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D: Milchmarkt trotz Corona relativ stabil

  • Die schwächere Marktsituation im ersten Halbjahr 2020 führte zeitverzögert zu niedrigeren Auszahlungsleistungen der deutschen Molkereien an ihre Milchbauern. – moritz320

Anlässlich seiner Jahrestagung hat der deutsche Milchindustrie-Verband (MIV) eine Bilanz zum sowie zu verschiedenen wichtigen agrarpolitischen Vorgängen für das bisherige Jahr 2020 gezogen. Demnach war der Markt für Milchprodukte 2020 trotz der Corona-Pandemie relativ stabil, allerdings hatte sich das Konsumentenverhalten zunächst verändert.

Durch den vorübergehenden Wegfall der Belieferung an Hotels, Gaststätten und Gemeinschaftsverpflegung stieg der Bedarf der Haushalte deutlich. Auch in der EU war der Effekt zu spüren. Besonders litten darunter spezialisierte Liefermolkereien für den Grossverbraucher-Bereich. Hingegen stieg die Nachfrage im deutschen und europäischen Detailhandel auf ein Rekordniveau.

34,7 Rappen

Die schwächere Marktsituation im ersten Halbjahr 2020 führte zeitverzögert zu niedrigeren Auszahlungsleistungen der deutschen Molkereien an ihre Milchbauern. Jedoch gibt es regional eine stark unterschiedliche Ausprägung. Der durchschnittliche wird 2020 bundesweit etwa 32,5 Cent (34,7 Rp.) netto je kg Rohmilch betragen bei einem Fettgehalt von 4% und 3,4% Eiweiss.

Die Milchanlieferung in Deutschland liegt im Herbst 2020 witterungsbedingt in Summe etwas über dem Vorjahreszeitraum. Anders als im Vorjahr sind heuer einzelne Regionen innerhalb von Deutschland deutlich stärker von der Trockenheit betroffen, sodass es regional Futterengpässe beziehungsweise geringe Futterreserven für die Wintermonate gibt.

Harter macht Sorgen

Sorgen bereiten dem Milchindustrie-Verband die Vorgänge um den möglichen «harten ». Die Verhandlungen werden intensiv geführt, ein Abkommen mit dem Vereinigten Königreich wird angestrebt. Grossbritannien ist ein grosser Nettoimporteur bei Milcherzeugnissen, es importiert zum Beispiel mehr Käse als es selber produziert. Auch Deutschland wäre vom harten betroffen, die Republik Irland würde besonders unter den Massnahmen leiden.

Freihandel mit Australien und Neuseeland

Mit Spannung und einer gewissen Skepsis erwartet der MIV die Beratungen in Brüssel zu den Freihandelsabkommen mit Australien und Neuseeland. Der Verband gibt zu bedenken, dass die EU-Kommission nicht zu grosse Angebote unterbreiten sollte, da sich auf der Gegenseite das Absatzvolumen für europäische Ware kaum vergrössern werde. Dies gelte insbesondere für den neuseeländischen Markt, wird betont.
Der MIV repräsentiert etwa 80 mittelständische Unternehmen der deutschen Milch- und Molkereiwirtschaft. Mit rund 27 Mrd. Euro (28,8 Mrd. Fr.) Jahresumsatz ist die Milchindustrie der grösste Bereich der deutschen Ernährungsbranche

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Quelle: schweizerbauer.ch