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«Massentierhaltungsinitiative erhöht Importe» 

  • Entwurf eines Sujets für den Abstimmungskampf gegen die Massentierhaltungsinitiative. – Daniel Salzmann

Für den er Bauernverband (SBV) ist die Massentierhaltungsinitiative unnötig. Die heutige Produktion gemäss Tierschutz-Minimalanforderung stelle bereits keine Massentierhaltung dar, hiess es an der SBV-Jahresmedienkonferenz am Dienstag.

In der wird voraussichtlich im Herbst über die Massentierhaltungsinitiative abgestimmt. Diese fordert für die gesamte Tierhaltung den Bio-Standard. Der SBV legte daher an seiner Jahresmedienkonferenz seine Argumente gegen die Initiative dar.

Die Tierhaltung in der ist nach Ansicht des SBV dank umfassenden gesetzlichen Vorgaben, festgelegten Höchsttierbeständen, tierspezifischen Gesundheitsprogrammen oder agrarpolitischen programmen auf einem Niveau, das weltweit seinesgleichen sucht.

Passendes Angebot ist da

Labelprodukte stellten zudem sicher, dass die besonders aufs achtende Kundschaft ein passendes Angebot erhalte. Dieses Angebot sei derzeit grösser als die Nachfrage, hält der Bauernverband fest.

Seit der Einführung des ersten Tierschutzgesetzes 1981 habe sich die Nutztierhaltung in der weiterentwickelt. Nachdem zu Beginn vor allem Mindestgrössen im festgelegt worden seien, seien später immer mehr qualitative Aspekte (Schmerzvermeidung, Krankheitsbehandlung) dazu gekommen.

Weltweites Unikat

Der Bauernverband verwies auch auf Vorgaben zur Ausbildung der Nutztierhalter, zur Beschäftigungsmöglichkeit, zur Fütterung und den Transportbedingungen. Die Einhaltung der Vorschriften werde zudem durch regelmässige Kontrollen sicher gestellt.

Ein weltweites Unikat sind laut dem SBV die gesetzlich vorgegebenen maximalen Bestandesgrössen bei Geflügel, en und Kälbern. Die er Tierhaltung und auch die durchschnittlichen Herdengrössen unterschieden sich generell von jenen im Ausland. Die EU kenne beispielsweise keine Tierschutzvorschriften für Kühe, Schafe oder Ziegen.

Verlust der Wahlfreiheit

SBV-Präsident Markus Ritter erklärte laut Redetext, dass es die Konsumentinnen und Konsumenten bereits heute in der Hand hätten, bestimmte Haltungsformen, wie Bio-Standards, mit ihrem Einkaufsverhalten weiter zu fördern. Die Initiative würde den Verlust der Wahlfreiheit bedeuten, weil Fleisch, , Käse oder Eier nur noch in Bioqualität und -preisklasse erhältlich wären.

Bereits heute sei die zur Versorgung der Bevölkerung auf umfangreiche e angewiesen. Diese würden sich bei einer Annahme der Initiative, speziell beim Geflügelfleisch, Eiern und efleisch, stark erhöhen.

Initiative: Übergangsfrist von 25 Jahren

Die Volksinitiative «Keine Massentierhaltung in der » (Massentierhaltungsinitiative) wurde im September mit 106’000 gültigen Initiativen eingereicht. Diese verlangt, dass spätestens 25 Jahre nach Inkrafttreten der neuen Gesetze alle Nutztiere in der mindestens nach dem Standard der Bio Suisse gehalten werden. Der Bund soll Kriterien für die Unterbringung, den Auslauf, die Anzahl gehaltener Tiere und die Schlachtung festlegen.

Gilt auch für

Dies hätte einschneidende Auswirkungen auf die Nutztierhaltung: Nur noch 2000 Legehennen pro Betrieb, keine künstliche Besamung mehr für Muttere, Anbindehaltung von Kühen nur in Kombination mit Raus-Programm. Pro ist beispielsweise eine Liegefläche von 1,65 Quadratmetern vorgesehen – bei Nicht-Bio-Betrieben sind es 0,9.

Die Initiative soll für die einheimische Nutztiere gelten, aber auch für e. Die Initianten wollen, dass jede Haltung von Tieren, die nicht mindestens den Richtlinien von Bio Suisse entspricht, verboten wird. Die Definition der Massentierhaltung erfolgt über die Gruppengrösse sowie die systematische Missachtung der Grundbedürfnisse der Tiere, heisst auf der Website der Initianten. 

Nutztierhaltung nicht abschaffen

Das Initiativkomitee will die Nutztierhaltung aber nicht abschaffen. Gemäss den Initianten wären Kleinbauern und Alpbetriebe von den Änderungen nicht betroffen, da sie keine «Massentierhaltung» betreiben. Diese könnten sich besser um Tiere kümmern, da bei kleineren Tierbeständen mehr Zeit für das einzeln Tier übrig bleibe. Betroffen von der Initiative wären nur die grossen industriellen «Fleischfabriken», heisst es auf der Website.

Die Initiative würde Kleinbauern die Chance ermöglichen, auf dem Markt zu bestehen und fairere Preise zu erzielen, indem Grossbetriebe mit immensen Tierbeständen diese reduzieren müssen, so die Vorstellung der Initianten. Hinter dem Volksbegehren stehen Personen aus 15 Organisationen. Darunter ist etwa Vera Weber von der Fondation Franz Weber oder Vertreter von Greenpeace oder der Grünen Partei.

Wortlaut der Initiative

neu Art. 80a BV (Landwirtschaftliche Tierhaltung)

1 Der Bund schützt die Würde des Tieres in der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Die Tierwürde umfasst den Anspruch, nicht in Massentierhaltung zu leben. 

2 Massentierhaltung bezeichnet eine technisierte Tierhaltung in Grossbetrieben zur Gewinnung möglichst vieler tierischer Produkte, bei der das systematisch verletzt wird. 

3 Der Bund legt die Kriterien für eine tierfreundliche Unterbringung und Pflege, den Zugang ins Freie, die Schlachtung und die maximale Gruppengrösse je fest. 

4 Der Bund erlässt Vorschriften über den von Tieren und Tierprodukten zu Ernährungszwecken, die diesem Artikel Rechnung tragen.
Art. 197 BV (Übergangsbestimmungen)neu Ziff. ### Die Ausführungsbestimmungen zur landwirtschaftlichen Tierhaltung gemäss Art. 80a BV können Übergangsfristen für die Transformation der landwirtschaftlichen Tierhaltung von maximal 25 Jahren vorsehen. Die Ausführungsgesetzgebung orientiert sich bezüglich Würde des Tiers an Bio Suisse Standards (mindestens Stand 2018). Ist die Ausführungsgesetzgebung zu Art. 80a BV nach dessen Annahme nicht innert 3 Jahren in Kraft getreten, erlässt der Bundesrat Ausführungsbestimmungen vorübergehend auf dem Verordnungsweg.

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Quelle: erbauer.ch