der gleichen Ecke und gingen nicht mehr in die Liegeboxen», erzählt er. Doch diese Probleme sind Geschichte. Während des Betriebsbesuchs liegen die meisten Kühe, das Klima ist für die Kühe angenehm. Grund dafür ist auch hier die Vernebelungsanlage.

Über dem Laufgang wird im Intervall Wasser vernebelt. Dieser Wasserdunst kühlt nicht nur, sondern hat auch noch einen weiteren positiven Effekt. «In den Laufgängen gibt es keine Schmierschicht mehr, weil der Boden feucht bleibt. Die Kühe rutschen viel weniger aus», erzählt Fankhauser. Auch den Stechfliegen wurde der Garaus gemacht. Beim Eingang in den Melkstand sind ebenfalls Wasserdüsen montiert. Bevor die Kühe in den Melkstand treten, werden sie von unten und oben besprüht und die Stechfliegen von den Kühen entfernt. «Die Tiere sind viel ruhiger, und das klima dank viel Luftvolumen und Vernebelung viel angenehmer», freut sich Fankhauser.

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Quelle: schweizerbauer.ch