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Artenreiche Wälder sind stabiler

  • Insgesamt hatten artenreiche Bestände durch die Versicherung gegen Witterungsschwankungen eine stabilere Biomasseproduktion als Monokulturen.  – Heinz Schürch

Bei artenreichen Wäldern fallen witterungsbedingte Schwankungen des Wachstums geringer aus. Das geht aus einer Studie hervor, die ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) veröffentlicht hat. 

Wie das iDiv in der vergangenen Woche berichtete, sind Wälder mit einem hohen Artenreichtum widerstandsfähiger gegen Stress. Wenn einzelne Baumarten eines Waldes aufgrund von Witterungsextremen weniger wüchsen, könnten andere Arten diesen Ausfall ausgleichen.

So werde die Produktivität des Gesamtsystems sichergestellt und stabilisiert. Laut iDiv hatten die artenreicheren Wälder insgesamt eine stabilere Biomasseproduktion als Monokulturen. Der jährliche Holzzuwachs des Waldes schwanke somit weniger. Zurückzuführen ist das laut der Studie nicht allein auf die Anzahl der unterschiedlichen Baumarten, sondern vor allem auf ihre unterschiedlichen Eigenschaften.

Bezogen auf das Wachstum von Bäumen könne das beispielsweise bedeuten, dass eine Art in einem feuchten und eine andere in einem trockenen Jahr gut wachse. Je unterschiedlicher diese Eigenschaften und je dynamischer die sich daraus ergebenden, wechselseitigen Austauschbeziehungen zwischen den Arten, desto stärker sei die Wachstumsstabilität der gesamten Baumartengemeinschaft.

Nach Angaben des iDiv haben die Untersuchungen ergeben, dass für die Stabilität des Wachstums besonders Faktoren wie die Trockentoleranz sowie die Wasserleit- und Verdunstungsfähigkeit der Bäume entscheidend sind. Je unterschiedlicher eine Waldgemeinschaft in diesen Eigenschaften gewesen sei, desto stabiler sei auch die gemeinschaftliche Biomasseproduktionsrate bei schwankenden Klimabedingungen gewesen.

Die Waldgemeinschaften mit dem gleichmässigsten Wachstum seien also nicht solche, die von trockentoleranten Arten dominiert würden, sondern jene, die sich durch eine Vielfalt an Trockentoleranz- oder Wassernutzungsstrategien auszeichneten.

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Quelle: schweizerbauer.ch