Anzeige
 

Mitholz-Affäre: Weitere Strafanzeige

  • Seit 2018 kam es bei der etwa einen Kilometer von dem Steinbruch entfernten Forellenzucht am Ausflugsziel Blausee immer wieder zu Fischsterben. – zVg

In der Affäre rund um die mutmassliche Umweltverschmutzung und das Fischsterben am Blausee im Berner Oberland ist eine weitere Strafanzeige eingereicht worden. Urheber ist Blausee-Mitbesitzer Stefan Linder.

Wie er am Freitag mitteilte, richtet sich die Anzeige gegen einen Journalisten des «Sonntagsblick» und «allfällige Mitbeteiligte». Geltend macht Linder einen Verstoss gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren im Sinn einer «unlauteren Herabsetzung» sowie Verleumdung und üble Nachrede.

«Fake »

Im fraglichen «Sonntagsblick»-Artikel steht, Linder habe in der Affäre selber Nachforschungen betrieben. Er habe beispielsweise eine junge Lastwagenchauffeurin kontaktiert, welche verunreinigtes Material in den Steinbruch Mitholz gebracht haben soll.

Die Steinbruchbetreiberin SHB AG reichte in der Folge Strafanzeige gegen Linder ein. Sie wirft ihm Nötigung vor. Linder bestreitet, die Frau genötigt zu haben. Der Artikel des «Sonntagsblick» sei «Fake ». Die «Sonntagsblick»-Herausgeberin Ringier AG äusserte sich am Freitag nicht zum Vorwurf.

Drei Strafanzeigen

Damit sind in dieser Affäre nunmehr drei Strafanzeigen bekannt. Die Einreichung der ersten Anzeige machte die Blausee AG im vergangenen Herbst publik. Dies, nachdem sie bekanntgegeben hatte, dass es in den letzten zwei Jahren wiederholt zu grossen Fischsterben in ihren Fischzuchtanlagen gekommen sei.

Die Blausee AG vermutet, dass giftige Rückstände von illegal auf dem Steinbruch Mitholz abgelagertem Tunnelschotter oder Eisenbahnschwellen aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel der Grund dafür sein könnten. In letzter Zeit wurde bekannt, dass in Mitholz auch andere belastete Materialien abgelagert wurden, etwa Pressschlamm.

Giftiger Altschotter

Diese Stoffe müssten eigentlich in gesicherten Deponien verwahrt werden, was seinen Preis hat. Statt das Material ordnungsgemäss zu deponieren, verfrachtete der Transporteur es ins Berner Oberland. Den beiden Zürcher Baustoff-Firmen verrechnete der die Kosten für die legale Entsorgung.

Zuvor enthüllten die Tamedia-Zeitungen und die Sendung «Rundschau» von Fernsehen SRF, dass in dem Steinbruch seit Jahren illegal giftiger Altschotter gelagert worden war. Auch der Aushubschotter von der 2018 gestarteten Tunnelsanierung gelangte dorthin.

Forellensterben

Ebenfalls sollen mit giftigem Imprägniermittel behandelte Bahnschwellen in der Kiesgrube liegen. Der Steinbruch ist explizit keine Deponie. Er darf aber zur Auffüllung sauberen Aushub verwenden.

Seit 2018 kam es bei der etwa einen Kilometer von dem Steinbruch entfernten Forellenzucht am Ausflugsziel Blausee immer wieder zu Fischsterben. Die prominenten Besitzer des Ausflugsziels mit Fischzucht um ex-Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand, vermuteten, dass der Müll dafür verantwortlich sein könnte. Sie reichten vergangenen Sommer Strafanzeige ein. Die Ortschaft Mitholz gehört zur Gemeinde Kandergrund.

ganzen Artikel lesen ▸

Quelle: schweizerbauer.ch