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Grüne Mauer: Bäume gegen Wüste

  • Bei dem Projekt der Grünen Mauer sollen über Tausende Kilometer Bäume wie ein grünes Band in der Sahelzone gepflanzt werden – von Dakar bis Dschibuti. Dies soll die Ausbreitung der Sahara und somit der Wüstenbildung stoppen. – pixabay

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will ein ins Stocken geratenes Umweltprojekt in retten. «Im Lauf von 15 Jahren hat das Vorhaben der Grossen Grünen Mauer Höhen und Tiefen erlebt», sagte Macron bei einer Veranstaltung im Rahmen des Klimagipfel «One Planet Summit» am Montag in Paris.

Dafür übernehme auch er «unseren Teil der Verantwortung», es sei nicht genug Geld eingesetzt worden und es habe am politischen Engagement gefehlt.

Das werde sich nun aber nun mit Milliarden-Investitionen ändern. Zusagen von rund 14,3 Milliarden Dollar (rund 11,8 Milliarden Euro) sind beim Gipfel für das Projekt zusammengekommen.

Über Tausende Kilometer Bäume

Bei dem Projekt der Grünen Mauer sollen über Tausende Kilometer Bäume wie ein grünes Band in der Sahelzone gepflanzt werden – von Dakar bis Dschibuti. Dies soll die Ausbreitung der Sahara und somit der Wüstenbildung stoppen. Damit soll auch gegen Hungersnöte und Dürre in der Region gekämpft werden.

Die Länder kamen allerdings bisher nur langsam voran, nur wenige Bäume wurden gepflanzt. Die Initiative wurde in den 2000ern ins Leben gerufen. Die Sahelzone ist eine Region in , die besonders vom Klimawandel betroffen ist. Dies bringt zahlreiche Konflikte mit sich, weshalb viele Menschen aus den Regionen fliehen.

Der jetzige Beschluss auf dem Pariser Gipfel sei eine «Beschleunigung einer 15 Jahre alten Initiative», sagte Macron. «Wir bereiten wirklich das von 2030 vor.»

Die Herausforderung bis 2030 sei riesig. Er habe sich zum Ziel gesetzt, mindestens ein Drittel der Mittel zu mobilisieren, die bis 2030 für dieses ehrgeizige Projekt benötigt würden, hatte Macron am Vormittag gesagt. Dieses Ziel habe man nun sogar übertroffen. Im Vorhinein hatte es aus Élyséekreisen geheissen, dass für die Initiative rund zehn Milliarden Euro zusammenkommen sollen.

Menschen müssen genügend Essen haben

«Wie Sie wissen, setzt sich Frankreich sehr für die Sicherheit und Stabilität dieser Region ein», so Macron weiter. Diese Sicherheit sei aber nicht nachhaltig, wenn den Menschen in der Region keine Zukunft geboten werde. Deshalb müssten auch Arbeitsplatze geschaffen werden und sichergestellt sein, dass die Menschen in der Region genügend Essen hätten. «Die Vertreibung der Bevölkerung, die Krisen und (…) die Pandemie haben das, was der Terrorismus der ganzen Region angetan hat, noch verschlimmert.»

Die frühere Kolonialmacht Frankreich ist in West massiv im Einsatz gegen Islamistenmilizen vertreten; Mali ist ein Schwerpunkt. «Barkhane» umfasst bis zu 5100 Soldaten. In den Staaten der Sahelzone – einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt – sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben den Terrorgruppen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen.

30 Prozent der Land- und Meeresflächen bis zum Jahr 2030 schützen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich ausdrücklich dazu verpflichtet, den Lebensraum von Tieren und Pflanzen besser zu schützen. Sie  und Emmanuel Macron riefen Partner dazu auf, sich einer globalen Allianz anzuschliessen. Dabei wollen 50 Staaten 30 Prozent der Land- und Meeresflächen bis zum Jahr 2030 schützen. Die Anstrengungen müssten hochgefahren werden, um biologische Vielfalt zu wahren, mahnte Merkel, die bei dem Gipfel per Video zugeschaltet war. Das müsse nicht irgendwann, sondern jetzt geschehen, sonst seien die Konsequenzen unumkehrbar.

Deutschland verpflichtet sich, bis 2030 jeweils 30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. Die EU hatte vor einigen Monaten das 30-Prozent-Ziel schon für die Gemeinschaft der 27 Staaten festgelegt. Beim Gipfel setzte sich unter anderen Costa Ricas Präsident Carlos Alvarado für die Initiative «High Ambition Coalition for Nature and » ein. «Es muss heute gehandelt werden», sagte er. Macron kündigte an, Frankreich wolle das gesetzte Ziel bereits im kommenden Jahr einhalten. Mit der gemeinsamen Verpflichtung habe man nun ein überprüfbares Ziel, sagte der 43-Jährige.

Der «One Planet Summit» war von Frankreich, der Weltbank und den Vereinten Nationen ins Leben gerufen worden – bisher gab es Treffen in Paris 2017, New York 2018 und Nairobi 2019. Ziel ist es, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens zu beschleunigen und mehr Investitionen in den Klimaschutz zu fördern.

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Quelle: schweizerbauer.ch