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Gut ist, wenn die Mischung kratzt

  • Bei Kühen mit hohem Milchpotenzial darf die Mischration nicht zu faserreich sein. – (Bild: Susanne Meier)

Mischrationen haben viele Vorteile. Um diese vollumfänglich zu nutzen, sollten sie regelmässig befühlt und betrachtet werden. Krippenresten, die nur noch von den Kühen ausselektierte Bestandteile enthalten, sind nicht optimal.

Auf vielen Milchviehbetrieben werden Teilmischration verfüttert, die Kraftfutterergänzung erfolgt ab der Station oder im Roboter. Zunehmend stellen grössere Betriebe auf Vollmischrationen um. Beide Versionen erfordern zwar die Investition in einen Mischwagen, machen sich aber bezahlt, wenn der Arbeitsaufwand drastisch reduziert und eine eindeutige Mehrleistung erzielt werden kann. Damit es dazu kommen kann, muss die Mischration allerdings auch wirklich passen. Bei hohem Maisanteil wenig Häckselgrassilage kann beispielsweise der Faseranteil ungenügend sein, speziell, wenn das Gras jung geschnitten wurde. Der effektiv wirksame physikalische Faseranteil, der für eine genügende Wiederkautätigkeit wichtig ist, kann mit strukturiertem Dürrfutter erhöht werden. 1 bis 2 Kilo davon werden dazu pro Kuh und Tag auf 5 bis 7cm Partikellänge heruntergeschnitten. Bei Kühen mit hohem Milchpotenzial darf die Mischration nicht zu faserreich sein, um die Ration nicht zu stark zu verdünnen und die Kondition nicht zu verschlechtern.

Mischrationen sollten regelmässig überprüft werden. Dazu braucht es nicht jedes Mal eine Futteranalyse, Augen und Hände helfen bereits viel:

Futterstruktur und Faserigkeit: Beim Betasten einer Probe sollte beim Zusammendrücken in den Händen ein Minimalanteil der Partikel einen Kratzeffekt bewirken.

Homogenität der Fütterung: Bei derFütterung von Mischrationen geht man davon aus, dass jeder Bissen aus einer ausgewogenen Ration besteht. Bei langhalmigem Futter –  mit langen Partikeln – besteht die Gefahr der Futterselektion, besonders bei einmaliger Futtervorlage.

TS-Gehalt: Zwischen 38 und 45 Prozent Trockensubstanz kann eine hohe Futteraufnahme erwartet werden. Die Mischung sollte gut durchgelüftet und nicht zu kompakt sein.

Ausgewogenheit: Nur bessere Kenntnisse über die Nährstoffgehalte der Grundfutter mittels Futteranalysen sowie eine rationsangepasste Ergänzung mit den Nährstoffabbaubarkeiten erlauben eine ausgewogene Ration.

Proben

Für die Einschätzung des Grundfutters eignen sich Raufutteranalysen. Diese sollten möglichst repräsentativ  gezogen werden. Bei Silagen ist darauf zu achten, dass der Gärprozess, meist nach sechs Wochen, abgeschlossen ist. Beim Dürrfutter muss der Trocknungsprozess abgeschlossen sein. Wenn bekannt ist, welche Gehalte das Grundfutter hat, ist die Ergänzungsfütterung dementsprechend auszurichten.  Bei allfälligen Problemen kann aber auch eine Analyse der gesamten Mischration aufschlussreich sein. sum

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Quelle: schweizerbauer.ch