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Der Guerillagärtner von Züri

Maurice Maggi will mit seiner floralen Revolution unser Bewusstsein schärfen und lokales Handeln fördern.
Angela Bernetta

Zwischen März und Oktober gibt Maurice Maggi der Stadtnatur mit seinen Blumengraffiti eine Stimme.

m Frühling ist Maurice Maggi mit Pflanzensamen in der Hosentasche überall dort unterwegs, wo er Trostlosigkeit und Einöde im öffentlichen Raum verortet. Seit den 1980er-Jahren gibt der gelernte Landschaftsgärtner und Koch der Stadtnatur mit seinen Blumengraffiti eine Stimme. Besamt Nischen und Plätze mit Wildblumen und -kräutern in Eigenregie. «Pflanzen verändern den öffentlichen Raum. Stadtnatur schafft Begegnungsmöglichkeiten und fördert lokales Denken und Handeln», ist er überzeugt.

Und seine Botschaft kommt an. Er gilt als einer der Wegbereiter des Urban Gardening in der Stadt Zürich. Auch der Fachwelt blieb seine sanfte Revolution nicht verborgen. Mittlerweile klopfen Architektinnen und Landschaftsgärtner ratsuchend an oder lassen ihn an Vorträgen, in Stadtrundgängen oder Kursen sein Wissen vermitteln.

Gärtner und Koch

Was Maggi in der Stadt erreichen will, wünscht er sich auch für die hiesige : mehr Vielfältigkeit. Der Strategie der aktuellen Schweizer Agrarpolitik begegnet der 68-Jährige mit Skepsis, sieht die staatlichen Subventionen eher als Gefahr denn als Nutzen für die . «Es wird sehr viel Geld ausbezahlt, das an genauso viele Bedingungen geknüpft ist, was enorm viel Papierkram generiert und unheimlich viele Leute beschäftigt, die zunehmend auch noch den Überblick verlieren.»

Um der ausufernden Bürokratie und den unerwünschten Folgen der Zahlungen entgegenzuwirken — mit dem heutigen System könne kein Strukturwandel stattfinden —, schlägt Maggi ein bedingungsloses Grundeinkommen für die Bäuerinnen und die vor. Dieses soll sich an der Höhe der monatlichen Subventionen orientieren, aber an keine Vorschriften geknüpft sein, die keinerlei Bewegungsspielraum lassen.

Verwaltung entschlacken

«Bauern und Landwirtinnen sollen als Unternehmer in Eigenverantwortung agieren, ihre Produkte selbst vermarkten und verkaufen können.» Gemäss Maggi könne sich daraus eine vielfältigere entwickeln, die sich an Eigenständigkeit, Kundenbedürfnissen, Umweltschutz und unkomplizierten äufen orientiert. «Und der riesige Verwaltungsapparat würde entschlackt, was wiederum Kosten sparen könnte», ist Maurice Maggi überzeugt.

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Quelle: schweizerbauer.ch