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7 Meter für ein 7000-Liter-Fass

  • Wird im Frühling dicke Gülle mit dem Schleppschlauchverteiler ausgebracht, sollte danach der Wiesenstriegel zum Einsatz kommen. – Markus Wittwer

Wenn Schleppschlauchverteiler nächstes Jahr Pflicht werden, gilt es, das Fass nachzurüsten – oder künftig auf den Lohnunternehmer zu setzen. Das allerdings macht die Schleppschlauchvorteile teils wieder zunichte.

Jetzt heisst es für viele e, sich mit der Anschaffung eines Schlepppschlauchverteilers auseinanderzusetzen.

7 bis 15 Meter Arbeitsbreite

Michael Kohli von der H. U. Kohli AG aus Gisikon LU zur möglichen Nachrüstung: «Die wichtigsten Fragen sind, ob die Fassgrösse für den noch ausreichend ist, ob das Fass in einem guten Zustand ist, ob der wegen der Begrenzung der Achslast das Gewicht des Verteilers auch noch tragen kann und ob die Achse des Fasses verschoben werden kann, damit die Stützlast eingehalten wird.»

Bei einem Fass bis rund 7000 Liter werde meist ein 7-m-Schleppschlauchverteiler montiert, so seine Erfahrung. «Ab 7000 bis 10000 Liter sind es 9 Meter, und darüber kann man je nach Fahrgassen verschiedene Verteiler von 9, 12 oder 15m Breite anbauen.» Je nach Breite ändern sich auch die Kosten, wobei sich die Anbaukosten je nach Fass von etwa 3000 Franken an aufwärts bewegen. «Wir bieten den 7-m-Verteiler ab 16500, den 9-m-Verteiler ab 18500 und die 12-m-Variante ab 23000 Franken an», präzisiert er.

Heikle Frühlingsgülle

«Ein neuer Vakuumkompressor kostet 2000 bis 3000 Franken, und das Fass läuft auch nach 20 Jahren noch sehr günstig.» Zudem könne der Schleppschlauchverteiler nach einigen Jahren wieder an ein anderes grösseres oder auch neues Fass montiert werden: «Beide Maschinen sind immer separate Maschinen.»

So gut der Schleppschlauch bezüglich Emissionen abschneidet: Nicht wenige stehen ihm skeptisch gegenüber. Oft geäussert werden zwei Fragen: Schadet es dem Gras, wenn die Gülle in «Mädli» abgelegt wird? Und wie rasch verstopfen die Schläuche, wenn die Gülle einen hohen Strohanteil hat? Hanspeter Hug, Futterbauberater am Strickhof in Lindau ZH, kennt die Frage nach den Güllemädli: «Das Thema ist im Frühling sehr akut, weil die Gülle dann allgemein dicker ist als im Sommer oder Herbst.»

Allerdings, so Hanspeter Hug, habe die Analyse von Futterproben keine gesicherten Aussagen zur Futterqualität erlaubt, weder bezüglich Futterwert noch bezüglich Befall mit Hefen oder Fäulnisbakterien. «Beim Heuen ist die Gefahr von Verschmutzungen durch Güllereste in jedem Fall kleiner als bei Silage.»

Je flüssiger, desto besser

Eine sichere Methode, um sowohl Güllemädli wie auch Verschmutzungen des Futters zu vermeiden, ist das Verdünnen der Gülle. Hanspeter Hug erwähnt diesbezüglich auch die Separierung der Gülle, die allerdings mit Kosten verbunden ist. «Bei der Separierung könnten die festen Güllebestandteile bis im Herbst gelagert oder auf den Acker ausgebracht werden, während man die restliche Flüssigkeit mit den gelösten Nährstoffen zu Beginn und während der Vegetation ausbringt. Dabei kommen die Vorteile bei Schleppschlauch und Breitverteiler zum Tragen.»

Einen grossen Unterschied zwischen den beiden Ausbringverfahren aber gibt es. Und bei diesem ist der Schleppschlauch der Gewinner. Wegen der Futterverschmutzung und Brennschäden konnte man beim Breitverteiler nämlich nicht auf nachgeschossenes Gras güllen, da dies Verbrennungen auf den Gräsern durch Güllenreste, die auf den Blättern kleben blieben, zur Folge hatte. Mit dem Schleppschlauch sollte man in nachgeschossenes, mindestens fausthohes Futter güllen.

Durch Lohnunternehmer

Laut dem Schweizer Bauernverband (SBV) sind vor allem grössere Tale auf den Schleppschlauch umgestiegen. Kleinere en werden wohl den Lohnunternehmer beauftragen. Damit würden die Zusatzkosten steigen, und e mit Hanglagen müssten in Zukunft verschiedene Güllesysteme nutzen, was die Kosten zusätzlich in die Höhe treibe und unnötigerweise auch graue Energie von unausgelasteten Systemen verbrauche, so der SBV.

«Ein Ausbringen der Gülle ausschliesslich über Lohnunternehmen birgt zudem die grosse Gefahr, dass die Witterungsverhältnisse zu wenig beachtet werden können.»

Fahrspuren vermeiden

Das grösste Problem der Schleppschlauchvariante sieht Hanspeter Hug in der schwereren Gülletechnik: «Bei 9m Arbeitsbreite braucht es ein Fass von 10000 Litern oder mehr, damit man eine Feldlänge güllen kann. Dass da in den Fahrspuren gerade bei nassen Böden das Futter nicht mehr gut wächst, ist klar. Und dass sich in diesen Fahrspuren schlechte Futterpflanzen vermehren, ist die unweigerliche Folge davon.»

Laut dem SBV werden rund 45 Prozent der Gülle emissionsarm ausgebracht, aufgrund der topografischen Verhältnisse sind maximal 70 Prozent möglich.

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Quelle: schweizerbauer.ch