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Untersuchung wegen hohen Düngerpreisen

  • Andrzej Rembowski

Angesichts der Dünger-Rekordpreise in diesem Winter und der belastenden Situation für die lichen Betriebe hat die Generaldirektion Handel der EU-Kommission beschlossen, eine Untersuchung zu den Auswirkungen der Antidumpingzölle, die auf europäischer Ebene auf HAN-Dünger (Stickstofflösungen) angewendet werden, einzuleiten.

 Der Dachverband der EU- und -Genossenschaften, Copa-Cogeca, begrüsst diesen ersten Schritt, der zur Streichung der Antidumpingsteuern führen könnte, und ruft zu zügigem Handeln seitens der Kommission auf.

Produktionskapazitäten beeinträchtigt

«Seit Beginn des Jahres 2021 haben sich die Preise für Stickstoffdünger verdreifacht. Sie machen nun 55% der Betriebsmittelkosten von Ackerbauern in Europa aus. Zusätzlich zu diesem Anstieg waren die Angebotsmengen ausserhalb der Saison niedriger als gewohnt, und bereits jetzt sind sich die Vertriebe in vielen Mitgliedstaaten nicht sicher, ob sie die Nachfrage der bis zum Frühjahr abdecken können», macht Copa-Cogeca aufmerksam.

Diese Bedingungen beeinträchtigten die Produktionskapazitäten der Ackerbauern erheblich, welche auf dem übermässig geschützten europäischen Düngemittelmarkt sowohl der Volatilität der internationalen Märkte für Ackerkulturen als auch einer Wettbewerbsverzerrung gegenüber anderen n weltweit ausgesetzt seien.

Risiko von Versorgungsengpässen

«Die Preise für Düngemittel, insbesondere für Stickstofflösungen, hängen mit der weltweit steigenden Nachfrage nach Düngemitteln und steigenden Gas- und Seefrachtpreisen sowie mit unzureichendem Wettbewerb auf dem EU-Binnenmarkt zusammen», so die Interessenvertretung. Was von der Öffentlichkeit oft ausser Acht gelassen werde, sei die Tatsache, dass die bereits auf EU-Ebene eingeführten Zollbarrieren für Stickstoff sowie Antidumpingsteuern auf HAN ein enormes Hindernis für geworden seien und sie somit überhöhten Preisen und einem realen Risiko von Versorgungsengpässen aussetzten.

«In der Zwischenzeit erzielen europäische Düngemittelhersteller, die sowohl hohe Produktionskosten als auch hohe Verkaufspreise haben, weiterhin überzogene Gewinnspannen», kritisiert Copa-Cogeca.

Ein erster Schritt

Tim Cullinan , COPA-Vizepräsident, sagte als Reaktion auf die Entscheidung der Europäischen Kommission, eine Untersuchung zu Handelsbarrieren zum Schutz des Düngemittelsektors einzuleiten: «Das ist ein erster Schritt. Die Kommission hat sich dazu entschieden, den Bedenken der über den übermässig geschützten Düngemittelmarkt Gehör zu schenken.»

Mit HAN-Preisen von über 750 Euro pro t sei es eindeutig, dass zügig gehandelt werden müsse. Die Lage in einigen Mitgliedstaaten bleibe angespannt. 

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Quelle: schweizerbauer.ch