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Fleischindustrie lehnt Tierbestandsabbau ab

  • In der Neuseeland soll der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen mittels Reduzierung der Tierbestände unterstützt werden. Der Fleischverarbeiterverband wehrt sich dagegen. – zvg

Neuseelands Fleischindustrieverband (MIA) will den kürzlich in einem Bericht der Klimakommission geforderten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen unterstützen, ist mit dem ebenfalls ins Spiel gebrachten Abbau der Tierbestände bei Rindern und Schafen um 15 % jedoch nicht einverstanden.

MIA-Geschäftsführerin Sirma Karapeeva betonte, dass Verarbeiter und Exporteure von rotem Fleisch entschlossen seien, den Einsatz von Kohle zu reduzieren und letztendlich zu beenden, obwohl es schwierig sein werde, dieses Ziel bis 2037 zu erreichen.

Es brauche einen fairen und einfachen Übergang von der Kohle, um sicherzustellen, dass Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen nicht gefährdet würden. «Unsere Hauptsorge ist jedoch, dass ein Rückgang der Tierbe-stände die Lebensfähigkeit einiger Verarbeitungsbetriebe und Arbeitsplätze in ländlichen Gemeinden gefährden kann», stellte die Geschäftsführerin fest.

15% weniger Tierbestand

Die Fleischverarbeiter seien auf einen gewissen Durchsatz von Vieh angewiesen, um effizient und rentabel zu sein. Die Kommission gehe davon aus, dass ohne grössere Änderungen der betrieblichen Praxis und neue Technologien eine Reduzierung der Tierbestände um 15 % erforderlich sein werde, um die Klimaziele für 2030 zu erreichen.

«Dies hätte schwerwiegende Auswirkungen auf die Fähigkeit vieler Verarbeiter, ihre Betriebe wirtschaftlich am Laufen zu halten», warnte Karapeeva. Die Annahme in dem Bericht, trotz solch einer Verringerung der Bestandszahlen das Produktionsvolumen stabil halten zu können, sei zu optimistisch. Hier müssten die Annah-men der Kommission geprüft werden, um die Auswirkungen auf die Branche besser einschätzen zu können.

Nicht aus dem Klimawandel herauspflanzen

Erfreulich sei hingegen, dass die Kommission, ebenso wie der Fleischverband und die Erzeuger, zu der Überzeugung gelangt sei, dass die massive Anpflanzung von Bäumen auf Schaf- und Rinderweisen keine langfristig tragfähige Lösung zur Bekämpfung des Klimawandels darstelle.

«Wir können uns nicht aus dem Klimawandel herauspflanzen», machte Karapeeva klar; dies würde nur negati-ve Auswirkungen auf die Arbeitsplätze im ländlichen Neuseeland haben. Sie wies darauf hin, dass die Rotfleischindustrie jährlich Exporteinnahmen von mehr als 10 Mrd NZ$ (5.9 Mrd CHF) erwirtschafte und gerade in ländlichen Räumen ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor sei.

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Quelle: schweizerbauer.ch