Anzeige
 

Citrusfrüchte: Kältebehandlung für Importware muss zur Pflicht gemacht werden

Europäische Citrus-Lieferanten sehen eine zunehmende Gefahr für die eigene Produktion durch das Einschleppen von CBS und anderen Krankheiten aus der Südlichen Hemisphäre. Deshalb haben sich jetzt Mitglieder der europäischen Alliance of Agro-Food Cooperatives (ACI) in einem Schreiben an die EU-Kommissarin für Gesundheit, Stella Kyriakides, und den Kommissar für , Janusz Wojciechowski, gewandt. Sie forderten darin, eine Pflicht zur Kältebehandlung für in die EU importierte Citrusfrüchte einzuführen. Nur so könne das Risiko begrenzt werden.

„Es macht in der Tat keinen Sinn, dass wir Europäer, wenn wir Citrusfrüchte auf Drittlandsmärkte exportieren, eine Kältebehandlung durchführen müssen, während diese Verpflichtung nicht für die von uns importierte Überseeware gilt“, zitiert Italiafruit News aus dem Schreiben. Die von der EU durchgeführten Präventionsmaßnahmen und die verabschiedeten Rechtsvorschriften (EU-Durchführungsbeschlüsse 2016/715 und 2017/801 der Kommission) seien unwirksam. Es sind strengere Maßnahmen erforderlich, um zu verhindern, dass gefährliche Krankheiten wie CBS die Citrus-Plantagen in Europa befallen. ACI zufolge ist es notwendig, dass die EU-Kommission bei der Definition von Freihandelsabkommen mit Nicht-EU-Ländern die Anerkennung einer angemessenen Gegenseitigkeit der Exportbedingungen im Hinblick auf die phytosanitäre Sicherheit des Produkts erwirken muss. Die Präsidenten Giorgio Mercuri (ACI), Massimiliano Giansanti (Confagricoltura) und Dino Scanavino (CIA) erklärten: „Leider sind die Anstrengungen, die von den europäischen Citrus-Produzenten verlangt werden, im Vergleich mit den unserer Ansicht nach milden phytosanitären Garantien für Importfrüchte zurzeit stark unausgewogen.“ Wie Italiafruit weiter berichtet, hat es in diesem Jahr 60 Beanstandungen bei Citrusfrüchten aus der Südlichen Hemisphäre gegeben. Der letzte Vorfall ereignete sich dem Onlinedienst zufolge vor wenigen Tagen im Hafen von Neapel, wo der Phytosanitäre Dienst der Region Kampanien eine Ladung südafrikanischer Orangen mit Phyllosticta citricarpa, der CBS auslösen kann, entdeckte.
„Wir sind zuversichtlich, dass auf EU-Ebene spezifische Initiativen und vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden können, um die italienische und europäische Citrus-Produktion zu schützen“, betonten die drei Präsidenten.


ganzen Artikel lesen ▸