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Italien: „Neu-Delhi-Virus muss dringend bekämpft werden“

Der agressive Neu-Delhi-Virus, der von der weißen Fliege übertragen wird, breitet sich in Südeuropa zunehmend aus. Nachdem in Spanien bereits die Tomaten-Produktion betroffen ist, machen sich nun auch italienische Erzeuger auf Sizilien, in Kampanien, Latium und auf Sardinien ernste Sorgen um ihre Produkte. Der Virus tritt sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus auf.

In Spanien sei der Virus bereits vor drei Jahren entdeckt worden, zitiert Italiafruit den Experten Salvatore Walter Davino, Professor an der Universität Palermo. „Auf Sizilien bereitete die Krankheit bisher wenig Probleme. Das scheint sich aber jetzt zu ändern.“
Die sizilianischen Gemüse-Produzenten müssen damit rechnen, so Professor Davino, dass sich der Virus ähnlich rasch vermehrt wie in Spanien. „Ein stärkerer Befall der Tomaten wird nur eine Frage der Zeit sein, verbunden mit der Anpassung des Erregers“, betonte Davino. Der Neu-Delhi-Virus verursacht Flecken, Verformungen oder auch Risse in der Frucht und reduziert so den Anteil der vermarktbaren Mengen.
Auf Sizilien sind nach Angaben des Experten bereits auch Zucchini-Parzellen mit dem Neu-Delhi-Virus infiziert, berichtet Italiafruit. „Die am stärksten betroffenen Gartenbaugebiete sind Marsala, Trapani, Syrakus und Ragusa. Die Krankheit breitet sich im Vergleich zum Vorjahr in überdachten Produktionsanlagen schneller aus.“ Was können die Landwirte tun, um ihre Verluste zu begrenzen? Die einzige echte Waffe, die es gäbe, sei die Prävention. „Wir müssen die weiße Fliege eindämmen, und wir hoffen, dass die Saatgutunternehmen in der Lage sein werden, rasch resistente Sorten zu entwickeln.“

Foto: lurs/AdobeStock

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Quelle: fruchthandel.de Oktober 9, 2019 15:30