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Studie/LEH Europa: 13,6 Milliarden Euro Umsatz durch Online-Trend in Gefahr

Die europäischen und deutschen einzelhändler gehören mit einem satten Umsatzplus im Jahr 2020 von 5,3 % in Europa und sogar 7,9 % in Deutschland zu den Profiteuren der Covid-19-Pandemie. Allerdings hinterlässt der zunehmende Anteil des Onlinehandels auch nachhaltig Spuren bei den Margen. Die Pandemie hat den Übergang zum elektronischen Handel in Europa um vier bis fünf Jahre beschleunigt, insbesondere im LEH. In den fünf wichtigsten Märkten liegt der E-Commerce-Anteil jetzt zwischen 3 % (Deutschland, Spanien) und 11 % (UK) des umsatzes. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Euler Hermes zum europäischen LEH.

„Wir schätzen, dass jedes Prozent der verkäufe, das sich ins Internet verschiebt, 13,6 Mrd Euro Umsatz und im schlimmsten Fall bis zu 1,9 Mrd Euro Gewinn  gefährdet – das sind 4 % des Gesamtgewinns in den europäischen Top-5-Märkten“, so Aurélien Duthoit, Branchenexperte für den Einzelhandel bei Euler Hermes.
In Deutschland ist die Durchdringung des E-Commerce im LEH im europäischen Vergleich mit 3 % relativ niedrig. In Frankreich und UK ist die Bedrohung also deutlich größer. Dennoch bestehen auch in Deutschland Risiken. Jedes Prozent der Einkäufe, das sich ins Internet verschiebt, gefährdet auch in Deutschland immerhin rund 2,4 Mrd Euro an Umsätzen und Gewinne zwischen 87 und 324 Mio Euro. Der zögerliche Ausbau des E-Commerce lässt zudem die Türen weit offen für neue Marktteilnehmer. Diese könnten künftig genau in die kaum besetzte Online-Lücke stoßen und den etablierten Marktteilnehmern das Wasser abgraben. Die zunehmende Verlagerung des Handels mit n ins Internet stellt die etablierten Einzelhandelsunternehmen in ganz Europa vor zwei große Herausforderungen: neue Formen des Wettbewerbs und Druck auf die Rentabilität.
Der Online-Verkauf von n ist – unabhängig von der Art der Zustellung – mit Verlusten verbunden. Die Kosten steigen, da ein Teil der Dienstleistungswertschöpfungskette vom Kunden an den Einzelhändler zurückverlagert wird, während die damit verbundenen Kosten nicht vollständig durch die Dienstleistungsentgelte kompensiert werden können.

Foto: Adam Ward/AdobeStock

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