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Klimawandel mobilisiert giftige Metalle in landwirtschaftlichen Böden

Der Klimawandel bringt tiefgreifende Veränderungen für die Landwirtschaft mit sich – darunter auch die Mobilisierung giftiger Metalle in den Böden, die das Potenzial haben, Ökosysteme zu destabilisieren und die menschliche Nahrungskette zu belasten. Diese Entwicklungen betreffen besonders leicht saure Böden, die etwa zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen weltweit ausmachen. Eine kürzlich durchgeführte Studie an der Universität Tübingen unter Leitung von Juniorprofessorin Marie Muehe zeigt, dass das krebserregende Cadmium in Böden zunehmend mobil werden könnte.

Die Studie, die von der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) durchgeführt wurde, liefert aufschlussreiche Ergebnisse zu den potenziellen Gefahren, die sich durch den Klimawandel für Böden und die Umwelt ergeben. Laut Klimaprognosen wird die globale Temperatur bis 2100 um zwei bis vier Grad Celsius ansteigen, begleitet von einer Verdoppelung des heutigen Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre. Es wird zudem erwartet, dass die Niederschlagsmengen in Deutschland leicht abnehmen könnten. Diese Kombination aus Erwärmung und reduziertem Niederschlag schafft besondere Herausforderungen für Bodenmikroorganismen, die durch das Cadmium zusätzlich belastet werden.

Während giftige Metalle wie Cadmium in Böden weltweit in gebundener, weitgehend ungefährlicher Form vorkommen, können sie durch Veränderungen im Klima mobilisiert werden und dadurch problematisch werden. Sobald diese Metalle in eine bewegliche Form übergehen, steigt das Risiko, dass sie über Pflanzen in die Nahrungskette gelangen. Cadmium stellt ein besonders kritisches Beispiel dar: Seine toxischen Eigenschaften wirken auf zellulärer Ebene und gefährden die Gesundheit von Mensch und Tier.

Für ihre Studie simulierte das Forschungsteam die Bedingungen einer zukünftigen Wachstumsperiode unter den angenommenen Klimabedingungen des Jahres 2100. Dabei wurden landwirtschaftlich genutzte Böden aus verschiedenen Betrieben in Säulen gefüllt und über den gesamten Zeitraum hinweg untersucht. Das Experiment zeigte, dass die Mobilität des Cadmiums unter diesen veränderten Bedingungen um rund 40 Prozent zunahm, insbesondere in leicht sauren Böden.

Diese Erkenntnisse werfen ein Schlaglicht auf die komplexen Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Bodenzusammensetzung und Bodenlebewesen. Wenn die Konzentration von mobilem Cadmium tatsächlich steigt, könnten landwirtschaftliche Ökosysteme und ihre stabilen Kreisläufe gestört werden. Die Studie weist auch auf potenzielle Auswirkungen auf Treibhausgasemissionen hin, die durch veränderte Bodenprozesse zunehmen könnten. Dies zeigt, wie wichtig es ist, die langfristigen Effekte des Klimawandels auf die Bodenqualität und die Landwirtschaft im Blick zu behalten, um mögliche Risiken für Umwelt und Gesundheit frühzeitig zu erkennen.

https://www.topagrar.com/acker/news/klimawandel-konnte-giftige-metalle-im-boden-mobilisieren-20008439.html

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