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Greenpeace will Totalverbot der Fleischwerbung

  • Laut Greeanpeace täusche Fleischwerbung die Konsumenten. – Mike Bauert

Ein Totalverbot für Fleischwerbung hat die Umweltorganisation Greenpeace vergangene Woche gefordert und dazu auf ein von ihr in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten hingewiesen. Demnach wäre ein solches Verbot im Einklang mit nationalem und europäischem Recht.

„Verbraucher bekommen ständig Fleischwerbung vorgesetzt, die mit Billigpreisen lockt, aber die wahren Kosten des Fleischkonsums verschweigt”, kritisierte die bei der Umweltorganisation für zuständige Stephanie Töwe.

Diese Werbung ziele lediglich darauf ab, immer mehr Fleisch zu verkaufen. Ein Werbeverbot könne helfen, den Fleischkonsum zu verringern und so die Klimakrise nicht weiter anzuheizen, Arten zu schützen und Zivilisationskrankheiten zu reduzieren.

Umweltschäden im Preis nicht aufgeführt

Viele der schädlichen und teuren Folgen für Umwelt, Klima und Gesundheit seien im Preis für Fleischprodukte nicht enthalten. Um sinkenden Preisen bei Fleischprodukten entgegenzuwirken, habe Bundessministerin Julia Klöckner im Sommer 2020 angekündigt, Fleischwerbung über den Preis zu verbieten, so Greenpeace.

Das Rechtsgutachten komme allerdings zu dem Schluss, dass ein Verbot von Preiswerbung wahrscheinlich zu mehr irreführender Werbung hinsichtlich der Haltungsbedingungen führen würde.

Überhaupt keine Fleischwerbung mehr zulassen

„Für die Kunden wird eine informierte Kaufentscheidung auch dann nicht möglich, wenn anstatt mit Niedrigpreisen mit beschönigenden Bildern geworben wird”, so Töwe. Das von Ministerin Klöckner geplante Werbeverbot mit Preisen reiche nicht aus.

„Wer Klima, Tiere und unsere Gesundheit vor den fatalen Folgen der Fleischwirtschaft schützen will, darf überhaupt keine Werbung mehr für Fleisch zulassen”, erklärte die Greenpeace-Mitarbeiterin.

Mit scharfer Kritik reagierte der Bundestagsabgeordnete Max Straubinger, auf die Forderung der Umweltorganisation. Er warf Greenpeace vor, aus ideologischen Gründen mit dem fragwürdigen Gutachten Stimmung gegen Fleisch zu betreiben.

Eingriff in die Grundlage der sozialen Marktwirtschaft

Wer solch ein Werbeverbot fordere, „greift die Grundlagen unserer sozialen Marktwirtschaft an“, so Straubinger. Das sei ein nicht hinnehmbarer Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Werbung müsse für alle legal in den Handel gebrachten Produkte erlaubt sein, auch für Fleisch und auch mit Preisangabe.

Ein Werbeverbot für Fleisch wäre fatal für die Schweinehalter. Deutschland sei der drittgrößte Schweinefleischexporteur der Welt, doch leider sei der Schweinemarkt wegen des Ausfalls von Absatzmärkten im Ausland und wegen der coronabedingten Schliessung der Gastronomie nachhaltig gestört.

Geenpeace will Konsumverhalten ändern

Es sei schon bezeichnend für Greenpeace, dass die Organisation zu diesem Zeitpunkt noch eine weitere Belastung für die Bäuerinnen und Bauern erreichen wolle. „Greenpeace hat sich aus ideologischen Gründen der veganen Ernährung verschrieben.

Dieses Gutachten dient einzig dazu, das Konsumverhalten der Bürger zu ändern“, monierte der -Politiker. Es sei der untaugliche Versuch, mit einem fragwürdigen Gutachten Meinungsmache zu betreiben.

Zu keiner Zeit habe es so qualitativ hochwertige Lebensmittel wie jetzt gegeben. „Die Gesellschaft soll sich von einem solchen bestellten Gutachten nicht beeinflussen lassen“, betonte Straubinger.

Billigpreise verringern Tierwohl

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, wies darauf hin, dass „Tiere einen Wert haben, nicht nur einen Preis“. Billigpreisangebote für tierische Erzeugnisse bezeichnete er als „verabscheuungswürdiges“ Ergebnis eines falschen Agrarsystems.

Ein Fleischwerbeverbot fordert er jedoch nicht. Nötig sei ein faires System, bei dem die Landwirte darauf vertrauen könnten, dass notwendige und kostspielige Investitionen in Tier- und Umweltschutz auch honoriert würden.

Genau das aber konterkarierten die tagtäglichen Billigpreisangebote. In der Werbung werde den Verbrauchern weisgemacht, dass Tier- und Umweltschutz zum günstigen Schnäppchenpreis gehe.

Doch dies sei ein Trugschluss. „Diese unlauteren Werbepraktiken gehören beendet“, so der Tierschutzbund-Präsident. Es sei auch schäbig, wenn von Seiten des Handels den Verbrauchern die Schuld in die Schuhe geschoben werde, weil diese eine Preiserhöhung bei tierischen Produkten nicht akzeptierten. Dies funktioniere nicht, wenn der Handel selbst immer die Marschrichtung billig vorgebe. 

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Quelle: schweizerbauer.ch