Anzeige
 

Rahmenabkommen: Das fordert die Schweiz

  • Die Positionen der und der EU liegen weit auseinander. – Heinz Röthlisberger

Seit dem Besuch von Bundesrat Guy Parmelin in Brüssel wirft die EU der vor, sie wolle ihr unangenehme Bereiche aus dem Rahmen ausklammern. Nun zeigt ein vom «Sonntagsblick» publizierter Auszug des Verhandlungsmandates, was die wirklich fordert.

Die EU kritisierte, man habe schliesslich das gemeinsam ausgehandelt und müsse nun lediglich noch die drei offene Punkte Lohnschutz, Staatsbeihilfen und Unionsbürgerrichtlinie klären.

Die Forderungen der gingen jedoch zu weit. Das akzeptiere die EU nicht. Die ihrerseits bestreitet die Absicht, Bereiche einfach ausklammern zu wollen.

Umstrittene Unionsbürgerrichtlinie

So etwa streiten Bern und Brüssel über die Unionsbürgerrichtlinie. Diese ist in der hoch umstritten, weil sie die Sozialhilfeansprüche und das Aufenthaltsrecht von EU-Bürgern verbessern sowie deren Ausweisung erschweren würde.

Der Bundesrat fordert daher die «explizite Ausschliessung von der Übernahme» jener Teile der Unionsbürgerrichtlinie, «die über die Arbeitnehmerfreizügigkeit hinausgehen», heisst es in den publizierten Mandats-Auszügen.

Darin pocht Bern darauf, sieben Bereiche explizit auszuschliessen. Dazu gehören das Recht auf Daueraufenthalt, mehr Rechte für nicht-erwerbstätige, entlassene und stellensuchende EU-Bürger sowie ein verstärkter Ausweisungsschutz.

Forderungen beim Lohnschutz

Eine EU-Beamtin hatte kurz nach dem Treffen zwischen Parmelin und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen jedoch klar gemacht, dass die dies EU nicht akzeptieren wird. Bei der Freizügigkeit gehe es um Personen und nicht nur um Arbeitnehmende.

Beim Lohnschutz steckt das Mandat ebenfalls einen engen Rahmen. So soll die «Schutzwirkung der aktuell geltenden Massnahmen» erhalten bleiben – unabhängig von der Weiterentwicklung des EU-Rechts und der Rechtsprechung des EU-Gerichtshofes (EuGH).

Um dies zu gewährleisten, fordert die die Sicherstellung «des Grundsatzes ‹gleicher Lohn für gleiche Arbeit›». Auch soll das «duale Vollzugssystem der mit der Sozialpartner» explizit im Rahmen genannt werden.

«Gleicher Lohn für gleiche Arbeit»

Die EU anerkenne das Prinzip «gleicher Lohn für gleiche Arbeit», heisst es seitens der EU-Beamtin. Die solle durchaus Massnahmen ergreifen können. So kommt Brüssel der bei der Kautionspflicht für EU-Unternehmen, die ihren Zahlungspflichten nicht nachgekommen sind, entgegen.

Im Gegenzug will die einer reduzierten Voranmeldefrist – neu vier statt acht Tage – zustimmen, die aktuell für Risikobranchen wie etwa dem Bau- oder Reinigungsgewerbe gilt.

Laut der Abschrift des Verhandlungsmandats fordert die aber, dass Kautionspflicht und Voranmeldung künftig für alle EU-Unternehmen gelten sollen. Auch will sie über die Anzahl der Kontrollen von Missbräuchen wie Lohndumping weiterhin selber bestimmen.

Die er Forderungen beim Lohnschutz gehen Brüssel zu weit. Die EU-Beamtin machte gegenüber Journalisten deutlich, Die EU wolle die er Massnahmen nur akzeptieren, wenn diese proportional und nicht diskriminierend seien.

Staatsbeihilfen: Lösung möglich

Bei den staatlichen Beihilfen dürfte dem Vernehmen am ehesten eine Einigung möglich sein. Die will gemäss Mandatsabschrift verhindern, dass die künftigen Beihilferegeln nicht auf andere angewendet werden können. Dabei zielt der Bundesrat vor allem auf das Freihandels -EU aus dem Jahre 1972 ab, das die EU gerne modernisieren möchte.

Nun dürfte klar werden, warum Bundespräsident Parmelin nach dem Treffen mit von der Leyen von «erhebliche Differenzen» bei den Positionen zwischen der und der EU sprach.

The post Rahmen: Das fordert die appeared first on er Bauer.

ganzen Artikel lesen ▸

Quelle: erbauer.ch