Anzeige
 

AMI: Apfelmarkt entspannt sich

Die Absatzlage bei Äpfeln hat sich verbessert und die Branche hofft auf eine entspannte Marktsituation im Frühjahr mit festeren Preisen für einzelne Sorten. Ist das eine realistische Einschätzung oder Wunschdenken? Die EU-Apfelvorräte weisen nur noch eine durchschnittliche Größenordnung auf.

Die EU-Apfelvorräte zum 1. Januar liegen zwar noch nicht komplett vor, nach AMI-Schätzung dürften 3,8 Mio t Äpfel lagern. Daraus ergibt sich ein Minus von 300.000 t Äpfel zum Vorjahr, das man durchaus als marktgerecht einstufen kann. Zahlreiche Aktionen beschleunigen das Absatztempo und es gibt erste Ansätze die Preise für Gala anzuheben. Auch Golden Delicious, die zwar noch nicht im Fokus stehen, aber in einer unterdurchschnittlichen Menge lagern, werden nicht mehr zu jeglichen Konditionen geliefert. Innerhalb des EU-Sortimentes gibt es auch Schwachpunkte, wie Elstar mit rekordverdächtigen Beständen in einzelnen Anbauregionen. Aber auch hier scheint man auf einem guten Weg zu sein, die Saison zeitgerecht abzuschließen. Ist damit auch eine Preisanhebung im Februar/März verbunden? Es gibt viele Unwägbarkeiten bei der Einschätzung der weiteren Marktentwicklung für Äpfel. Wichtig ist, sich von dem Stimmungstief der letzten Monate zu befreien und positive Aspekte in den Vordergrund zu rücken.

Die Kauflust der Konsumenten für Obst ist durch die höheren Energiekosten sicherlich gebremst. Es macht wenig Sinn, einen Vergleich zu den durch die Corona-Pandemie gepushten Jahre 2020 und 2021 zu ziehen. In Deutschland sind die Einkaufsmengen für Obst nach einer AMI-Analyse auf Basis der GfK-Haushaltspanels wieder auf das Level von 2018 und 2019 mit rund 3,7 Mio t Obst zurückgefallen. Also eigentlich kein Grund zur Beunruhigung. Veränderungen gibt es aber im Kaufverhalten.

Welche Apfelsorten und Key-Accounts zählen zu den Gewinnern und Verlierern der vergangenen Monate und welche Perspektive ergeben sich daraus für den verbleibenden Saisonabschnitt 2022/23. Leiden die Clubsorten und der Bio-Sektor unter dem preisbewussten Einkaufsverhalten? Was tut sich im EU-Apfelexport und wird der EU-Binnenmarkt entlastet?
Helwig Schwartau, AMI-Marktexperte für Äpfel, analysiert die vergangenen Wochen und wagt einen Ausblick auf die kommende Vermarktungsperiode. Sven Heinsohn, Geschäftsführer der Fruit Point GmbH, spricht über das Desaster bei Überseeäpfeln in der Saison 2022 und deren Einfluss auf die Warenströme 2023. Sind ab dem Frühjahr 2023 weniger Überseeäpfel als im Vorjahr für Europa zu erwarten? In der vergangenen Saison wurden 200.000 t Überseeäpfel für die Europäische Union verladen, davon 45 % Pink Lady/Cripps. AMI

Foto: ExQuisine/AdobeStock

ganzen Artikel lesen ▸

Verwandte Themen