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Schellen lose umschnallen

  • Eine Handbreite sollte im Frühling zwischen Hals und Riemen Platz finden. – Doris Bigler

Viele Rinder werden im Sommer auf der Alp nicht eingestallt. Zu enge Glockenriemen können im Herbst Probleme machen

In den kommenden Wochen gehen überall in der die Rinder und Kühe z Alp. Viehhändler Rudolf Rubi aus Grindelwald BE transportiert regelmässig Rinder seiner Kunden ins Sömmerungsgebiet und ist auf Alpen unterwegs.

Klauen kontrollieren

Er warnt nun: «Gerade den Rindern, die den Alpsommer über nicht eingestallt werden, werden beim Auftrieb die Glockenriemen sehr häufig zu eng angezogen. Das führt zu Tierleid, wenn der Halsumfang im Lauf des Sommers zunimmt.» Rubi rät, bei behornten Rindern, die nicht aus dem Riemen ausschleifen können, diesen nur lose anzuziehen, bei unbehornten Tieren so fest wie unbedingt nötig. Und die Riemen, falls möglich, regelmässig auf ihren Sitz zu kontrollieren. Und: «Vor dem Aufzug gehört es dazu, die Klauen zu pflegen.»

Diese Aussagen unterstreicht Alpwirtschaftsberater Töni Gujan vom Plantahof GR: «Bei Glocken und Schellen ist es wichtig, dass die Tiere an sie gewöhnt sind – ebenso wie sie an Weidezäune gewöhnt sein sollen. Die Riemen müssen in der Grösse passen, gepflegt sein und bis auf eine Handbreite angezogen werden.» Im Sommer ist der Sitz der Riemen, wenn möglich, zu überprüfen. Auch Gujan rät, die Klauen zu pflegen oder zumindest zu kontrollieren. «Bei Bedarf werden die Rinder auch markiert, geimpft oder gegen Parasiten behandelt.» Zeit dafür bleibe genug. «Die Alpaufzüge werden wohl erst gegen Ende Mai stattfinden, genauere Schätzungen sind noch nicht möglich. Der Schnee ist jedoch auf den Hochalpen schon stark geschmolzen», so Gujan.

Es sollten nur gesunde Tiere gesömmert werden.
Samuel Krähenbühl

Schwache Tiere nicht sömmern

Matthias Grossmann vom Inforama Berner Oberland weist noch auf andere wichtige Vorbereitungen bei den Rindern für die Alpaufzüge hin. Die Aufzüge dürften heuer gemäss Durchschnitt der letzten zwei Jahre ab Mai beginnen: «Kranke oder schwache Tiere haben auf einer Alp grundsätzlich einen schweren Stand und gehören nicht in die Sömmerung. Wichtig ist eine gute , die durch ein frühzeitiges Klauenschneiden bei den älteren Rindern gefördert werden kann.»

Eine allfällige Impfung gegen Gamsblindheit oder Rauschbrand sollte je nach Region in Betracht gezogen werden. Rinder, die den Sommer hindurch nicht eingestallt werden, können schnell verwildern. «Daher sind, wenn möglich, keine scheuen Tiere aufzutreiben. Eine allfällige Parasitenbekämpfung ist mit den Alpverantwortlichen vorgängig abzusprechen», rät Grossmann. Für eine ruhige Alpfahrt rät der er Tierschutz, bei nervösen Rindern Glocken oder Schellen im Transporter zu verstopfen.

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Quelle: erbauer.ch