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Die Poire à Botzi hat es ihm angetan

  • Neben unzähligen anderen Früchten produziert Gérard Chenaux auch Büschelibirnen. – Olivier Ruprecht

Auf dem Hof von Obstbauer Gérard Chenaux in Chésopelloz FR gedeiht eine besondere Birne. Die Poire à Botzi AOP ist seit 2007 durch die Ursprungsbezeichnung geschützt und ist vielseitig einsetzbar. 

Der Legende nach sollen sie Freiburger Söldner vor 300 bis 400 Jahren aus der Region Neapel nach Hause gebracht haben: die Poire à Botzi oder auf deutsch die Büschelibirne. Die verhältnismässig kleine Birne – sie darf nicht mehr als 5,5 cm Durchmesser aufweisen – erfreut sich neuerdings besonders in Restaurants wieder grosser Beliebtheit. 

Begrenztes Anbaugebiet

Bei den Restaurants half, dass die Poire à Botzi 2007 mit der Ursprungsbezeichnung AOP geschützt wurde (siehe Kasten). Der Anbau der Poire à Botzi AOP ist deshalb auf den Kanton Freiburg und kleine Teile des Kantons Waadt begrenzt.

Einer, der sich seit vielen Jahren für die Poire à Botzi AOP begeistern kann, ist Obstbauer Gérard Chenaux. Auf seinem Hof in Chésopelloz FR steht inmitten unzähliger Bäume mit diversen Apfel- und Birnensorten auch eine Reihe Poire à Botzi AOP. Diese seien besonders als Begleitung des Kilbimenüs oder zur Herstellung von Vin cuit, Schnaps oder Chutney gefragt. Zudem bleibt die Birne beim Kochen bei guter Konsistenz und kann eingemacht oder eingefroren werden. 

AOP seit 2007

Nach einem Entscheid des Bundesamts für wurde die Poire à Botzi AOP 2007 ins Register der Ursprungsbezeichnung AOP aufgenommen. Daran hatte auch Obstbauer Gérard Chenaux seinen Anteil. Er war während über 20 Jahren Präsident des Freiburgischen Obstverbands, der den AOP-Antrag stellte. Chenaux sieht viel Positives in der AOP-Bezeichnung: «Sie stärkt die Bekanntheit der Poire à Botzi AOP, und die Qualitätsstandards wurden dadurch besser.» Tatsächlich stellt AOP nebst Anforderungen an die Herkunft der Früchte auch welche an die Grösse oder die Lagerung. Ein Kontrollorgan besucht alle zwei Jahre die Betriebe. Teile der Kosten dafür werden vom Freiburgischen Obstverband und vom Kanton gedeckt. rup

«Kein einfacher Baum»

«Die meisten meiner Büschelibirnen verkaufe ich an meinen Cousin, der auf den Markt fährt, und an Manor», berichtet Chenaux. Und selbstverständlich bietet er sie auch in seinem Hofladen an, was ein Hauptgrund war, wieso er vor acht Jahren einen Teil der Bäume neu setzte.

  • Die Büschelibirne erhielt ihren Namen aufgrund der Büschel, in denen sie wächst. – Olivier Ruprecht

«Die Pflege des Büschelibirnenbaums ist nicht ganz einfach. Die Triebe wachsen steil nach oben und müssen gut geführt werden. In den letzten Jahren war zudem der Umgang mit Schorf eine Herausforderung», so Chenaux. Und: Mit dem Klimawandel blühten die Bäume teilweise früher, wodurch sie anfällig für Frost seien. Da gibt es einen wichtigen Unterschied, wie der 64-Jährige erklärt: «Bei der Poire à Botzi AOP sollten 70 bis 80 Prozent der Blüten schliesslich Früchte erzeugen. Bei Äpfeln reichen 10 Prozent.»

Kurzer zeitpunkt

Get wird die in «Büscheln» wachsende Frucht jeweils von Anfang August bis Anfang September. Schwierig sei, den richtigen zeitpunkt zu treffen, weil der bei der Poire à Botzi AOP nur ganz kurz sei. «In guten Jahren n wir dann zwischen 2 und 3 kg/m². In schlechten liegt der Ertrag bei 1 kg/m²», so Chenaux. Meistens folge auf ein schlechtes Jahr ein gutes Jahr und umgekehrt – eine Eigenheit der Poire à Botzi AOP. Für den Verkauf gilt anschliessend ein Richtpreis von 5 bis 6 Franken pro kg. Aber für das Geld müsse man die Poire à Botzi AOP nicht anbauen, so Chenaux. «Im Vergleich ist der Anbau der Birnensorte Conférence finanziell interessanter.»

Dieses Jahr soll der Richtpreis wegen der vielen Unwetterschäden leicht steigen. Viele Obstbauern litten unter Hagel und Frost, weshalb die allgemein etwas tiefer ausfällt. Chenaux kam noch glimpflich davon: «Bei mir kam der Frost glücklicherweise vor der Blüte, und vom Hagel bekamen wir nur wenig ab.»

Betriebsspiegel

Der Betrieb von Gérard Chenaux und seiner Frau Catherine in Chésopelloz FR umfasst acht Hektaren. Darauf werden Äpfel, Birnen, Beeren, Zwetschgen, Pflaumen, aber auch einige Gemüsesorten, angebaut. Diese können im Hofladen gekauft werden. Einige Produkte wie die Heidelbeeren, Bohnen oder Erdbeeren können auch selbst gepflückt werden. Der Betrieb bietet vier Vollzeitstellen. rup

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Quelle: schweizerbauer.ch