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«Bergler sind zäh und hartnäckig»

  • 90 Personen nahmen am Mahnfeuer teil – zvg

Am Freitag haben innen und e in Europa mit Mahnfeuern auf die Probleme der Ausbreitung des Wolfs aufmerksam gemacht, unter anderem auch in Mathon GR. In der Region hat das Beverinrudel und dessen Leitrüde für zahlreiche Risse gesorgt.

Die Tierhalter appellierten mit den Mahnfeuern an die Politiker und Öffentlichkeit, rasch Massnahmen gegen die massive Ausbreitung des Wolfes zu ergreifen. Sie fordern unter anderem die Rückstufung des Schutzstatus des Wolfes in der Berner Konvention, die koordinierte präventive Regulierung der Wolfspopulation, die Schaffung von Vorranggebiete für die Weidewirtschaft und wolfsfreie Zonen.

Mehr Zäune, Hirten und Herdeschutzhunde sind aus der Sicht der Weidetierhalter weder bezahlbar noch eine Alternative in der dichtbesiedelten Kulturlandschaft und den Berggebieten.

«Das ist aber eine schlichte Lüge»

In Mathon am Schamserberg nahmen am Freitagabend rund 90 Personen am Mahnfeuer teil, darunter Vertreter aus Bauernorganisationen und der Bündner Regierung. Die Nutztierhalter in der Region kommen durch die Risse an ihre körperlichen und psychischen Grenzen.

«Trotz korrektem Herdenschutz wurden Dutzende Schafe gerissen. Uns wurde gesagt, Grossvieh sei nicht gefährdet. Das ist aber eine schlichte Lüge», sagte Christa Buchli, Präsidentin des Bündner Älplervereins. So seien mehrere Esel und Rinder angegriffen worden. Die Betroffenen geben sich trotz der Risse zuversichtlich, dass Massnahmen ergriffen werden. «Bergler sind zäh und hartnäckig. Das wird auch in diesem Fall zum Ziel führen», hielt der Präsident des Bündner Bauernverbandes, Thomas Roffler fest. Er meinte damit eine Eingrenzung der Wolfsbestände und die sofortige Entnahme auffälliger Wölfe ohne langwierige Verfahren.

(v.l.): Thomas Roffler (Bündner Bauernverband), Regierungsrat Marcus Caduff, Christa Buchli (Bündner Älplerverein), Gian Michael (Viamala Tourismus), Thomas Buchli (Naturpark Beverin)
zvg

Entweder Tourismus oder Herdenschutz

Dass die Ausbreitung des Wolfbestandes nicht nur für die Nutztierhalter zu einem Problem geworden, führten Touristiker aus. So kam es in der Region zu Begegnungen zwischen den Raubtieren und Touristen. Problematisch für die Ferienregionen sind die zunehmenden Herdenschutzmassnahmen.

Schafweiden müssen abgesperrt werden, weil Herdenschutzhunde keine Passanten dulden, sagte Grossrat Gian Michael (BDP). Der , der auch im Vorstand von Viamala Tourismus ist, verwies auf den schaftlichen Beratungsdienst «Agridea». Dieser registrierte 2020 bei den Bissunfällen eine Zunahme von 50%. Kühe würden immer ein stärkeres Abwehrverhalten zeigen. Die Folge: Immer mehr Wanderwege werden ausgezäunt oder gesperrt. «Ohne pragmatisches Wolfsmanagement wird man sich künftig in jedem Weide- und Wandergebiet entscheiden müssen: Herdenschutz oder Tourismus. Das eine schliesst das andere aus», sagte Michael weiter.

Verständnis im Unterland steigt

Thomas Buchli, Präsident des Naturparks Beverin, verwies auf die Akzeptanz der Grossraubtieren als zentrales Element. Eine Ko-Existenz sei nur möglich, wenn schnell und unbürokratisch gehandelt werden kann. Das sei wichtig für den Wolfsschutz, derzeit sei die Akzeptanz auf dem absoluten Nullpunkt angelangt. «Problemwölfe, wie die vom Beverinrudel, stellen das Zusammenleben in Frage», mahnte Buchli. Er zeigte die Rolle des Naturparks als Brückenbauer auf. «Der Park hat einen direkten Draht zu Bundesämtern und zu naturverbundenen Gästen», so Buchli. Noch stünde viel Aufklärungsarbeit bevor. Diese sei wichtig, um auf die Probleme aufmerksam zu machen.

In Mathon zugegen war auch die Büdner Regierung. Regierungsrat Marcus Caduff machte der Bevölkerung Mut. in Gesprächen mit Regierungsräten und Bundespolitikern aus dem Unterland habe er festgestellt, dass das Verständnis für die Situation in Graubünden stark zugenommen habe. Dies sei ganz besonders dem Einsatz vieler Bauern und Älpler zu verdanken, die sich in den Medien geäussert haben, führte er aus.

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Quelle: schweizerbauer.ch