Anzeige
 

Vier Wochen ohne Militärpferde

  • Anja Tschannen hat mit ihrem Freibergerpferd Haydo die Rekrutenschule im Sommer 2020 absolviert. – ats

Mit dem eigenen Freibergerpferd als Trainsoldatin in der Schweizer Armee: Anja Tschannen erzählt im Trainblog von ihren Erlebnissen während der Sommer-Rekrutenschule 2020. Wenn sie nicht gerade mit dem Trainpferd über Stock und Stein stampft, ist sie als Redaktorin beim «Schweizer Bauer» und als Landwirtin tätig. In diesem Teil geht es um den Start der Rekrutenschule.

Der Tag X, auf den ich nun lange drauf hingearbeitet habe ist eingetroffen. Die Rekrutenschule beginnt. Die ersten vier Wochen dienen der allgemeinen Grundausbildung. Wir werden zu Rekruten, lernen die militärischen Umgangsformen, werden uniform -also alle gleich- indem wir das grüne Tenü erhalten.

Noch ziemlich praktisch das Einkleiden à la Militär. Zuerst wird man von Kopf bis Fuss ausgemessen, dann stellt man sich an die «Fassstrasse» und wir Schritt für Schritt mit dem passenden Material eingedeckt. So würde ich mir effizientes Shopping vorstellen.

Verschiebungen sind das Schlimmste 

Neben der Uniform gibt es die persönliche Waffe, in unserem Fall ein Sturmgewehr, Pistole wäre handlicher so im Umgang mit Pferden, aber man nimmt was man bekommt. Das erste Mal mit scharfer Munition schiessen, fordert uns genauso wie die langen Tage, die Sommerhitze, die Schwemme an Infos und all das Neue. 

Das allerschlimmste aber sind die Verschiebungen, sprich die gemeinsame Deplatzierung des Trainzuges von A nach B im Kampf komplett, sprich mit der Grundtrageinheit (GT), Strumgewehr und dem Kampfrucksack. Da kommt einiges an Gewicht zusammen und mit kurzen Beinen, kommt man ganz schön ins Schwitzen. Ganz davon abgesehen, wurden uns die Kampfstiefel nicht mehr vorgängig, also an der Aushebung ausgehändigt, sondern erst bei RS-Start. 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Anja Tschannen (@anja_tschannen)

Schmerzmittel für meine Schienbeine 

Obwohl ich mich selbstverständlich auf die Rekrutenschule vorbereitet habe, habe ich in den ersten Wochen ziemlich zu beissen.

Mit den Kampfstiefeln kann ich mich so gar nicht anfreunden und mein Körper rebelliert bereits in der zweiten Woche mit einer Knochenhautentzündung an den Schienbeinen. Ziemlich schmerzhaft und um Entzündungshemmer und Schmerzmittel komme ich nicht drum rum.

Endlich in den Stallungen

Es ist spannend in die mir völlig fremde Welt aus verschiedenen Graden, Hierarchien und Regeln einzutauchen. Nach vier Wochen wird es dann aber schon langsam Zeit, dass die Tiere kommen. Schliesslich habe ich mich als Trainrekrut ausheben lassen und bin hier um das Trainhandwerk zu erlernen. 

Bevor die Tiere kommen, dürfen wir nach vier langen und intensiven Wochen endlich in die Pferdestallungen, Material auspacken, Boxen bereit machen, Stroh verteilen, unser Trainzelt (Pausensektor) einrichten. Die Vorfreude steigt und die Stimmung bei den Vorbereitungen der Stallungen ist ausgelassen.  

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Anja Tschannen (@anja_tschannen)

Bisherige Einträge:

Teil 12: Das eigene Pferd auf den Militärdienst vorbereiten
Teil 11: Ich kaufe Haydo zurück
Teil 10: Armeepferde: Start ins Militärleben
Teil 9: Schlusstest für künftige Militärpferde
Teil 8: Militärpferde auf Inspektion vorbereiten
Teil 7: Trainpferde: Karren ohne Kutscher ziehen
Teil 6: Militärpferde auf das Podest stellen
Teil 5: Trainpferde müssen auch Holz ziehen
Teil 4: Die Königsdisziplin der Trainpferde
Teil 3: NPZ bildet die jungen Militärpferde aus
Teil 2: Sein eigenes Pferd der Armee verkaufen
Teil 1: Mit dem eigenen Pferd in die Armee

The post Vier Wochen ohne Militärpferde appeared first on Schweizer Bauer.

ganzen Artikel lesen ▸

Quelle: schweizerbauer.ch