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«Zum Glück ist uns und dem Vieh nichts passiert»

  • Der Riss ist massiv. – Daniel Aebershold
  • Die Erde rutschte rund 300 Meter das Tal hinab. – Screenshot jungfrauzeitung.ch
  • Die betroffene Weide ist die beste der Alp. – Daniel Aebershold

Auf der Alp Tröler oberhalb vom Huetgraben kam es zu einem grösseren Hangrutsch. Die Hütte ist nun unbewohnbar. Daniel Aebersold informiert über die aktuelle Situation und erklärt, wie es weiter geht.

«Schweizer Bauer»: Wo befindet sich aktuell ihr Vieh?
Daniel Aebersold: Wir haben zwei Ställe. Der untere ist nun unbewohnbar, aber der obere Stall kann benutzt werden. Dort haben wir unsere 22 Milchkühe und Rinder. 11 Kälber konnten wir auf Nachbaralpen unterbringen. Insgesamt haben wir 50 Stück eigenes Vieh.

Können Sie weiterhin auf der Alp melken?
Ja, zum Glück melken wir immer auf der oberen Hütte. Jeden zweiten Tag bringen wir die Milch ins Tal zur Sammelstelle.

Wie ist die aktuelle Situation bei der unteren Hütte?
Der Riss geht bis an die Hütte heran, ist 300m breit, und der grösste Absatz ist 2,20m. Wenn das Material in den Huetgraben abrutscht, dann ist die Hütte auch gefährdet. Momentan passiert der Hütte nichts, aber sobald es gewittert, wird es prekär.

Wo wohnen Sie jetzt?
Die Tochter hat den Hangrutsch um 16.30 Uhr entdeckt. Sofort haben wir die Hütte zack, zack ausgeräumt. Ein Kollege hat uns beim Ausräumen geholfen. Die Treicheln und alle Wertgegenstände haben wir auf seinen Pick-up geladen und sind ins Tal gezogen. Nachher habe ich zu den Tieren geschaut. Anschliessend haben wir die ersten zwei Nächte im Tal geschlafen. Die obere Hütte, in der gerade unsere Kühe sind, liegt 250m von der andern entfernt. Dort haben wir auf der Bühne ein Zimmer eingerichtet. Unser Angestellter ist Schreiner und hat es gebaut. Jetzt kann man dort schlafen.

Sie können auf der Alp übernachten, haben aber keine Küche und kein Bad?
Aktuell sind wir auf dem Talbetrieb am Emden. Deshalb gehen wir sowieso täglich hinunter. Wir nehmen einfach mit hoch, was man gerade braucht. Am Mittag essen wir im Tal, und der Nachbar auf dem Berg hat uns angeboten, dass wir zu ihm zum Essen kommen können. Die Solidarität ist gross. Wir sind sehr dankbar dafür und sind überwältigt. Wir haben schon viele Anrufe von Leuten bekommen, die ihre Hilfe angeboten haben.

  • Die Feuerwehr hat die Anrissstellen abgedeckt. – Daniel Aebershold
  • Die Hütte ist derzeit nicht bewohnbar. – Daniel Aebersold

Gab es keine frühzeitigen Anzeichen für den Rutsch?
2013 gab es schon einmal einen Rutsch. Es wurde damals alles abgeklärt. Es war eher nasses Land, und oberhalb gibt es einen kleinen Wald. Dort ist der Felsen zum Vorschein gekommen. Wir haben die untere Hälfte des Rutsches wieder reparieren können. Die Elementarversicherung wollte auch nicht mehr zahlen, weil das Land nicht wertvoll sei. Nun hält sich dies alles still, da hat sich nichts bewegt, aber nun hat sich ringsherum alles gelöst. Die Weide ist eigentlich trocken und eine der besten. Südlich ausgerichtet.

Wie geht es jetzt weiter?
Nächsten Montag werden die Geologen wieder kommen. Die Anrissstellen werden wir mit der Feuerwehr Sigriswil abdecken. Wir werden das Möglichste tun, um den Hang zu retten, aber ob man überhaupt etwas retten kann, das ist die Frage. Eigentlich wäre ich jetzt mit dem Vieh als Nächstes auf diese Weide gegangen, aber die fehlt mir jetzt auch. Die Alpsaison hört sicher früher auf. Aber das ist nun so. Zum Glück ist uns und dem Vieh nichts passiert. Wäre das Ganze in der Nacht geschehen, hätten wir nichts gemerkt

Seinen Anfang nahm das Unglück am Freitagnachmittag. Die Tochter der Familie Aebersold entdeckte, dass die Hühner das Weite gesucht hatten. Sie alarmierte die Eltern. Am Freitagabend war der Erdrutsch gemäss Aebersold bereits 80 Zentimeter tief gewesen. Am nächsten Morgen hatte sich die Erde bereits um 1,40 Meter gesenkt. Das Erdmaterial war bis zu 300 Metern tief gerutscht. Wie der zur «Jungfrau Zeitung» sagte, sind rund 3 bis 4 Hektaren betroffen. blu

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Quelle: schweizerbauer.ch