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Landwirtschaft: EU-Parlament will Artenschutz stärken

  • Das EU-Parlament setzt den Akzent in den kommenden Jahren auf gesetzliche Auflagen für Land- und Forstwirte. – Jai79

Das Europaparlament bezog Stellung zur Strategie der EU-Kommission über die Artenvielfalt. Freiwillige Lösungen fanden keine Mehrheit.

Die EU-Abgeordneten schlossen sich den Zielen der EU-Kommission für eine extensivere an, wonach bis 2030 der Anteil der Bio-Fläche in der EU von heute 10% auf 25% erhöht werden soll. Zudem sollen 10% der lichen Nutzfläche für den Artenschutz bereitgehalten werden.

Versorgungssicherheit nicht vergessen

«Wir nehmen die Krise endlich ernst», betone Pascal Canfin (Grüne), der Vorsitzende des Umweltausschusses im Europaparlament. Alexander Bernhuber, Umweltsprecher der ÖVP im Europaparlament und Chefverhandler der Fraktion der Europäischen Volkspartei für die EU-Biodiversitätsstrategie, plädierte dafür, den Schutz der Artenvielfalt mit den Praktikern aus der Land- und Forstwirtschaft zu erarbeiten.

Die Reduktionsziele in den Bereichen von Pflanzenschutz- und Düngemitteln oder der Anstieg der Bio-Flächen in der EU auf 25% der Landfläche sieht Bernhuber als sehr ambitioniert, für die die Landwirte eine gerechte Entschädigung für Ertragsverluste bekommen müssten. Zudem dürfe über das berechtigte Ziel des Erhalts der Biodiversität nicht die Versorgungssicherheit Europas mit Lebensmitteln vergessen werden.

20% weniger Dünger

Das EU-Parlament setzt den Akzent in den kommenden Jahren auf gesetzliche Auflagen für Land- und Forstwirte. Die Halbierung des Einsatzes von risikoreichen Pflanzenschutzmitteln bis 2030 sollte mithilfe von Gesetzen erreicht werden, fordert das Europäische Parlament in seiner Erklärung, ebenso die Verminderung der Düngemittel um 20%. Allerdings ist dieses Vorgehen unter den Abgeordneten nicht unumstritten.

«Kooperation mit den Landwirten ist wichtiger als das Ordnungsrecht», erklärte der Deutsche Norbert Lins (), Vorsitzender im Agrarausschuss des Europaparlaments. Dieser Ausschuss hatte Änderungsanträge eingebracht, um Einschnitte bei der Durchsetzung des Artenschutzes zu vermeiden.

Pflanzenschutzmittel nicht verbieten

Eine knappe Mehrheit der EU-Abgeordneten votierte für den Änderungsantrag, nach dem Pflanzenschutzmittel nicht nur verboten werden sollen. Stattdessen müssten Landwirte auch Alternativen an die Hand bekommen, etwa über krankheitsresistente Sorten, den Integrierten Pflanzenschutz oder die Präzisions.

Ein Änderungsantrag vom Agrarausschuss des Europaparlaments, der das Ziel von 25% für den Biolandbau in der EU abschwächt, verfehlte allerdings die Mehrheit im Plenum. Die Abgeordneten sind sich dagegen einig, dass erhöhte Umweltstandards nicht durch den Außenhandel unterlaufen werden sollen.

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Quelle: schweizerbauer.ch