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Weniger Emissionen bei Gülledüngung

  • Mit der Novellierung der Düngeverordnung  dürfen Gülle und Gärreste im Herbst nur noch eingeschränkt auf Acker- und Grünlandflächen ausgebracht werden. – GülleBest

Mit innovativen Methoden lassen sich bei der Ausbringung von Gülle und Gärresten aus die
Ammoniakemissionen um gut die Hälfte senken. Wie die deutsche Universität Hohenheim   mitteilte, sind das erste Ergebnisse des vom Bundeslandwirtschaftsministerium mit 1,7 Mio Euro (1,77 Franken) geförderten Verbundprojekts „GülleBest“.

Durch die Düngeverordnung in Deutschland von 2017 und die Novelle 2020 habe sich das Emissionsproblem noch verstärkt, da nun bereits in bewachsene Felder gedüngt werden müsse, bei denen der Dünger nicht in den Boden eingearbeitet werden könne, berichtete der Düngeexperte der Universität Hohenheim,  Reiner Ruser.

Bei der Forschung zu emissionsärmeren Ausbringungstechniken von Wirtschaftsdüngern habe sich nun gezeigt, dass sich vor allem das Ansäuern von Gülle und Gärresten als besonders effektiv erweise. „Wenn wir einen pH-Wert von etwa 6,0 erreichen, den üblicherweise auch der Boden aufweist, können wir die Ammoniakemissionen um bis zu 55 % reduzieren“, erklärte Ruser.

Auch die Befürchtung, dass es dadurch zu einer vermehrten Freisetzung von Lachgas komme, habe sich nicht bestätigt. Vor allem in Kombination mit der sogenannten Schleppschuhtechnik sei die Ansäuerung auf Grünlandböden sehr wirkungsvoll, stellte der Wissenschaftler fest.

Dabei handle es sich um einen Metallschuh, der das Gras zur Seite drücke, so dass die Gülle direkt auf den Boden gelangen könne. Ausserdem werde im Projekt auch die Schlitztechnik mit injizierter Gülle auf Acker- und Grünland sowie die Ausbringung über einen Schleppschlauch auf dem Acker untersucht. 

Bislang führten laut Ruser alle getesteten Techniken zu vergleichbaren Erträgen, sowohl beim Kornertrag des Winterweizens als auch bei der Biomasseproduktion des Grünlands. Allerdings gebe es Unterschiede bei den Ammoniakemissionen, weshalb weiter an einer Optimierung geforscht werde.

Übergeordnetes Ziel von „GülleBest“ sei es, aus den gewonnenen Daten Düngeempfehlungen für organische Dünger bei unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten und Standorteigenschaften für Winterweizen und Grünland ableiten zu können. 

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Quelle: schweizerbauer.ch