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Wolf: Bund soll Schäden vollumfänglich tragen

  • Wölfe sind bei der Wahl ihrer Beute sehr anpassungsfähig, doch sie jagen hauptsächlich Huftiere. Der Wolf ist ein Hetzjäger und Opportunist: Er reisst Beute, wann immer sich eine günstige Gelegenheit bietet. – Marcel Langthim

Der Bund soll die Kosten, die durch Wildtiere wie der Wolf entstehen, vollumfänglich übernehmen. Der Nationalrat hat einer entsprechenden Motion von Fabio Regazzi (Mitte/TI) mit 106 zu 85 Stimmen bei 3 Enthaltungen zugestimmt. 

Regazzi wies auf die steigende Anzahl Wölfe hin. Innerhalb von zwei habe sich der Bestand verdoppelt. «Gemäss aktuellen Schätzungen gibt es rund 130 Wölfe in mindestens 11 Rudeln. Dieses exponentielle Wachstum erfreut zwar Schutzverbände und urbane Umweltschützer, verursacht aber auch immer mehr Probleme, insbesondere bei den Bauern in den Alpenkantonen sowie auch bei den Tourismusakteuren», sagte der Nationalrat.

Immer mehr Schäden

Tatsache sei, dass die Ausbreitung des Wolfes unaufhaltsam zu sein scheine und die Situation inzwischen ausser Kontrolle geraten sei. Die Folge sei, dass die Schäden durch Grossraubtiere weiter zunehmen würden, sagte der Tessiner. Zu spüren kämen das insbesondere Bergbauern.

Deshalb will er den Bund verpflichten, mehr an die Kosten zu bezahlen. «Meine Motion fordert, was selbstverständlich sein sollte, nämlich dass, wenn eine Art nach Bundesrecht als geschützt erklärt wird und diese Art Schäden verursacht, der Bund selbst die volle Verantwortung und den entsprechenden Schadenersatz dafür übernehmen muss», sagte Regazzi.

Er fordert eine Änderung des Artikels 10 der Jagdverordnung « Die Schäden, die durch die in der Verordnung erwähnten geschützten Arten entstehen, sollen vollumfänglich vom Bund getragen werden», so Regazzi.

Jagdgesetz ändern

Bundesrätin Simonetta Sommaruga argumentierte vergebens, dass im Jagdgesetz festgelegt sei, dass der Bund 80 Prozent der Schäden übernehme. «Dieser Grundsatz wurde auch in der Revision des Jagdgesetzes, die Sie 2019 vorgenommen haben, noch einmal bestätigt», so die Bundesrätin.

Um den Grundsatz anzupassen, müsse das Gesetz geändert werden. «Der Bundesrat kann nicht auf ein Gesetz, das etwas anderes vorsieht, eine davon abweichende Verordnung erlassen. Um dies zu ändern müsste eine Motion zum Jagdgesetz eingereicht werden», führte die Umweltministerin aus. Die Mehrheit der Nationalrat stimmte dem Begehren des Tessiners zu. Die Motion geht nun an den Ständerat.

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Quelle: schweizerbauer.ch