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Tessiner Olivenöl neu kulinarisches Erbe

  • Olivenöl aus der bleibt auch künftig eine Rarität. – zvg

Das in der verwendete Olivenöl stammt zu fast 100 Prozent aus dem Ausland. Doch es gibt auch ein solches aus der , wenn auch nur in marginalen Mengen. Nun wurde das «Olio d’oliva ticinese» im September 2021 ins Inventar des kulinarischen Erbes der aufgenommen.

Das Olivenöl gehört zu den beliebtesten Speiseölen in der . Meistens stammt es aus Italien, Spanien oder Griechenland. Die Importe von Olivenöl boomen: in den letzten 20 Jahren vermehrfachten sich diese von 7847 auf 19’090 Tonnen. Wertmässig handelt es sich aufgrund der hohen Preise mit 101,5 Millionen Franken um das wichtigste Pflanzenöl bei den Importen.

Wertmässig ist Olivenöl das gefragteste Pflanzenöl. Bei der Menge überragte das preisgünstige Sonnenblumenöl dieses jedoch – im Jahr 2020 wurden 44’970 Tonnen eingeführt. 

Start mit 2000 Liter

Seit mehreren gibt auch Olivenöl aus der . In kleinen, aber steigenden Mengen. Denn der Olivenbaum (Olea europaea), das klassische Gewächs des Mittelmeerraums, gedeiht auch im Tessin. Lange Zeit fanden sich die Bäume vor allem in Privatgärten wieder. Das änderte sich vor 30 Jahren sich. Reaktiviert wurde der Olivenanbau Ende der 1980er-Jahre . Bis Mitte 2021 sind im Tessin im Sotto- und Sopraceneri knapp 7700 Olivenbäume erfasst worden. Aufgrund der Klimaerwärmung verbessern sich die Bedingungen für die Bäume. 

Die Mengen stiegen von Jahr zu Jahr. 2020 wurden im Kanton Tessin 2000 Liter «Olio d’oliva extravergine» aus Früchten gepresst, die auf dem Boden des Südkantons gewachsen und gereift sind, teilt Agridea mit. Gut ein Drittel der Sorten ist bekannt. Am häufigsten sind Leccino, Frantoio und Pendolino. Ascolana ist eine Sorte für Tafeloliven. An vier Standorten hat Pro Specie Rara Haine mit Tessiner Olivenbäumen unbekannter Sorten angelegt.

Fünf Sorten

Verkostet wurde das Öl im vergangenen Juli. Die fünf Olivenöle bewegten sich im Bereich von leicht bis mittel und recht fruchtig. Kommerzialisiert werden gemäss Agirdea nicht alle. «Am ehesten kann man «Olio del Ceresio» (Oliven vom Ufer des Luganersees) von Tamborini, «Olio Amorosa» (Sementina-Gudo; Sopraceneri) von Delea oder «L’or da Gandria» von der Associazione Viva Gandria kaufen», heisst es weiter.

Das «Olio d’oliva ticinese» ist im September 2021 ins Inventar des kulinarischen Erbes der aufgenommen worden. Tessiner Olivenöl wird aber eine Rarität bleiben. 

Fröste zerstörten Bäume im Mittelalter

Olivenbäume haben im Tessin eine lange Tradition. Das älteste bekannte Dokument, in dem Olivenbäume erwähnt werden, ist eine Verkaufsakte, die im Jahr 769 ausgestellt wurde, schreibt Agridea. Die Rede ist von einem «olivetallo meo in ipso vico Campellione», von «meinem Olivenhain im Dorf Campione» (heute Campione d’Italia (I) bei Lugano).

Die ersten Bäume im Tessin dürften von den Römern gepflanzt worden sein. Das Olivenöl diente vor allem als Lichtquelle. Das Aufkommen von billigeren Ölen und der Elektrizität nahm dem Olivenöl langsam die Bedeutung. Fröste im den Jahren 1494, 1600 und 1709 zerstörten die Bäume komplett. «Später opferte man sie Maulbeerbäumen, um die Seidenraupenzucht zu forcieren», schreibt Agridea.

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Quelle: erbauer.ch