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Gutes Melkverhalten wird wichtiger

  • Mit den automatischen Melksystemen gewinnt das Melkverhalten an Bedeutung. – Melina Griffin

Seit August 2018 werden im Rahmen der linearen Beschreibung (LBE) in der ersten Laktation durch Züchterbefragungen Daten zum Temperament beim Melken erhoben. Nun konnten erste Zuchtwerte publiziert werden. 

Seit der April-Zuchtwertschätzung 2021 wird bei der Zuchtwert Temperament beim Melken publiziert. Damit liegt der Zuchtverband voll im Trend.

 Immer mehr Grosse

«International gehört das Melkverhalten oder Milking Temperament mittlerweile zu den Standardmerkmalen in der Zuchtwertschätzung. Bei Brown Swiss werden bereits in Italien, Deutschland, Österreich und Frankreich Daten zu diesem Merkmal erhoben. Sobald in diesen Ländern genügend Daten vorhanden sind, sollen auch dort Zuchtwerte für Temperament beim Melken geschätzt werden», sagt Martin Rust, Vizedirektor bei .

Auch bei anderen Rassen kennt man diesen Zuchtwert. In der wird der neue Zuchtwert auch für Original bearbeitet. Auch wenn es nicht der wichtigste Zuchtwert in der Tierzucht ist, stellte eine Nachfrage fest. Man habe immer mehr Grosse und solche mit automatischen Melksystemen. Dort habe das Melkverhalten aufgrund der Arbeitsabläufe mehr Bedeutung als bei kleineren en im , betont Rust.

Umgängliches Verhalten 

Sicher sei, dass keine Verschlechterung des Melkverhaltens in der Rasse feststellbar sei. «Sowohl die Entwicklung bei den Phänotypen wie auch der genetische Trend war bisher stabil. Generell ist der Anteil von Kühen, die sich nur schwer an das Melken gewöhnen, sehr tief», unterstreicht Martin Rust.

Madeleine Berweger von der Qualitas AG geht in ihrer Medienmitteilung davon aus, dass mit wachsenden Tierbeständen und der Verbreitung von automatischen Melkanlagen die «problemlose Kuh» in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Diese Kuh zeichne sich nicht nur durch eine hohe Leistung, sondern auch durch positive Fitnesseigenschaften, ein umgängliches Verhalten und eine gute Anpassungsfähigkeit aus.

Mehrheit ist ruhig

Bei jeder LBE einer erstlaktierenden Kuh wird der Tierhalter nach dem Melkverhalten respektive dem Temperament der Kuh beim Melken befragt. Dabei kann er auf einer Skala von eins bis vier angeben, ob sich die Kuh beim Melken sehr nervös (1), nervös (2), ruhig (3) oder sehr ruhig (4) verhält.

Mittlerweile liegen von knapp 75’000 Tieren Informationen zu diesem Merkmal vor. Wie Madeleine Berweger schreibt, würden 80% der Kühe ein ruhiges oder sehr ruhiges Verhalten beim Melken zeigen. Nur in knapp 7% der Fälle wird angegeben, dass die Kuh sehr nervös ist oder beim Melken schlägt.

Erblichkeit bei 13%

Der Einfachheit halber wird nur noch von Temperament und nicht mehr von Temperament beim Melken oder ​vom Melkverhalten gesprochen. Auch der entsprechende Zuchtwert wird mit Temperament (tem) bezeichnet. Im Modell für die Zuchtwertschätzung wird nebst dem , der Experte innerhalb eines Halbjahres, die Saison innerhalb eines Jahres, das Kalbealter, das Aufstallungssystem sowie das Laktationsstadium berücksichtigt. Die geschätzte Erblichkeit liege bei 13%. Die Publikation des Zuchtwertes erfolgt in der gleichen Form wie bei vielen anderen Zuchtwerten.

Der Mittelwert liegt bei 100 und entspricht der Basispopulation. Die genetische Standardabweichung ist bei 12. Hohe Zuchtwerte deuten auf ein ruhigeres Verhalten hin. Von den Stieren mit KB-Status sind Vero U-Bach beim Original und Bachmann’s BS Anibal Piero bei Brown Swiss die Stiere mit den höchsten Zuchtwerten. Bisher liegt nur ein konventioneller Zuchtwert vor. Ziel ist es, dass der Zuchtwert bald auch auf der Basis der Genomik publiziert wird. 

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Quelle: erbauer.ch