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Neu: Migros mixt Fleisch und Pflanzen

  • Unter der Marke «The Mix» kombiniert die Migros Würste, Gehacktes oder Burger Schweizer Fleisch mit pflanzlichen Bestandteilen. – Migros

Vegetarische Produkte erfahren, zwar auf einem tiefen Niveau, einen Boom. Von diesem Trend wollen auch Detailhändler profitieren. Die Migros unter der Eigenmarke «The Mix» in Würsten und Burger Schweizer Fleisch und pflanzliche Bestandteile.

Die Migros ist nach eigenen Angaben die erste Schweizer Detailhändlerin, die sogenannte Hybridfleisch-Produkte anbietet.

40 Prozent weniger Fleisch

Die Zürcher Detailhändlerin will damit vom Trend zu einem tieferen Fleischkonsum profitieren. Es gibt Konsumentinnen und Konsumenten, die aber nicht auf Fleisch nicht verzichten möchten. Bei «The Mix»-Artikeln wird der Fleischanteil um mindestens 40 Prozent reduziert. Produziert werden die Produkte von Micarna. Die Migros-Tochter mischt Schweizer Fleisch zusätzlich mit Rüebli, Tomaten, Champignons oder Erbsenprotein. 

In den Filialen der Migros gibt es solche Hybrid-Produkte in Form von Burgern, Grillwürsten, Nuggets, Gehacktem oder als Hackballs zu kaufen. Die neue Eigenmarke startet mit fünf Produkten aus den Sortimenten Fleisch, Geflügel und Charcuterie. Mitte Juni kommt zusätzlich ein hybrides Knackerli hinzu.  

Hohe Wachstumsraten

Ein reduzierter Fleischkonsum gehört in einigen Kreisen zum Lifestyle. Fleischersatz-Produkte weisen hohe Wachstumsraten auf. Laut dem ersten «Fleischersatz-Report» vom Bundesamt für (BLW) haben seit 2016 solche Produkte jedes Jahr um 18,4 Prozent zugelegt.

Dies entspreche seit 2016 nahezu einer Verdoppelung, heisst es im Bericht weiter. Im gleichen Zeitraum wuchs der Fleischmarkt (Frischfleisch, Charcuterie, Konserven und Insekten) im Detailhandel jährlich um 2,0% (Absatz) bzw. 3,0% (Umsatz).

Fleischersatz ist eine Nische

Der Gesamtumsatz von Fleisch- und Fleischersatzprodukten im Schweizer Detailhandel lag 20202 bei 5.43 Mrd. Fr. Davon machten Frischfleisch mit 2.93 Mrd. Fr. und Charcuterie mit 2.27 Mrd. Fr. zusammen über 95 % des gesamten Umsatzvolumens aus. Verglichen mit Fleisch handelt es sich bei Fleischersatz mit einem Marktanteil von 2,3 Prozent im Detailhandel um ein Nischenprodukt.

Bei den Fleischersatzprodukten stieg der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 49,4 Prozent auf 5705 Tonnen. Damit sei das pandemiebedingte Rekordwachstum von 12,1 Prozent der Warengruppe Fleisch deutlich übertroffen worden, schreibt das BLW. Die höchsten Wachstumsraten verzeichneten sogenannte Meat-Analog-Produkte. Das sind Produkte, die wie Fleisch aussehen und schmecken sollen.

Schweizer Bauern profitieren (noch) nicht

Gemäss einer Studie der Berner Fachhochschule und Agroscope zum Thema «Pflanzliche Proteine als Fleischersatz» besteht in der Schweiz Potenzial für den Anbau von Eiweisspflanzen für die menschliche Ernährung. Gemäss dieser Studie würden sich für die Proteingewinnung etwa Lupinen sowie Acker- und Stangenbohnen eignen. Für die Verwendung dieser Rohprodukte in der Produktion von pflanzenbasierten Fleischalternativen müssten diese allerdings zuerst zu proteinreichem Mehl, Konzentraten oder Isolaten verarbeitet werden.

Grund für die ausbleibende Produktion ist das Fehlen einer Verarbeitungsindustrie ist in der Schweiz. «Damit die Schweizer ebenfalls von diesem Wachstumsmarkt profitieren kann, braucht es einen gesamtheitlichen Blick auf die Wertschöpfungskette von der Produktion der Rohstoffe, über deren Aufbereitung und Verarbeitung bis hin zur gezielten Vermarktung», hält das BLW fest. Dafür brauche es entsprechende Initiativen und Investitionen sowie eine gezielte Zusammenarbeit über die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette. 

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Quelle: schweizerbauer.ch