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Trotz China-Ausstieg: Kohlepreis auf Höhenflug

  • Doch trotz all dieser wohlklingenden Ankündigungen ist der Preis für den Rohstoff unlängst durch die Decke. – Christina della Valle

will keine neuen Kohlekraftwerke im Ausland mehr bauen. Und auch Deutschland will sich vom Rohstoff 2038 verabschieden. Weltweit ist der Preis von Kohle unlängst aber stark angestiegen. An der hohen Nachfrage nach Kohle dürfte sich vorderhand dank der brummenden Weltwirtschaft kaum etwas ändern.

Mitte September machte der chinesische Staatschef Xi Jinping in einer Rede bei der UNO in New York das Versprechen: « wird die Unterstützung anderer Entwicklungsländer bei der Entwicklung grüner und kohlenstoffarmer Energie verstärken und keine neuen Kohlekraftwerke im Ausland bauen».

Umweltpolitik verbessern

Das Reich der Mitte hat als Exporteur bisher Hunderte dieser Kraftwerke in anderen Ländern errichtet. Im eigenen Land baut – trotz Kritik von Umweltschützern – aber weiterhin neue Kohle-Kraftwerke. Doch nun betonte Xi, wie wichtig es sei, die globale Umweltpolitik zu verbessern, aktiv auf den Klimawandel zu reagieren und eine Lebensgemeinschaft für Mensch und Natur zu schaffen.

Ähnlich klang es im deutschen Bundestagswahlkampf. Die Parteien überboten sich mit Forderungen nach einem raschen Ausstieg aus dem schmutzigen Rohstoff. Bereits jetzt ist klar: Spätestens 2038 soll im nördlichen Nachbarland das letzte Kohlekraftwerk abgeschaltet werden.

Preis geht durch die Decke

Doch trotz all dieser wohlklingenden Ankündigungen ist der Preis für den Rohstoff unlängst durch die Decke. Der asiatisch-pazifische Preis für Kohle ist innert Jahresfrist massiv in die Höhe geschossen. Aktuell (Stand Donnerstag) müssen pro Tonne 230 US-Dollar auf den Tisch gelegt werden. Noch vor drei Monaten lag der Preis nur bei knapp 110 US-Dollar, vor einem Jahr gar bloss bei circa 50 Dollar.

Laut Rohstoff-Analyst Gabor Vogel von der DZ- ist der Grund für den starken Preisanstieg einfach: Das fossile Urgestein profitiert von einer starken Nachfrage, die von einem anziehenden Strombedarf im Zuge der weltwirtschaftlichen Erholung getragen wird.

Hier spielten die Chinesen eine zentrale Rolle. Denn allen politischen Schwüren zum Trotz: verfeuert mehr Steinkohle als alle übrigen Staaten der Welt zusammen. Ähnlich sehe die Situation auch in Indien aus, wo ebenfalls eine hohe Nachfrage nach Kohle bestehe, heisst es bei den Experten der DZ .

Angebot unter Druck

Doch nicht nur die Nachfrage nach Kohle ist wegen des Aufschwungs der Weltwirtschaft in den letzten Monaten gestiegen. Gleichzeitig hat sich das Angebot verknappt, heisst es weiter. Wegen starker Regenfälle in Indonesien im Frühling habe der wichtigste Lieferant s die Produktion von Kohle nicht ausreichend erhöhen können.

Hinzu kommen politische Faktoren. Australien und streiten sich um den Ursprung des . Deshalb bezieht vorerst keine Kohle mehr aus dem wichtigen Kohleförderland Australien. In selbst erschwerten stärkere sicherheits- und umweltpolitische Massnahmen den Abbau von Kohle weiter und verknappten den Markt zusätzlich. « ist in einer Zwickmühle und offensichtlich bereit, den hohen Kohlepreis zu bezahlen», so das Fazit.

Auch übrige Energiepreise gestiegen

Fairerweise, so muss laut Experten angefügt werden, klettern die Preise auch an den übrigen Energiemärkten derzeit immer höher, wie Commerz-Expertin Barbara Lambrecht in einem Kommentar schreibt. Die Preise für Erdgas etwa sind am europäischen Grosshandelsmarkt unlängst explodiert. Letztmals waren die Preise 2018 so hoch wie aktuell.

Zur Situation am Kohlemarkt betont Lambrecht, dass die Kohleförderung eben auch in selbst mit der starken heimischen Nachfrage nicht Schritt halte. Immerhin hätten im August die lokalen Fördermengen wieder etwas erhöht werden können.

Doch wie geht es mit dem Preis nun weiter? Kurzfristig gehen Experten davon aus, dass die aktuelle Knappheit zwar anhält. Doch könnte sich das Angebot immerhin etwas normalisieren, schreibt die DZ . Der Kohlepreis dürfte dieses Jahr somit zwar hoch bleiben, aber nicht unbegrenzt weiter ansteigen, heisst es.

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Quelle: schweizerbauer.ch