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Starke Turbulenzen auf Kartoffelmarkt

  • Die Corona-Krise sorgte für starke Turbulenzen auf dem Kartoffelmarkt. – Heinz Röthlisberger
  • Die von Blattläusen übertragene Krankheit Viröse Vergilbung sorgte für gelbe Felder, kleine Rüben und damit tiefe Erträge. – SFZ
  • Die Raps fiel mit gut 88’000 Tonnen so hoch aus wie seit 2014 nicht mehr. – Daniel Etter

Ein turbulentes Jahr, geprägt von der Coronakrise neigt sich dem Ende zu. Der richtige Moment für einen Rückblick. Wir lassen das sjahr in elf Teilen Revue passieren. Im fünften Teil werfen wir einen Blick auf den Ackerbau.

Die Kartoffel 2020 liegt laut Schätzungen der Branchenorganisation Swisspatat bei knapp 490’000 Tonnen. Das sind rund 76’000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Anbaufläche lag mit 10’985 Hektaren ungefähr auf Vorjahresniveau, der Ertrag lag bei geschätzt 446 Kilo pro Are und damit über dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Die Corona-Krise sorgte für starke Turbulenzen auf dem Kartoffelmarkt. Während des Lockdowns im Frühjahr legten die Frischkartoffel-Verkäufe massiv zu, der Pommes-Frites-Markt brach hingegen wegen der geschlossenen Gastronomie ein. Für einen ähnlichen Effekt sorgte die erneute Verschärfung der Regeln ab November.

Ertragsausfälle wegen Viröser Vergilbung

Schätzungsweise 220’000 Tonnen Zucker produzieren die beiden Fabriken der Schweizer Zucker AG in Aarberg und Frauenfeld dieses Jahr. 90 Prozent davon wird aus Schweizer Zuckerrüben hergestellt. Die Menge reicht nicht, um die Nachfrage zu decken. Über 100’000 Tonnen Zucker müssten aus der EU importiert werden, erklärte CEO Guido Stäger.

Für viele Rübenbauern war es ein schwarzes Jahr. Die von Blattläusen übertragene Krankheit Viröse Vergilbung sorgte für gelbe Felder, kleine Rüben und damit tiefe Erträge. Einbusse bis zu 50 Prozent waren die Folgen. Die Branche forderte erfolglos eine befristete Wiederzulassung des Beizmittels Gaucho, mit dem die Blattläuse unter Kontrolle gebracht werden könnten. Das Bundesamt für bewilligte stattdessen für nächstes Jahr zwei Blattbehandlungsmittel. Ob diese gegen die Viröse Vergilbung ankommen werden, zeigt sich nächstes Jahr.

Auch in der Fabrik sorgten die kleinen Rüben für Probleme. Die Rollenabstände der Reinigungsanlagen bei den - und Verlademaschinen musste angepasst werden. Dadurch landen auch Steine in der Fabrik, was für Schäden an den Schnitzel-Schneidmaschinen sorgte.

Guido Stäger hofft, die Anbaubereitschaft der Rübenbauern erhalten zu können. «Wir werden intensiv mit den Pflanzern kommunizieren, um ihnen die Chancen des Ansatzes neuer Wirkstoffe und dem Blattlausmonitoring zu erklären. Damit hoffen wir, viele von ihnen zu überzeugen, auch 2021 wieder Rüben anzubauen.»

: Stabile beim Brotweizen

Die Brotweizen- war mit rund 385’000 Tonnen annähernd gleich gross wie in den beiden Vorjahren. Die für die Müller wichtigen Protein- und Feuchtglutengehalte lagen in der 2020 tiefer als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Gesamt- von backfähigem Brot liegt laut provisorischen Zahlen von Swiss Granum mit 418’094 Tonnen (ohne vom Schweizerischen produzentenverband SGPV deklassierte sowie aus Qualitätsgründen nicht backfähige Brotweizenmengen) in der gleichen Grössenordnung wie im Vorjahr.

Die Futter- liegt mit 528’535 Tonnen deutlich über dem Vorjahreswert von gut 481’000 Tonnen. Zurückzuführen ist dies auf vor allem auf eine höhere Futterweizen- und Körnermais- (letzteres ist erst eine Schätzung). Die Futterweizenfläche lag so hoch wie seit 2010 nicht mehr. Mit rund 9’700 Hektaren ist der von der Branche gewünschte Zielwert von 20’000 Hektaren aber weiterhin weit entfernt. Um diesen zu erreichen bräuchte es auch höhere Preise für den Futterweizen.

Ölsaaten: Höchste Raps seit 2014

Die Raps fiel mit gut 88’000 Tonnen so hoch aus wie seit 2014 nicht mehr. Mit verantwortlich dafür ist eine wegen der hohen Nachfrage um rund 1800 Hektaren ausgebaute Anbaufläche. Die geschätzte Sonnenblumen- lag mit rund 14’000 Tonnen unter dem Vorjahr, wobei auch die Anbaufläche abgenommen hat. Mit fast 6’000 Tonnen liegt die Soja auf einem neuen Rekordwert.

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Quelle: schweizerbauer.ch