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IBR bei Kuh in Graubünden nachgewiesen

  • An IBR erkranktes Tier – Virologisches Institut, Universität Zürich

Nach knapp 20 Jahren wurde in der Schweiz die Krankheit Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR) bei einer Kuh nachgewiesen. Der Betrieb aus der Region Prättigau/Davos wurde sofort gesperrt. Das Tier wurde geschlachtet.

Seit 1993 hat die Schweiz den Status «Frei von IBR». Nun ist die gemäss Tierseuchengesetz auszurottende Tierseuche bei einem Rind im Kanton Graubünden festgestellt worden.

Abort-Untersuchung

«Im Zusammenhang von Untersuchungen von einem Rinderabort wurde im Dezember 2020 bei einem Rind im Kanton Graubünden ein Verdacht auf IBR festgestellt», schreibt das Amt für und Tiergesundheit am Mittwoch in einer Mitteilung.

Um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, wurde das Rind umgehend geschlachtet. Der betroffene Betrieb wurde gesperrt. Weitere Analysen im Referenzlabor sind im Gange. Der Kanton klärt ab, mit welchen Tieren das erkrankte Rind Kontakt hatte. Sämtliche Betriebe mit Rindern, die Kontakt mit dem betroffenen Tier hatten, werden vorbeugend gesperrt.

Ausrottungsprogramm in den 1980er-Jahren

Die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR) trat in der Schweiz erstmals im Jahr 1977 massiv auf. Die Krankheit wurde mit einschneidenden Massnahmen bekämpft. 1983 wurde ein Ausrottungsprogramm gestartet. 1993 schliesslich erreichte die Schweiz den Status «Frei von IBR». Das Programm zur Ausrottung kostete 135 Millionen Franken.

Gemäss Mitteilung kann sich eine Tierseuche in der Schweiz durch den regen Tierhandel rasch ausbreiten. «Um eine Ausbreitung präzis abzuklären und eine weitere Ausdehnung einzudämmen, braucht es eine lückenlose Überwachung des Tierverkehrs und entsprechende labordiagnostische Abklärungen», heisst es weiter. Um den Status «Frei von IBR» zu erhalten und Schäden für die Viehhalter zu verhindern, muss eine Ausbreitung der Krankheit mit unter allen Umständen unterbunden werden.

Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR)

IBR ist nicht heilbar. Ist ein Tier infiziert, kann sich der Erreger, ein Herpes-Virus, über längere Zeit ohne Symptome im Nervensystem der Tiere verstecken. Die Krankheit kann jederzeit, zum Beispiel bei Stress, wieder ausbrechen. Dabei werden jeweils Viren ausgeschieden, die andere Tiere anstecken können. Deshalb müssen alle infizierten Tiere getötet werden. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Sie befällt vor allem Rinder.

Der Erreger ist ein Virus der Gattung Varicellovirus. Er wird durch direkten Tierkontakt (vor allem Mastbetriebe) oder über die Luft übertragen (Tröpfcheninfektion). Ausscheidungen der Nasen und Augen, bei Aborten das Fruchtwasser und die Plazenta sowie der Samen angesteckter Stiere enthalten den Seuchenerreger. Zudem kann die Krankheit indirekt übertragen werden, z.B. über Futtertröge und Geräte. Auch Tiere ohne Symptome können den Erreger lebenslang ausscheiden.

Impfstoffe gegen die Krankheit existieren, sind aber in der Schweiz nicht zugelassen.

-> Mehr zur Krankheit gibt es hier

 

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Quelle: schweizerbauer.ch