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Eierproduktion legt erneut deutlich zu 

  • Die Nachfrage nach Eiern blieb aufgrund der anhaltenden pandemie und den flankierenden Massnahmen ausserdem zusätzlich erhöht und die Produktion von Bioeiern reichte nicht jederzeit, um die überdurchschnittlich hohe Nachfrage zu befriedigen. – Agrarfoto

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (lid) zieht Bilanz über das Jahr 2021. In der Geflügelbranche läuft es gut, sowohl Eier wie auch Fleisch sind gefragt. Mehr dazu im zwölften Teil der Jahresrückblick-Serie.

Die startete auf hohem Niveau in das neue Jahr, obwohl der Jahresbeginn wie üblich noch von Herdenwechseln geprägt war: Damit für Ostern genügend Schweizer Eier im Regal vorhanden waren, werden im Vorfeld die Herdenwechsel so geplant, dass die vorhandenen Stallkapazitäten im März optimal genutzt werden können.

Die Nachfrage nach Eiern blieb aufgrund der anhaltenden pandemie und den flankierenden Massnahmen ausserdem zusätzlich erhöht und die Produktion von Bioeiern reichte nicht jederzeit, um die überdurchschnittlich hohe Nachfrage zu befriedigen. Dafür bewegte sich Nachfrage im Ausser-Haus-Konsum nach Eiprodukten auf tieferem Niveau, sodass die Versorgung in diesem Bereich problemlos sichergestellt werden konnte.

Nach Ostern ging die Nachfrage dann stärker zurück als erwartet.
Katrin Rubin

Trotz der deutlich erhöhten inländischen wurden im Frühling rund 2’000 Tonnen Konsumeier mehr iert als in der gleichen Periode noch zwei Jahre zuvor – im Vor--Jahr 2019.

Nach Ostern ging die Nachfrage dann stärker zurück als erwartet und es wurden nicht alle Konsumeier vom Markt aufgenommen, was zu einer leichten Überproduktion führte.

Nachfrage im Sommer unterdurchschnittlich

Mit der Lockerung der Pandemiemassnahmen verlagerte sich der Konsum wieder mehr ausser Haus, die Gastronomiebetriebe und der Foodservice bestellten jedoch noch verhalten. Ausserdem stieg die Zahl der Legehennen weiter an, sodass bis Ende Juli 5,2 Prozent mehr Schweizer Eier gelegt wurden. Entsprechend wurden deutlich weniger Schalen- und Verarbeitungseier iert.

Denn die Nachfrage blieb im Sommer auf einem unterdurchschnittlich tiefen Niveau – das Sommerloch war grösser als erwartet und die Nachfrage tiefer als im Vor--Jahr 2019. Mit der kühlen Witterung stieg die Nachfrage nach Eiern nur schleppend an und blieb auch im Herbst tief. Entsprechend konnten die Vorräte nur langsam abgebaut werden.

von Konsumeiern gesamthaft kleiner

Aufgrund der hohen Lagerbestände im Sommer und der tiefen Nachfrage bei Schweizer Verarbeitungseiern, mussten diese zu eierpreisen gehandelt werden. Dafür war der von Verarbeitungseiern deutlich tiefer: 901 Tonnen weniger als 2020 und 1’761 Tonnen weniger als 2019.

Trotzdem beantragte die Branche ein Gesuch für ein Zusatzkontingent bei Konsumeiern. Da im Frühling pandemiebedingt rund 2’000 Tonnen Eier mehr iert wurden, wurde befürchtet, dass diese Menge Ende Jahr fehlen könnte.

Per Ende November wurden schliesslich 602 Tonnen Konsumeier mehr iert als 2020 und 216 Tonnen Konsumeier mehr als 2019. Jedoch wurden dieses Jahr seit Anfang Juni gesamthaft weniger Eier iert als im Vorjahr.

57 Millionen Eier mehr

Auf den Winter hin bewegte sich die Schweizer weiterhin auf hohem Niveau. Die Zahl der Legehennen nahm weiter zu, sodass bis Ende Oktober im Vergleich zur Vorjahres-periode fast 57 Millionen mehr Schweizer Eier gelegt wurden – bis Ende Oktober waren es insgesamt rund 950 Millionen Eier.

Obwohl die Nachfrage nach Eiern im Detailhandel unter anderem aufgrund der bevorstehenden Backzeit wieder anzog, erholte sich die Nachfrage nach wie vor nur langsam vom Sommertief – entsprechend waren auch im November die Lager noch voll.

Abschliessend war die Inlandproduktion 2021 gemäss Schätzung des Aviforum um 7,7 Prozent höher als im Vorjahr. Das bedeutet 81,7 Millionen Eier mehr als im Vorjahr. Total legten 2021 rund 3,5 Millionen Hennen 1’145 Millionen Eier.

Die Bio trug überdurchschnittlich zu diesem Wachstum bei. Sie wuchs im vergangenen Jahr um über 11 Prozent auf 219 Millionen Eier.

Nachfrage nach Schweizer Geflügelfleisch ungebrochen 

Der seit 2006 beobachtete starke Aufschwung der Geflügelhaltung setzt sich 2021 fort und steigert in diesem Jahr den Produktionswert voraussichtlich um rund 5 Prozent auf 0,7 Milliarden Franken. Im Jahr 2020 betrug die gesamthafte Pouletproduktion 103’865 Tonnen.

Im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode wurde gemäss Agristat von Januar bis Oktober dieses Jahres aber bereits 3,5 Prozent mehr Inland-Geflügel geschlachtet und verarbeitet. Die bis Ende Oktober gemeldeten Kükenschlüpfe zeigen weiter eine Zunahme um 6 Prozent gegenüber der gleichen Vorjahresperiode.

Die Zahlen zeichnen ab, dass die Konsumentinnen und Konsumenten auch 2021 gerne Schweizer Geflügel kauften.
Proviande

Die Schlüpfe sind laut den Schweizer Geflügelproduzenten aber für eine nur wenig aussagekräftig, da nicht zum vornherein absehbar ist, mit welchem Gewicht die Poulets geschlachtet werden. Die Zahlen zeichnen aber ab, dass die Konsumentinnen und Konsumenten auch 2021 gerne Schweizer Geflügel kauften.

Jahresrückblick 2021

1. Teil: Kulturen saufen ab 
2. Teil: Obstbau Schäden in Millionenhöhe
3. Teil: Gemüse-e wegen Wetter
4. Teil: Wein: Topqualität und historisch tiefe Erträge
5. Teil: Kartoffeln litten unter Nässe
6. Teil: Zuckerwerke sind nicht ausgelastet 
7. Teil: Ein Drittel weniger Brotgetreide
8: Teil: Nachfrage nach nicht gedeckt
9. Teil: Turbulentes Jahr für den Wald
10: Gute Marktlage für Milch
11: Schweine: Preise wie vor 50 Jahren

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Quelle: schweizerbauer.ch