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Die herb(stlich)-süsse Versuchung

  • Beim Grossverteiler wird die gelbe Frucht kaum geführt – fündig wird man allenfalls noch auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen direkt bei der Bäuerin oder dem Bauern. – LID

Äpfel und Birnen lassen sich nicht vergleichen – und Quitten schon gar nicht. Die unvergleichliche Frucht ist in den letzten Jahren aber immer mehr in Vergessenheit geraten. Schade eigentlich, sie hätte weit mehr zu bieten als nur Konfitüre.

Beim Grossverteiler wird die gelbe Frucht kaum geführt – fündig wird man allenfalls noch auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen direkt bei der Bäuerin oder dem Bauern. Aber auch hier ist das Angebot dünn: Wegen der hochansteckenden Feuerbrandkrankheit, die seit 1989 in der Schweiz wütet, wurden viele Quittenbäume gerodet – und nicht wieder ersetzt.

Denn Quitten sind besonders anfällig auf Feuerbrand. Entsprechend bleiben des Öfteren nur nostalgische Erinnerungen an Grossmutters Quittengelée.

Gaumenfreude…

Ist man den goldgelben Früchten im Pelzmantel aber habhaft geworden, präsentieren sie sich als äusserst vielfältig: Kulinarisch hat die Quitte nämlich viel zu bieten und ist sehr anpassungsfähig.

Neben Gelée können Quitten zu Sirup, Kompott sowie Schnaps verarbeitet werden oder sie verleihen einem Gericht die besondere Note: Als Chiliquitten, mit Honig überbacken zu Hartkäse, als Tarte oder als Chutney zu Fleischgerichten wie Lamm oder Wild. Roh allerdings sind Quitten ungeniessbar.

… mit Heilkräften

Das Kernobst ist aber nicht nur auf dem Teller eine Wohltat, sondern auch als Heilmittel seit Jahrhunderten bekannt. In Salben oder Cremes helfen Quittensamen bei rissiger Haut und rissigen Lippen, wunden Brustwarzen oder leichten Verbrennungen.

Daneben enthält die Quitte grundsätzlich viele gesunde Inhaltsstoffe wie Kalium, Kalzium und Eisen. Zudem sind sie reich an Vitamin C und Vitaminen der B-Gruppe sowie Ballaststoffen. Zudem enthalten sie viel Pektin, das den Cholesterinspiegel im Blut senkt und gut für die Verdauung ist.

Mit der Sonne aus dem Osten gekommen

Die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Frucht wurde bereits vor 6’000 Jahren kultiviert. Die alten Griechen nannten die Quitte «Kydomalon», was übersetzt so viel heisst wie «Apfel aus Kydonia». Kydonia heisst heute Chania und liegt im Nordwesten der Insel Kreta, wo die Quitte vermutlich das erste Mal von Menschenhand angebaut worden ist.

Aus «Kydonia» entwickelte sich dann über die Jahre das deutsche Wort «Quitte». Bis heute wächst sie in Armenien und im Iran in ihrer wilden Form. Später verbreiteten die Römer Quittenbäume in ganz Europa, wo sie sich als Schmuckbaum in den Parks von Fürstenhäusern grosser Beliebtheit erfreuten.

reif

Weltweit sind rund 200 Quittensorten bekannt, in der Schweiz werden aber nur ein paar wenige Sorten angebaut wie Ronda, Vranja, Bereczki oder Champion. Wenn die Früchte anfangen, betörend zu duften und sich allmählich gelb verfärben, ist die Zeit der gekommen.

Je nach Sorte ist dies bereits Ende September der Fall, die Quitten-Hochsaison dauert dann von Oktober bis November.

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Quelle: schweizerbauer.ch