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Umgebauten Weidestall abreissen

    Der Bund setzt sich vor dem Verwaltungsgericht gegen die Berner Baudirektion durch: Der Umbau eines Weides in ein Ferienhaus in Lütschental muss rückgängig gemacht werden.

    Die Gemeindebehörden von Lütschental sowie die bernische Bau- und Verkehrsdirektion (BVD) waren zu nachsichtig mit dem Besitzer eines Weids, der dieses Gebäude vor 20 Jahren zu einem chaletartigen Ferienhaus umbaute. Das geht aus einem neuen Urteil des kantonalen Verwaltungsgerichts hervor.

    Landwirtschafts- und Baugebiet klar trennen

    Wie dem am Montag veröffentlichten Urteil des Gerichts zu entnehmen ist, muss die Gemeinde Lütschental den Hausbesitzer anweisen, das Gebäude vollständig abzureissen. In diesem Sinn beurteilte das Gericht eine Beschwerde des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE). Dieses hatte sich an das Verwaltungsgericht gewandt, nachdem die BVD letztes Jahr noch grundsätzlich zugunsten des Ferienhausbesitzers entschieden hatte.

    Das Verwaltungsgericht schreibt in seinem 23-seitigen Urteil insbesondere, es bestehe ein öffentliches Interesse daran, dass Landwirtschafts- und Baugebiet klar getrennt würden. Es gehe auch um Rechtsgleichheit. Das heutige, chaletartige Erscheinungsbild und die Grundstruktur des Gebäudes unterschieden sich wesentlich vom ursprünglichen Weidhaus. Das Urteil kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

    Sockel betoniert und Schindeldach ersetzt

    Wie aus dem Urteil weiter hervorgeht, nahm der Besitzer des Weids zwischen 2001 und 2003 ohne Bewilligung mehrere bauliche Veränderungen am Gebäude vor. So ersetzte er die eingestürzte, bergseitige Rückseite des Weidhauses durch eine Winkelstützmauer aus Beton und betonierte das Sockelgeschoss und die Böden. Aus dem alten Schindeldach wurde ein Eternitdach. Als der zuständige Regierungsstatthalter von diesen Änderungen erfahren hatte, ersuchte er die Gemeinde Lütschental um Eröffnung eines Baupolizeiverfahrens. Die Gemeinde gab dem Hausbesitzer die Gelegenheit, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen, worauf der Mann aber verzichtete.

    Die Gemeinde verpflichtete in der Folge den Mann, einen von ihm erstellten Anbau abzubrechen und das Erscheinungsbild des Gebäudes mit Steinplatten optisch in den alten Zustand zu versetzen. Das Dach und die Stützmauer müsse er aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht wieder entfernen. Bereits gegen diesen Entscheid führte das ARE Beschwerde, doch wurde diese von der kantonalen Bau- und Verkehrsdirektion im vergangenen Jahr im Wesentlichen abgewiesen.

    In regionalem Plan vermerkt

    Die BVD wies unter anderem darauf hin, der sei in einem regionalen Richtplan Weidehäuser von 1997 als erhaltenswert vermerkt. Es gebe ein öffentliches Interesse an der Erhaltung traditioneller Kulturlandschaften und am Weiterbestand landschaftsprägender Bauten im Alpenraum.

    Das Verwaltungsgericht wertet aber den Grundsatzes der Trennung von Bau- und Landwirtschaftsgebiet höher als dieses Argument der BVD. Der erwähnte Plan sei ausserdem ein regionaler Richtplan, der für Private nicht verbindlich sei. Durch den eigenmächtigen, nicht bewilligungsfähigen Wiederaufbau des lange Zeit stark vernachlässigten s zu einer temporären Ferienwohnung habe sich der Hausbesitzer einen Vorteil verschaffen wollen, auf den er in der Landwirtschaftszone keinen Anspruch habe.

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    Quelle: schweizerbauer.ch