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Tierschutz für Trinkwasser-Initiative

  • Der Schweizer Tierschutz STS wird zum grössten Teil durch finanzielle Beiträge seiner GönnerInnen getragen. Eine eigentliche Mitgliedschaft kennt der Schweizer Tierschutz STS ausschliesslich für Tierschutzvereine oder –verbände, nicht aber für juristische und natürliche Personen. – zvg

Zahlreiche Tierschutzorganisation werben in einem Tierschutzkomitee für die Agrarinitiativen. Sie meinen, dass diese das Tierwohl fördern würden. Auch der Schweizer Tierschutz sieht in der Trinkwasser-Initiative Chancen.

Kürzlich hat sich Hansuli Huber, ehemaliger Geschäftsführer des Schweizer Tierschutzes (STS), in einem Leserbrief wie folgt zu den beiden Agrarinitiativen geäussert: «Mit extremen Forderungen und einseitigen Schuldzuweisungen lassen Initianten und Unterstützer Respekt, Anstand und Wertschätzung gegenüber den Bauernfamilien vermissen.»

Ex-Geschäftsführer gegen Agrarinitiativen

Sehr viele Bauern würden nach Annahme der Initiativen auch wegen des Zerfalls der Biopreise das Handtuch werfen müssen, gibt er zu bedenken und befürchtet weiter, dass stattdessen «dynamische Grossbetriebe» ohne und ohne Ökovorschriften wirtschaften würden, «in Agrar- und Tierfabriken nach ausländischem Vorbild.» So weit die ablehnende Haltung von Huber zur Trinkwasser- und zur Pestizidinitiative.

Mittlerweile weht beim STS unter dem aktuellen Geschäftsführer Stefan Flückiger ein anderer Wind. Zumindest die Trinkwasser-Initiative hat der Dachverband gutgeheissen, da sie eine ökologische und kleinbäuerliche mit geschlossenen Kreisläufen fördere, die durch kleinere Tierbestände auch dem Tierwohl zuträglich seien.

«Zugunsten der Tiere»

Der STS selbst beteiligt sich aber nicht aktiv im Abstimmungskampf. Man möchte die Ressourcen schonen und sich auf die Massentierhaltungsinitiative konzentrieren, deren Stellenwert für die Tiere erste Priorität hat, sagt Flückiger auf Anfrage. Umso mehr machen zahlreiche STS-Sektionen für die Agrarinitiativen Werbung.

In einer Mitteilung eines «Tierschutzkomitees für die Agrarinitiativen» heisst es: «Die anstehenden Initiativen wirken sich direkt und indirekt zugunsten der Tiere aus.» Dies schreiben 21 Tierschutzorganisationen und werben für 2× Ja. Die Tierschützer bezeichnen Betriebe, welche «oft grosse Mengen importierte Futtermittel wie etwa Soja aus Brasilien, wofür Regenwald abgeholzt wird», verwenden, als «industrielle Tierhaltungen».

«Ausstieg aus Tierwohlprogrammen nicht zu befürchten»

Sie begrüssen es, dass für solche Betriebe keine Steuergelder mehr eingesetzt werden. Tierschutzgerecht handelnde Familienbetriebe, welche Tiere in angepasster Zahl halten und denen das Tierwohl wichtig ist, könnten mit den freiwerdenden «Subventionsgeldern» besser unterstützt werden, sind sie der Ansicht. Und: «Ein Ausstieg der Tierhalter aus den bestehenden Tierwohlprogrammen ist nicht zu befürchten.»

In einem konkreten Beispiel nehmen sie die Kälbermast in die Zange (siehe Kasten). Ganz anderer Meinung ist die Tierärzteschaft. Grosse sbetriebe würden aus dem Direktzahlungssystem aussteigen und wären nicht mehr an die Vorgaben für eine tierfreundliche Haltung gebunden, sagen sie. Was sagt der STS dazu? Flückiger: «Wir beurteilen dies anders und sehen in der Trinkwasser-Initiative Chancen für die Transformation hin zu einem nachhaltigeren und tierwohlorientierteren Ernährungssystem und weniger Risiken für Wildtiere.»

Tierwohl im Ausland

Auch die grösste Tierschutzorganisation der Schweiz trotzt den Befürchtungen, dass die Tierhaltung vermehrt ins Ausland verlagert werden könnte und die Schweizer Bevölkerung indirekt mitverantwortlich für Tierleid in anderen Ländern würde. Im Abstimmungskampf müsste die Diskussion in die Richtung höherer Anforderungen für Importe laufen, meint Flückiger.

Man sei mit Vorstössen erfolgreich unterwegs, dass das Thema der Deklaration von in der Schweiz verbotenen Produktionsmethoden bald wieder ins Parlament kommt. «Dort müssen die Anforderungen deutlich verschärft werden, sodass die Importe hinsichtlich Tierwohlstandards dieselben Anforderungen wie die Inlandprodukte zu erfüllen haben», betont Flückiger abschliessend.

Kälbermast in Kritik

Das «Tierschutzkomitee für die Agrarinitiativen» ist auch der Meinung, dass die Trinkwasser-Initiative «Tierwohl statt missbrauch» bringe. Da keine prophylaktischen mehr eingesetzt werden dürften, zwinge dies die , die Haltungsbedingungen zu verbessern. Kritisiert wird die Kälbermast. Kälbermäster kauften Tränker auf, transportierten sie und stellten sie in Mastgruppen zusammen. Dies verursache Stress und die Krankheitserreger von verschiedenen Höfen würden sehr oft zu Erkrankungen führen, denen dann wiederum mit gaben begegnet werde.

«Beispiele wie dieses zeigen, dass gaben überflüssig werden, wenn das Management geändert wird (z.B. Kälber auf dem eigenen Hof aufziehen) oder Stallklima und Hygiene verbessert werden», schreiben sie weiter. Dass Bauern, die auch in acht Jahren noch prophylaktisch einsetzen, keine Subventionen mehr erhalten, liege auf der Hand und sei das Mindeste, das zu verlangen ist. 

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Quelle: schweizerbauer.ch