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Zufuhr von proteinreichen Futtermitteln begrenzen

  • Der Beitrag ist eine Weiterentwicklung des aktuellen Programms für graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF). – Braunvieh Schweiz

Im Grasland Schweiz soll zur Milch- und Fleischproduktion das Potential des pflanzlichen Proteins im Gras ausgeschöpft werden. Der vorgeschlagene Beitrag für die reduzierte Proteinzufuhr zur Fütterung raufutterverzehrender Nutztiere soll die Proteinversorgung der Wiederkäuer mit vorwiegend betriebseigenem Futter fördern.

Dieser Beitrag ist eine Weiterentwicklung des aktuellen Programms für graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF). Die Ziele sind  standortangepasste Tierbestände zu fördern und die Nährstoffüberschüsse zu reduzieren.

Grasbasis und reduzierter Kraftfuttereinsatz

Im Rahmen der Agrarpolitik 2014-2017 wurde das Programm Graslandbasierte Milch und Fleischproduktion (GMF) eingeführt. Zwei Jahre nach Einführung von GMF wurde eine Evaluation durchgeführt. Obwohl das Programm positive Beiträge zu diversen Aspekten leistet, identifizierte das Bundesamt für (BLW) Schwachstellen, unter anderem bezüglich Schliessung der Stickstoff (N)- und Phosphor (P)-Nährstoffkreisläufe.

Anschliessend wurden durch das BLW die Branchen und die spezialisierten Institutionen eingeladen, über die Weiterentwicklung des GMF und die Zielsetzungen zu diskutieren. Als Ergebnis wurde u.a. festgehalten, dass das oberste Ziel der neuen Massnahme wie folgt lauten soll: Erhaltung einer standortangepassten Wiederkäuerproduktion auf Grasbasis und reduziertem Kraftfuttereinsatz. Der Begriff «standortangepasst» beinhaltet einerseits eine am Betriebsstandort angepasste Futtermittelproduktion und andererseits dem betrieblichen Raufutterpotenzial angepasste Tierbestände.

Begrenzung der Rohproteinzufuhr

Der nun vorgeschlagene Beitrag für die Begrenzung der Rohproteinzufuhr in der Rindviehfütterung wurde seit 2017 in Zusammenarbeit mit den Branchenvertretern und Fachexperten schrittweise konkretisiert. Mit der Begrenzung der Rohproteinzufuhr soll die Proteinversorgung der Tiere vorwiegend mit betriebseigenem Futter sichergestellt werden.

Dies soll zu standortangepassten Tierbeständen und einer standortangepassten Fütterung führen. Daraus resultieren geschlossenere Nährstoffkreisläufe. Ein regional erhöhter Anfall von Hofdüngern soll so verhindert werden. Die Massnahme unterstützt die Tierzuchtstrategie des Bundes.

Differenzierungspotential

Im Vergleich mit den Nachbarländern wird in der Schweiz weniger Kraftfutter in der Rindviehfütterung eingesetzt. «Es ist ein grosses Anliegen, diese vorteilhafte Situation beizubehalten», hält das BLW fest. Die Reduktion des Einsatzes von proteinbasiertem Kraftfutter wie Sojaschrot in der Rindviehfütterung biete ein Differenzierungspotential gegenüber dem Ausland und könne einen Beitrag zur Mehrwertstrategie leisten.

Die Berechnung einer Futterbilanz wird für die Beitragsausrichtung keine Voraussetzung mehr sein. Im Vergleich zu GMF wird gemäss BLW eine administrative Entlastung für die Bewirtschafterinnen und die Bewirtschafter erreicht.

Die durch den neuen Beitrag befürchtete Intensivierung der Grasnutzung durch eine erhöhte N-Düngung – um den Proteingehalt des Futters zu erhöhen – wird durch die Suisse-Bilanz und die geplante Abschaffung der 10%-Toleranz begrenzt.

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Quelle: schweizerbauer.ch