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Klimaplan Grüne: Weniger Fleisch, Steuer auf Kraftfutter

  • Bis 2030 soll die Schweiz «klimaneutral» werden, indem sie die Emissionen im Inland um 50 Prozent senkt, heisst es im Klimaplan der Grünen – Grüne

Die Schweiz soll bis 2030 klimaneutral und ab 2040 klimapositiv sein. Erreichen wollen die Grünen dies mit einem Verbot von fossil betriebenen Fahrzeugen und neuen Erdölheizungen ab 2025. Auch bei der sieht die Partei grosse Veränderungen vor.

Dies geht aus dem konkretisierten Plan der Grünen Partei Schweiz (GPS) für eine klimapositive Schweiz hervor. Die Partei hat die «Schärfung» des im letzten Sommer erstmals präsentierten Plans am Dienstag an einer virtuellen Medienkonferenz dargelegt. Demnach soll die Schweiz ab 2040 im In- und Ausland netto zur Reduktion der Emissionen in die Atmosphäre beitragen.

Ab 2040 klimapositiv

Um ab 2040 klimapositiv zu sein, müssen die CO2-Emissionen gemäss den Plänen der Grünen bereits bis 2030 auf Netto Null sinken und die Schweiz damit klimaneutral sein. Ab diesem Zeitpunkt soll auch der Entzug von CO2 aus der Atmosphäre beginnen.

Zur Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, eine natürliche und eine technische. Die natürliche liegt im Aufforsten und im Erhalt von Wäldern sowie Mooren. Die technische besteht aus der Abspaltung des CO2 und der Lagerung des Schadstoffs. 

Gegenmodell zu Überflussgesellschaft

Parteipräsident Balthasar Glättli sprach sich in der «NZZ am Sonntag» für eine grüne Wertedebatte aus. Er will das grüne Verhältnis zu Verboten entspannen. Als Beispiel nannte er das Verbot von neuen fossilen Autos ab dem Jahr 2025. Dieses Verbot sei liberaler als verkehrspolitische Lenkungsabgaben.

«Wir dürfen keine Angst davor haben, das zu sagen, was mich und viele andere zu den Grünen brachte: dass es ein Gegenmodell zu unserer Überflussgesellschaft braucht», sagte Glättli zur Zeitung. Genügsamkeit könne entscheidend zur Reduktion der Klimabelastung beitragen, schreiben die Grünen in ihrem Klimaplan.

Grüne wollen «Wenigerpartei» werden

Die Partei will gemäss NZZ eine «Wenigerpartei» werden und neue Wählerinnen und Wähler erschliessen. Auf der links-konservativen Seite sieht er weiteres Potenzial: bodennah, globalisierungskritisch sowie Bewahrer der Schöpfung. Damit wollen sich die Grünen gegenüber der SP und den Grünliberalen abgrenzen.

Der Klimaplan der Grünen enthält auch mehrere Massnahmen im Bereich vor. Der Fokus soll mehr auf die pflanzliche Produktion gelegt werden. Zudem soll der Einsatz von importierten Kraftfutter, Saatgut und Dünger reduziert werden. Auch bei Importen schlagen die Grünen Abgaben vor. Zudem will die Partei den Konsum lenken.

Geht es nach den Grünen, produzieren die Schweizer Bauern künftig mehr Hülsenfrüchte.
zvg

Klimaplan für die

Der Plan sieht für die Schweizer folgende Massnahmen vor:

  • Abschaffung Steuerbefreiungen (Treibstoffe) und Emissionsgrenzwerte im sbereich
  • Klimaabgabe auf importierte Dünger, Kraftfutter und Saatgut
  • Reduktion des Fleischkonsums und Förderung von natürlichen Fleischersatzprodukten
  • Erhaltung und Wiederherstellung des Bodens
  • Anpassung von Wäldern und lichen Böden
  • Reduzierter Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln
  • Reduktion des Fleischkonsums und Förderung von natürlichen Fleischersatzprodukten

Bei importierten Lebensmitteln wollen die Grünen auch Massnahmen einführen:

– Klimaabgabe auf importierte CO2-intensive Produkte (Fleisch aus Feed Lots)

– Ökologische Mindeststandards bei importierten Produkten

Nur sichere Systeme für CO2-Entnahme

Erstmals berücksichtigt das Klimapapier der Grünen deshalb explizit auch technische Senken zur Reduktion der CO2-Emissionen. Es müssten aber sichere und ökologisch unbedenkliche Senk-Systeme sein.Weil das beste CO2 jenes sei, das der Atmosphäre nicht entnommen werden muss, setzen die Grünen auf mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Neu enthält das Arbeitspapier eine Pflicht für Solaranlagen auf neuen und bestehenden Bauten.

Neu enthält das Arbeitspapier eine Pflicht für Solaranlagen auf neuen und bestehenden Bauten.
zvg

Weitere bereits bekannte im Klimaplan enthaltende Forderungen und Instrumente sind eine schnelle energetische Sanierung von Gebäuden, höhere Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien über eine Klimabank mit Nullzins und Staatsgarantie, die Einführung von Mobility Pricing oder die Verteuerung der Autobahnvignette.

Bundesrat ist 15 Jahre zu spät

Der Klimaplan 2050 des Bundesrates sei im Vergleich mit dem Vorschlag der Grünen etwa 15 Jahre zu spät, sagte der Zürcher Nationalrat Bastien Girod. Auch die Uno hat 2050 als Datum zum Erreichen der Klimaneutralität festgelegt.

Die Verspätung habe vor allem mit dem «Fehlen eines grundlegenden Wandels in Gesellschaft und Wirtschaft zu tun». Dieses Element sei jedoch im grünen Klimaplan zwingend.

Die volle Wirkung könne der Plan nur entfalten, wenn der Konsum und der Finanzplatz nachhaltiger und verantwortungsvoller werden. Basis für diese gesellschaftliche Transformation müsse eine «selbstbestimmte Genügsamkeit und Lebensqualität» sein, schreibt die Partei im Klimaplan. Dazu gehören laut Girod etwa auch funktionierende Quartiere, in denen wieder «mehr Beziehungen und weniger der Konsum» gepflegt werde.

«Vergleichsweise günstig»

Mit 15 Milliarden Franken bis 2030 seien die Investitionskosten für den Umbau zwar hoch, räumte er ein. Allerdings sei der Klimaschutz verglichen mit den Aufwänden für die Bewältigung der Covid-Krise oder für die Armee «vergleichsweise günstig».

Dem Wirtschaftskomitee, das gleichentags das Referendum gegen das CO2-Gesetz eingereicht hat, warf Parteipräsident Balthasar Glättli eine Verweigerungshaltung vor. Das CO2-Gesetz sei ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es brauche aber viel mehr. Leider bemühten die Gegner immer noch das «Märchen der Freiwilligkeit», mit welcher den Folgen des Klimawandels am besten zu begegnen sei.

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Quelle: schweizerbauer.ch