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Winterportulak – ein robuster Schweizer

  • Die wilden Vorfahren des Portulaks leben verstreut von Mexiko bis Südkanada in berg- und küstennahen Gebieten und wurden schon von den Indianern genutzt. – psr

Die regionale Winterküche hält mehr bereit als Rüebli und Rosenkohl. Viele der einst traditionell genutzten Sorten und Arten sind jedoch fast verschwunden. Mit dem Projekt «Saison-Lieblinge» stellt sie die Stiftung ProSpecieRara nun ins Rampenlicht. Wir stellen einige Pflanzensorten vor, die nicht bekannt, dafür umso besser sind. Geheimtipps für den Teller sozusagen.

Er trägt den «Winter» nicht zufällig im Namen, in der kalten Jahreszeit hat er seinen grossen Auftritt. Wie so viele Gemüsearten, die wir heute ganz selbstverständlich als er Gemüse konsumieren, ist auch der Winterportulak eigentlich ein Immigrant.

Seine wilden Vorfahren leben verstreut von Mexiko bis Südkanada in berg- und küstennahen Gebieten und wurden schon von den Indianern genutzt. Siedler brachten ihn von dort in die Karibik und weiter nach Australien, von wo er wiederum 1749 nach Westeuropa gelangte.

Maximal 12 Grad 

Der Weitgereiste hat sich in der jedoch bestens integriert und kommt mit dem hiesigen Klima so gut zurecht, dass er uns im Winter mit frischem Grün versorgt. Frost kann ihm nichts anhaben und im frostfrei gehaltenen Gewächshaus wächst er sogar und kann den ganzen Winter über immer wieder geschnitten werden.

Dass er sich im kühlen Klima explizit wohl fühlt, beweist die Tatsache, dass seine nur bei maximal 12 Grad überhaupt keimen. Alles andere ist ihm zu warm.

Wintersalat vom Feinsten

Seine rautenförmigen Blätter, die auf einem langen Stiel thronen, haben einen guten Biss und bringen Struktur in den Salat, geschmacklich erinnern sie an Nüsslisalat.

Auch auf warmen Speisen macht sich eine Handvoll Winterportulak als Topping gut und – um die Weltreise zu komplettieren – in der asiatischen Küche wird er gerne kurz gedämpft genutzt.

Verwirrende Namensgebung

Der deutsche Begriff «Portulak» wird verwirrenderweise für zwei verschiedene Gartenpflanzen benutzt: für den (Gemüse-)Portulak Portulaca oleracea subsp. sativa und für unseren Winterportulak Claytonia perfoliata.

Zwar kann man beide Arten als Schnittsalat verwenden, botanisch gesehen haben sie jedoch nichts miteinander zu tun. Unseren Winter-Liebling findet man zudem unter den Namen Tellerkraut, Postelei und Kubaspinat (letzterer geht auf seine karibische Vergangenheit zurück).

Winterportulak gibt es ungefähr von Oktober bis März auf Wochenmärkten, in ausgewählten Coop Supermärkten oder in Hof- und Bioläden.

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Quelle: erbauer.ch