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Zufrieden trotz schwieriger Saison 

  • Ungefähr 180 Produzentinnen und Produzenten bauen in der Schweiz Spargeln an. – LID

Die Saison des beliebten Gemüses ist vorbei und für die nächsten regionalen Spargeln müssen wir uns bis nächsten Frühling gedulden. Obwohl es Schwierigkeiten bei der gab, war die Nachfrage gross. Anders sieht es im Nachbarland Deutschland aus.

Die diesjährige Spargelsaison hat am Johannistag, dem 24. Juni, pünktlich geendet. Laut Markus Waber, Kommunikationsleiter des Verbandes der Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP), seien die Produzentinnen und Produzenten mit der diesjährigen Saison zufrieden gewesen. Ganz reibungslos war sie aber nicht.  Die schlechte Witterung des vergangenen Jahres wirkte sich auch dieses Jahr auf die Spargeln aus.

2021: zu nass, 2022: zu heiss

Die Jucker Farm aus dem Kanton Zürich hatte einen guten Start in die Spargelsaison wie Nadine Gloor, Marketing- und Kommunikationsverantwortliche der Jucker Farm, berichtet. «Wir konnten so früh mit der beginnen, wie nie zuvor», erzählt Gloor. Allerdings hätten die Pflanzen wegen dem nassen und kühlen Wetter des letzten Jahres gelitten. Dies zeigte sich dieses Jahr an eher dünnen Stangen und an einer kleineren als noch im Jahr 2020. «Wir hoffen, die Pflanzen können sich jetzt gut erholen, so dass wir nächstes Jahr wieder eine Voll haben», so Gloor.

Ähnlich erging es der Seeländerspargeln GmbH in Fräschels BE. Sie hätten einen guten Start gehabt, dann aber sehr schnell Qualitätseinbussen durch heisse Tage erlitten, wie die Seeländerspargel GmbH auf Anfrage schreibt. Auch im Seeland hat sich das Wetter des vergangenen Jahres in der diesjährigen Saison spürbar gemacht. Die meisten ihrer Spargelfelder seien Ende Saison 2021 von Hagel getroffen worden und hätten dadurch in diesem Jahr nicht die gewünschten mengen erbracht. Die Spargeln hätten schnell an Dicke verloren und Seeländerpargel habe fast nur noch kleine Kaliber anbieten können.

Nachfrage war hoch

Während andere Länder mit den zu hohen Produktionskosten und zu wenig Nachfrage nach den regionalen Produkten zu kämpfen hatten, genoss die Schweiz verkaufstechnisch eine gute Saison. «Die Nachfrage nach Schweizer Spargeln ist immer sehr gross, sodass die Produzenten nicht auf der Ware sitzen bleiben», so Markus Waber.

Die Kundinnen und Kunden der Jucker Farm seien ebenfalls sehr am regionalen Spargel interessiert gewesen. «Auch die Nachfrage unserer Partner im Handel und in der Gastronomie war gross. Leider konnten wir nicht immer die gesamte Nachfrage decken», sagt Nadine Gloor. Auch die Seeländerspargeln GmbH hatte keine Probleme mit dem Verkauf, trotz ihren kleineren Spargeln. 

Im Jahr 2021 wurden für den Schweizer Spargelanbau 435.10 Hektaren genutzt.
LID

Import trotz grosser Nachfrage

Obwohl die Nachfrage breit ist, wird der grösste Teil an Spargeln in die Schweiz importiert. Laut Markus Waber liegen die Produktionsmengen in der Schweiz nur bei ungefähr 7 Prozent Marktanteil. Gemäss den Zahlen der Schweizerischen Zentralstelle für Gemüsebau und Spezialkulturen (SZG) wurden im Jahr 2020 insgesamt 10‘093 Tonnen Spargeln importiert, während 863 Tonnen in der Schweiz angebaut wurden. Die Zahlen der diesjährigen Saison liegen noch nicht vor.

Schlechte Saison für Deutschland

Die Spargelsaison in Deutschland sah ganz anders aus. Obwohl die Wetterbedingungen für das Wachstum und die der Spargeln gut waren, blieben die Bäuerinnen und Bauern auf ihrer Ware sitzen. Die Lager waren befüllt, doch gekauft wurden die Stangen zu wenig. Deutschland produziert unter höheren Standards als gewisse Importländer, weshalb die Produktionskosten teurer sind und schlussendlich auch der deutsche Spargel mehr kostet. Die ausländische Konkurrenz ist deshalb um einiges billiger.

Laut dem Bayerischem Landwirtschaftlichem Wochenblatt sei die Nachfrage nach regionalem Gemüse an den Spargelständen und im Lebensmitteleinzelhandel durch die gestiegenen Lebenserhaltungskosten schwächer als in den Vorjahren gewesen. Bei der Direktvermarktung auf dem Hof konnten die bayrischen Bäuerinnen und Bauern noch zufrieden sein, beim Absatz im Lebensmitteleinzelhandel mussten sie ganze 60 Prozent Umsatzeinbussen hinnehmen.

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Quelle: schweizerbauer.ch