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Agrarinitiativen: Südtirol will von Schweiz lernen

  • Apfel- und Weinbau sind für die Südtiroler Wirtschaft von grosser Bedeutung. – pd

Diskussionen um Pflanzenschutzmittel beschäftigen die Südtiroler . Der Südtiroler Bauernbund will nun die Erfahrungen der Schweizer zu den abgelehnten Agrarinitiativen nutzen.

Die Abstimmungen zu den beiden abgelehnten Pflanzenschutz-Initiativen im Juni in der Schweiz sind auch international verfolgt worden. Denn auch im Ausland gibt es ähnlich lautende Vorstösse.

Abstimmung mit Signalwirkung

So etwa im Südtirol, wo im Trentino kürzlich das «Bio-Referendum» nur auf wenig Interesse gestossen ist. Statt der benötigten Wahlbeteiligung von 40%, gingen nicht mal 16 Prozent zur Urne. Das Quorum wurde damit nicht erreicht. In der Vinschgauer Gemeinde Mals beschlossen die Bürgerinnen und Bürger vor fünf Jahren, dass ihr Dorf frei von synthetischen Pestiziden werden soll. Bisher liess sich dieses jedoch aufgrund von übergeordnetem Recht nicht durchsetzen.

Aufgrund dieser Beispiele und stattfindender Diskussion beschäftigt die Südtiroler die Thematik stark (siehe Kurz-Interview mit Leo Tiefenthaler, Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes). Um von den Schweizer Erfahrungen zu profitieren, lud der Südtiroler Bauernbund (SBB) kürzlich Urs Schneider, stv. Direktor des Schweizer Bauernverbandes (SBV) und Kampagnenleiter gegen die Agrarinitiativen, ein.

Abstimmung mit Signalwirkung

«Die Abstimmung wurde im Südtirol mit sehr grossem Interesse verfolgt – wie übrigens auch sonst im Ausland, vor allem in den Nachbarländern», sagt Urs Schneider. Diese hätten befürchtet, dass ein negativer Entscheid in der Schweiz Signalwirkung gehabt und Verbote oder Einschränkungen befördert hätte. Gerade für eine Region wie das Südtirol hätten ähnliche gelagerte Vorstösse fatale Auswirkungen auf die .

Das Südtirol hat über 18’000 Hektaren Obstanlagen, Weinbau wird auf rund 5500 Hektaren betrieben. Entsprechend wichtig ist die für die gesamte Wirtschaft der autonomen Region im Norden Italiens.

Mobilisierung beeindruckte

Die Vertreter der Südtiroler hätten sich besonders für die Gesamtstrategie mit den Teilen «Besser werden», «Aufklärungskampagne: Wir schützen, was wir lieben» und der «Abstimmungskampagne: 2xNein zu den extremen Agrarinitiativen» interessiert, mit der die Initiativen bekämpft worden seien, sagt Urs Schneider.

«Ich denke, eine wichtige Erkenntnis war, dass man unabhängig von politischen Diskussionen die Themen proaktiv angeht, den Pflanzenschutzmitteleinsatz reduziert und Basiskommunikation und Aufklärung betreibt», so Schneider. Sehr beeindruckt seien die Südtiroler davon gewesen, wie es in der Schweiz gelang, die ganze zu einem Engagement zu bewegen, um am Schluss die Landbevölkerung für den Urnengang zu mobilisieren.  

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Quelle: schweizerbauer.ch