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«Nutri-Score diskriminiert Vollmilch»

  • Nutri-Score ist eine freiwillige -Kennzeichnung durch die Produzenten. Sie zeigt auf, wie ausgewogen ein Produkt auf einer Skala von A bis E zusammengesetzt ist. – zvg

Die Schweizer Milchproduzenten halten die Verwendung der ampel Nutri-Score für eine zu einfache Antwort auf eine komplexe Fragestellung.

Mit dem Nutri-Score werden einzelne aufgrund ihrer Nährstoffe bewertet. «Dies ist nicht der richtige Ansatz, um die Qualität und die gesundheitlichen Aspekte beurteilen zu können», halten die SMP am Freitag in einer Mitteilung fest.

Summer aller entscheidend

Die Qualität der Ernährung werde nicht durch ein einzelnes , sondern durch die Summe aller aufgenommenen bestimmt. «Das Ampelsystem auf dem Produkt ist deshalb nicht umfassend und es kann falsche Botschaften vermitteln. Eine Bewertung auf Basis der pyramide wäre aus Sicht der SMP besser geeignet, da die Ernährung gesamthaft betrachtet wird», heisst es weiter.

Wie die SMP weiter schreiben, tragen gemäss wissenschaftlichen Erkenntnissen hoch verarbeitete dazu bei, dass Menschen insgesamt mehr essen und eher übergewichtig werden. Dies erhöhe beispielsweise das Risiko für für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Deshalb sollte aus der Sicht der SMP der Nutri-Score  den Verarbeitungsgrad der – unverarbeitet, einzelne verarbeitete Zutaten, verarbeitete und hoch verarbeitete – in die Bewertung einbeziehen.

SMP fordern Anpassungen

Der Nutri-Score hat aus der Sicht der SMP negative Folgen für Milchprodukte. «Vollmilch und Vollmilchprodukte, ebenso aromatisierte Milchprodukte wie Fruchtjoghurt sowie Käse und Butter werden aufgrund des Fett-, Salz- und Zuckergehaltes diskriminiert», kritisiert die Organisation.

Fettreduzierte Milchprodukte hingegen werden besser bewertet als Vollmilchprodukte. «Obwohl es keine belegbaren Vorteile einer Reduktion von gesättigten Fettsäuren in Bezug auf zum Beispiel koronare Herzkrankheiten gibt», heisst es in der Mitteilung weiter. 

Deshalb fordern die SMP zwingend Anpassungen in den Bewertungskriterien. «Die aktuelle Nutri-Score-Bewertung erreicht das Ziel einer gesünderen Ernährung für weite Teile der Bevölkerung nicht», lautet das Fazit der Organisation.

Wie funktioniert der Nutri-Score?

Der Nutri-Score hilft, ähnliche rasch zu vergleichen und die gesündere Wahl zu treffen. Er kennzeichnet mit einer farbigen Skala von A grün (= ausgewogen) bis E rot (= unausgewogen). Der Score wird mittels einer wissenschaftlich validierten Formel ermittelt. Dabei werden positive und negative Aspekte miteinander verrechnet.

Zu den positiven Aspekten gehören der Gehalt an Früchten, n, Hülsenfrüchten, Nüssen, gewissen Ölen, Nahrungsfasern und Eiweiss. Umgekehrt tendiert der Score umso stärker in den roten Bereich, je mehr Zucker, Salz, gesättigte Fettsäuren und Energie ein enthält.

Der Nutri-Score ist keine absolute Bewertung. Er dient dazu, ähnliche miteinander zu vergleichen. BLV

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Quelle: schweizerbauer.ch