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Hier soll die Autobahn in den Tunnel

  • Die Autobahninfrastruktur um Bern ist in den Stosszeiten seit Jahren überlastet. Wie hier am Ostring – Bund

In der Stadt Bern geht es noch 20 bis 25 Jahre, bis die Autobahn im Ostring in einem Umfahrungstunnel verschwindet. Schon jetzt liegen aber erste Ideen auf dem Tisch, wie man die frei werdende Fläche nutzen könnte.

Boulevards zum Flanieren, Parks zum Verweilen, alle Annehmlichkeiten in Fuss- und Velodistanz. Dies dürften die Kernelemente einer neuen Planung werden, so wie sie drei Planerteams diesen Frühling vorlegten.

«15-Minuten-Stadt»

Das erste Team setzt auf die «15-Minuten-Stadt», in der alle wichtigen Infrastrukturen ins Quartier integriert und innerhalb einer Viertelstunde erreichbar sind. Radiale Achsen sollen den öffentlichen Verkehr aufnehmen. Das Wankdorf, der Bahnhof Ostermundigen und das Zentrum von Gümligen werden zu sekundären Agglomerationszentren.

Autobahn A1 soll nicht in Tunnel

Beim Ausbau der Autobahn A1 auf sechs Spuren zwischen Luterbach und Härkingen in den Kantonen Solothurn und Bern soll in Oensingen eine zusätzliche Lärmschutzwand gebaut werden. Das schlägt der Solothurner Regierungsrat vor – und verzichtet auf weitere teure Projektanpassungen. Die Untertunnelung und die 500 Meter lange Einhausung (Überdeckung) in Oensingen stünden «nach wie vor in einem schlechten Verhältnis zu den Kosten», teilte die Solothurner Regierung mit. 

Das zweite Team setzt auf eine Vernetzung von Stadt und Natur. Menschen, Pflanzen, Tiere und Fahrzeuge teilen sich den Strassenraum. Angestrebt wird eine starke Umlagerung auf öffentlichen und Langsamverkehr. Auch ein verantwortungsvoller Umgang mit der Landschaft schwebt den Planern vor, so dass auch eine lokale Nahrungsmittelproduktion entstehen kann.

Dem dritten Team schwebt eine «Mosaikstadt» vor, deren zahlreiche Quartiere und Infrastrukturen von einem radialen Bewegungsstrang zusammengehalten werden. Der Verkehr soll Bestandteil des urbanen Lebens bleiben, aber es gilt Tempo 30 als Regelfall. Identitätsstiftend sollen die Grünräume werden.

Der Umfahrungstunnel soll rund 3,7 km lang werden. Doch das dürfte noch rund 20 Jahre dauern.
Bund

75 Prozent weniger Verkehr

Die Autobahninfrastruktur um Bern ist in den Stosszeiten seit Jahren überlastet. Der Bund will mit mehreren Projekten Abhilfe schaffen. Eines davon ist die Verlegung der Autobahn zwischen der Schosshalde und dem Anschluss Muri in einen Tunnel unter der Erde. Oberirdisch fällt dann rund 75 Prozent des heutigen Verkehrs weg und der frei werdende Platz, den die heutige Autobahn benötigt, kann anderweitig genutzt werden.

Die Behörden gehen von einem Zeithorizont von 2045 aus. Noch liegen keine konkreten Projekte vor, noch sind keine Gelder gesprochen oder Investoren an Bord. Wie diese Visionen der Planerteams in konkrete Vorhaben umgemünzt werden, bleibt abzuwarten. Den Dialog mit der Öffentlichkeit haben die Behörden mit den Planerteams bereits gestartet.

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Quelle: schweizerbauer.ch