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Ringier wegen Schleichwerbung für Bauern gerügt

  • Die vier Porträts waren nicht als Werbung deklariert: «In Zusammenarbeit» reiche nicht für eine klare Abgrenzung zwischen redaktionellem Teil und Werbung, hält der Presserat fest. – Screenshot er Illustrierte

Der Presserat hat die Onlineplattform blick.ch und die Zeitschrift «er Illustrierte» des Ringier-Konzerns wegen der mangelnden Trennung von bezahltem und redaktionellem Inhalt gerügt. Die Zeitschrift veröffentlichte eine von den Bauern bezahlte Serie, ohne dies auszuweisen. Die Onlineplattform Abstimmungspropaganda ohne Kennzeichnung als Werbung.

Dabei ging es um einen Artikel im Vorfeld der Abstimmung vom 7. März über die elektronische Identität. Wie der Presserat am Freitag festhielt, reicht der Hinweis auf blick.ch «in Kooperation mit …» nicht, weil der Artikel im üblichen Erscheinungsbild veröffentlicht wurde.

Nicht klar deklariert

So hob sich die Abstimmungspropaganda des Wirtschaftsverbands Digital Switzerland nicht ausreichend vom redaktionellen Inhalt ab. Der Hinweis war auch leicht überlesbar, so dass der Artikel nicht klar als Werbung deklariert war.

Erst die dritte und finale Version entsprach den Anforderungen, wie der Presserat schreibt. Der eindeutige Satz, wonach es sich um politische Werbung handle mit der Autorenzeile «Das ist ein bezahlter Beitrag, präsentiert von …» habe die nötige Transparenz geschaffen.

Schleichwerbung für Bauern

Auch die «er Illustrierte» verstiess gegen das Gebot der Trennung von bezahltem und redaktionellem Inhalt. Zwischen April und Juni 2020 veröffentlichte die Zeitschrift eine vierteilige Reportage-Serie im Rahmen der Aktion «Mehr im Teller» über Bauernhöfe.

Finanziert wurde das von Agro-Marketing Suisse, der Vermarktungsfirma der Bauernorganisationen. Ausgewiesen wurde die Finanzierung gemäss dem Presserat nicht. Bei der ersten Reportage war zwar vermerkt, sie sei in Zusammenarbeit mit den er Bauern entstanden.

Erst im letzten Artikel stand indessen «in Zusammenarbeit mit Agro-Marketing Suisse und dem er Bauernverband», was gemäss der Rüge nicht reicht. Damit die Leserschaft nicht in die Irre geführt wird, müsse die Zusammenarbeit in jedem einzelnen Beitrag klar als kommerziell und bezahlt deklariert werden.

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Sorgen wegen Native Advertising

Der Rat erinnert im weiteren daran, dass die Kennzeichnungspflicht von Werbung auch für die sozialen Medien gilt. So befand er den Hinweis «gesponsert» auf einer -Seite als ungenügend. Stattdessen empfiehlt der Presserat die eindeutige Kennzeichnung «Bezahlte Werbepartnerschaft».

Überhaupt beunruhigt den Presserat die Verbreitung des sogenannten Native Advertising Sorgen, also Werbung im «bekannten Umfeld» einer Publikation, die sich kaum vom redaktionellen Inhalt unterscheidet. Die Zeitungsverlage seien zwar unter Druck, Werbeeinnahmen einzufahren.

Kommerzielle Artikel im Gewand eines redaktionellen Texts würden ihnen aber einen Bärendienst erweisen. Sie zeugten «von einem Mangel an Respekt vor der Leserschaft und untergraben die Glaubwürdigkeit des Journalismus», schreibt der Rat.

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Quelle: erbauer.ch